Zehn Jahre Kulturnacht in der Schiffbauergasse

Zehn Jahre Kulturnacht in der Schiffbauergasse

Am 31. August erstrahlt die Schiffbauergasse in einem ganz besonderen Licht: Von 14 bis 6 Uhr ist wieder Stadt für eine Nacht mit einem umfangreichen, kostenfreien Programm für Groß und Klein. Fotos SFEN 2018 (2): Sabine Gottschalk

Stadt für eine Nacht lädt am 31. August zum großem Gratis-Jubiläumsprogramm

Viel los bei den "Bewohnern" der Stadt für eine Nacht, die alle aus dem Wissenschafts-, Kultur- und Kreativbereich kommen.

Potsdam. Sie ist aus dem Potsdamer Kulturkalender nicht mehr wegzudenken und verändert sich doch ständig: Die "Stadt für eine Nacht", die die Schiffbauergasse in diesem Jahr erst am letzten Augusttag in einem ganz besonderen Licht erstrahlen lässt, geht in die zehnte Runde. Das muss natürlich gefeiert werden und dementsprechend lang ist auch die Liste der Programmangebote. Alles steht unter dem Motto "Zehn", das weit mehr sein soll nur eine Eins und eine Null.

23 Bewohner hat die Stadt in diesem Jahr - wie immer kommen sie aus den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Kultur und sind allesamt höchst kreativ. Bewohner seit der ersten Ausgabe sind beispielsweise Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DifE) aus Rehbrücke. In diesem Jahr stellen sie zehn Regeln für gesunde Ernährung vor. Ebenfalls von Anfang an dabei ist das Urania Planetarium, das nachts den Sternenhimmel erläutern wird. Es gibt aber auch absolute Neulinge unter den Bewohnern, wie das Frauenwahllokal, das im Vorfeld der Kommunal- und Europawahlen Anfang des Jahres zahlreiche Veranstaltungen im Eiscafé Evas Sünde angeboten hatte und nun noch einmal auf die Bedeutung der Landtagswahl am nächsten Tag hinweist.

Hinzugekommen ist auch die Werkstatt für Clownforschung, die die Besucher zu einer Herausforderung der besonderen Art einlädt: Zehn Minuten lang sollen sie mit einem Clown direkten Blickkontakt halten. In einem Filmcontainer gibt es zudem einen umfassenden Rückblick auf die Geschichte des Kultur-events und die Veränderungen am Standort Schiffbauergasse, erklärte die Leiterin des Fachbereichs Kultur und Museen, Birgit Katharine Seemann, am Dienstag bei der Vorstellung des Events.

Für ein umfangreiches Kulturprogramm sorgen neben dem Hans-Otto-Theater die fabrik, das Waschhaus und das T-Werk sowie das Museum Fluxus+. In der Reithalle des Theaters geht es am Nachmittag los mit Auszügen aus Kindertheater-Stücken. Abends ist dort "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" als Zwei-Personen-Stück zu erleben. Im Foyer der Reithalle ist eine Verweigerungs-Performance des Bartleby-Projekts unter dem Titel "Ich möchte lieber nicht" zu sehen. Sie geht auf ein Stück der vergangenen Saison zurück. Einen Ausblick auf die beginnende Spielzeit mit 21 Premieren gibt es in Form kurzer Szenen. Fünf Führungen laden in den Backstagebereich des Theaters ein.

Auf der großen Bühne ist abends Friedrich Schillers "Kabale und Liebe" in der modernen Inszenierung von Tobias Rott zu sehen, und zwar in kompletter Länge von fast drei Stunden. Wie alle Programmpunkte ist auch dieser bei freiem Eintritt zu genießen, betonte Intendantin Bettina Jahnke. Bis 3 Uhr morgens schließt sich in der Reithalle ein Night-Talk mit Lesungen und Musik an.

In der fabrik, im Waschhaus und im T-Werk geht es in erster Linie um Tanz in all seinen Formen. Das Programm sei niederschwellig ausgewählt, um auch Menschen, die wenig Zugang zu Tanz-Performances haben, in die Spielstätten zu locken, erklärte fabrik-Vorstand Sven Till. Mit dabei sind Oxymoron und Cécile Wesolowski, beide aus der fabrik bereits bekannt. Das Waschhaus lädt zum beliebten Drumklub ein und im Kunstraum eröffnet bereits am Freitag, 30. August, die Ausstellung "Realitätscheck".

Im Museum Fluxus+ können Kinder mit Farben experimentieren. Für Kunstliebhaber gibt es auch dort Führungen, allerdings mit begrenzter Teilnehmerzahl, eine Reservierung ist ab 14 Uhr möglich und ratsam. Wer bei so viel Programm zwischendurch etwas Ruhe sucht, kann in der Schinkelhalle buddhistische Mönche bei der Erstellung von Mandalas beobachten. Am Sonntag geht es in der Schiffbauergasse weiter mit der ebenfalls kostenlosen Veranstaltung "Kultur für alle" von Awo und Kultür Potsdam. sg


Zehnte Stadt für eine Nacht, 31. August von 14 bis 6 Uhr am Kulturstandort Schiffbauergasse. Eintritt frei, Anreise mit Bus, Tram oder Fahrrad ratsam.

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