Grüne Stadtfraktion fordert Transparenz und Baustopp

Grüne Stadtfraktion fordert Transparenz und Baustopp

Gratis-Fahrt: Die Stadtfraktion von Bündnis '90/Die Grünen fordert die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in Potsdam an 365 Tagen im Jahr für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ohne eigenes Einkommen. Foto: Sabine Gottschalk

Keine weitere Bebauung des Volksparks | Gratis-ÖPNV bis 18 Jahre

Potsdam. Die Grüne Stadtfraktion fordert transparente Sportförderung, die Pflanzung von 10.000 Bäumen, kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für Schüler, eine Solarfähre sowie die Einstellung der weiteren Bebauung im Volkspark. In einer Mitteilung vom Montag heißt es, als Mitglied von Transparency International müsse die Landeshaupt­stadt zukünftig für eine transparente, gerechte und demokratisch organisierte Ver­teilung der rund zehn Millionen Euro sorgen, die jährlich in den Sport fließen. Die Sportförderung sei eine freiwillige Leistung über den Potsdamer Haushalt oder über kommunale Unternehmen. Die derzeit gültge Förderrichtlinie Sport stammt aus dem Jahr 1994. Seitdem sind neue Ver­eine dazu gekommen, Gewichtungen haben sich verändert und die Bevölkerung hat sich verdoppelt. Die derzeitige Mittelverteilung sorge deshalb für ein Ungleichgewicht zwischen Leistungs- und Breitensport von 70 zu 30.

Eine Definition von förderungswürdigen "Kernsportarten" durch den Stadtsportbund, wie seit Jahr­zehnten üblich, erscheine fragwürdig und nicht zeitgemäß, heißt es von den Grünen weiter. Es sei längst überfällig, die Sportförderung generell auf den Prüfstand zu stellen. Eine neue Arbeitsgruppe unter der Beteiligung von Verwaltung, Stadtsport­bund und allen politischen Fraktionen soll dafür sorgen, dass zukünftig die Interessen der unter­schiedlichsten Potsdamer Sportvereine fair berücksichtigt werden, so die Forderung der Stadtfraktion.

Potsdam brauche zudem 10.000 neue Bäume bis 2024, um die Folgen des Klimawandels zu mindern. Bäume erhöhen die Aufenthaltsqualität für alle Stadtbewohner im öffentlichen Raum, auf Schul­höfen oder Kita-Freigeländen und tragen durch mehr Schatten und Verdunstung zu einem verbesserten Stadtklima und Wasserhaushalt bei. Dafür soll es nach dem Wunsch der Grünen zwei zusätz­liche Stellen im Grünflächenamt geben, die sich mit Neu- und Nachpflanz­ungen, der Baumpflege und der Verkehrssicherung befassen. Die grüne Stadtfraktion fordert aber auch die Potsdamer Bürger zur Beteiligung auf, um an einer nachhaltigen und grünen Stadtgestaltung mitzuwirken.


Kostenloser ÖPNV für Potsdamer Schüler

Mit einem Antragstext zum ÖPNV wollen die Grünen eine Teilhabe-Lücke schließen: Demnach sollen öffentliche Verkehrsmittel in Potsdam für Kinder und Jugendliche mit Hauptwohnsitz in der Landeshauptstadt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr unentgeltlich nutzbar werden, wenn sie noch kein eigenes Einkommen haben. Gelten soll die Regelung ab 2021 für den Tarif Potsdam AB an 365 Tagen im Jahr. Dazu streben die Grünen Verhandlun­gen mit den VBB Partnern sowie eine Lösung für Berufsschüler und Auszubildende über 18 Jahren an. Zudem müsse der ÖPNV ausgebaut werden. Als positiven Nebeneffekt nennt die Stadtfraktion die selbstverständliche Nutzung des ÖPNV, die Elterntaxis unnötig mache und einen freien Zugang zu Freizeitangeboten schaffe.


Solarfähre nach Hermannswerder

Die bestehende Seilfähre zwischen Hermannswerder und dem Kiewitt wollen die Grünen durch eine Solarfähre ersetzen und gleichzeitig die Verkehrszeiten auf 6 bis 20 Uhr ausweiten. Nicht nur klimapolitisch sei eine Solarfähre sinnvoll, sie sei auch ein wichtiger Beitrag zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs unabhängig davon, ob die vorgeschlagene Brücke für Fußgänger und Radler errichtet werde, heißt es in dem Papier weiter. Nur die Anschaffung einer nicht seilgebundenen Fähre könne sicherstellen, dass der Fährverkehr nicht regelmäßig ausfällt, weil Sportboote das Seil durchtrennen. Ein Brückenbau würde von der Planung bis zur Errich­tung mehrere Jahre dauern, in denen ohne Fähre keine Havelquerung möglich wäre.


Keine neuen Häuser im Volkspark

Wenn es nach den Vorstellungen der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen geht, wird es nach dem Bau sozialer Einrichtungen westlich der Georg-Hermann-Allee - keine weitere Ver­kleinerung des Volksparks mehr geben. Im Wahlkampf sei von "behutsamem Wachstum" die Rede gewesen, das soll nach dem Willen der Stadtfraktion kein Lippenbekenntniss bleiben. Die wachsende Stadt und die bauliche Verdichtung in Potsdam müsse in Balance zum Bewahren der Lebensqualität und eines gesunden Stadtklimas stehen. Der Volkspark sei für viele Potsdamer ein wichtiger Ort für Erholung und Freizeit und spiele eine wichtige Rolle für das Klima.  sg  

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