Strategische Partnerschaft für die urbane Mobilität von morgen

Strategische Partnerschaft für die urbane Mobilität von morgen

Unterschrieben: Oberbürgermeister Mike Schubert und die Geschäftsführerin des VW Group Future Center Europe, Ulrike Müller, haben am Mittwoch eine strategische Partnerschaft besiegelt. Foto: Sabine Gottschalk

Schnell und sicher in die Zukunft

Potsdam. Wie können Mobilitätsangebote in Zukunft so barrierefrei und unkompliziert funktionieren, dass sie das Auto unnötig machen und von möglichst vielen Menschen akzeptiert und genutzt werden? Längst hat die Fortbewegung innerhalb der Quartiere oder auch in der ganzen Stadt eine essentielle Rolle in der Stadtplanung eingenommen. Wohnviertel sollen möglichst autoarm werden, der Individualverkehr soll weg vom eigenen Fahrzeug, hin zu anderen Lösungen, ganz im Sinn der Share Economy, bei der verschiedene Nutzer sich Ressourcen und Mittel teilen.

Genau diesen Weg will ein Team aus Softwaredesignern des VW Group Future Center Europe gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung nun in Potsdam ebnen. Und zwar transparent und mithilfe der Bevölkerung. Denn die Meinungen der einzelnen Nutzer haben einen großen Stellenwert bei dem Projekt, Probanden werden deshalb von Anfang an mit einbezogen und sollen über ihre Nutzererfahrungen berichten, damit die jeweilige App weiterentwickelt werden kann.

Bestimmte Probleme betreffen uns alle irgendwann, erläuterte die Geschäftsführerin des VW Future Centers in der Schiffbauergasse, Ulrike Müller, am Mittwoch bei der Unterzeichnung der Vereinbarung zu einer strategischen Partnerschaft mit Oberbürgermeister Mike Schubert. Als Beispiel nannte sie Sehprobleme bei älteren Menschen, die Schwierigkeiten hätten, eine eventuelle Fahrtüchtigkeitsprüfung zu bestehen. So könnte die Autonomie schnell verloren sein.

Das Projekt geht jedoch alle Menschen an, die in der Stadt unterwegs sind. Deshalb will das zurzeit siebenköpfige Team rasch und kontinuierlich neue Lösungsansätze erarbeiten, die schon in wenigen Monaten von Studienteilnehmern getestet werden und dann weiterentwickelt werden können. Dazu gehört unter anderem auch das autonome Fahren, wobei das Potsdamer Team selbst keine Fahrzeuge entwickelt, sondern deren Programmierung erarbeitet und sie damit überhaupt erst nutzbar macht.

Bequem, flexibel und zuverlässig müssen die Angebote sein, wenn das Modell Erfolg haben soll. Für die Stadt kommt bei der Bereitstellung noch die Wirtschaftlichkeit hinzu. Zurzeit gebe es zwischen dem günstigen ÖPNV und dem teuren Individualverkehr per Taxi eine große Lücke, die es zu füllen gelte, betonte Potsdams Verkehrsplaner Norman Niehoff. Dort setzt das neue Projekt an. Das Team aus Mitarbeitern ganz unterschiedlichen Ursprungs muss nun beweisen, dass es in der Zusammenarbeit genauso erfolgreich ist wie in der Ideenfindung. sg

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