Naturschutzbeirat sucht neue Mitglieder

Naturschutzbeirat sucht neue Mitglieder

Der Einsatz für den Naturschutz ist für sie buchstäblich Ehrensache: Rüdiger Knösche (links) ist schon seit den 1990er Jahren Mitglied des Naturschutzbeirats, Susann Fischer seit fünf Jahren. Thomas Kuhlow von der Unteren Naturschutzbehörde arbeitet mit ihnen zusammen. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Engagiert für den Naturschutz in der Stadt

Damit die Tiere sich am und im Wasser der Havel auch weiterhin wohlfühlen, sollten lieber Sammelsteganlagen als einzelne Bootsstege gebaut werden, sagt Rüdiger Knösche. Auch die Uferbefestigungen mit Beton und Steinen wie in der Alten Fahrt seien ungünstig für die Fauna.

Potsdam. Seit den 1990er Jahren ist Rüdiger Knösche Mitglied des Naturschutzbeirats, inzwischen auch dessen Vorsitzender. Der promovierte Biologe hat lange an der Uni Potsdam gelehrt und will sich auch mit 70 Jahren weiterhin für den Naturschutz in Potsdam einsetzen. Im Herbst kandidiert er deshalb für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren.

Auch die Landschaftsplanerin Susann Fischer möchte sich weiterhin im Naturschutzbeirat engagieren, obwohl sie mit 42 Jahren noch voll berufstätig ist. Der Beirat, der aus 14 Mitgliedern besteht, berät die Untere Naturschutzbehörde und arbeitet eng mit ihr zusammen.

Alle Mitglieder sind Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen wie Botanik, Zoologie oder auch Planung und genau sei auch erforderlich, um die unterschiedlichen Anträge, die von Bauherren oder von der Stadt gestellt werden, einschätzen und bearbeiten zu können. Als besonders kritisch nennt Rüdiger Knösche individuelle Bauanträge für Bootsstege. Für die empfindlichen Uferstreifen der Havel, die einen reichhaltigen Lebens- und Schutzraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen bieten, sei es deutlich verträglicher, Sammelsteganlagen an einigen Punkten anzulegen, da das Ufer damit nicht so stark belastet wird.

Ein weiteres Problem sei der steigende Freizeitdruck, der auch mit der Bevölkerungszunahme einhergeht. Empfindliche Uferstreifen werden in Mitleidenschaftschaft gezogen, weil selbst in Naturschutzgebieten oder Welterbeparks wie am Sacrower See oder im Neuen Garten die wilden Badestellen wachsen. Hier müssen Maßnahmen zu Schutz und Erhalt der Natur entwickelt werden, auch das ist Aufgabe des Naturschutzbeirats im Zusammenwirken mit der Unteren Naturschutzbehörde. Auch mit der Planung neuer Wegeverbindungen in den Parks der Schlösserstiftung oder den angekündigten Fällungen durch Trockenheit geschädigter Bäume im Volkspark beschäftigt sich der Beirat. Allerdings kann er immer nur beratend tätig werden, ein Vetorecht hat er nicht.

Um einen genaueren Überblick über die Uferlängen des Potsdamer Stadtgebiets zu erhalten, sollen im kommenden Jahr sämtliche Ufer kartiert werden. Unweit vom Festland gebe es eine reiche Fauna, die unter den in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts mit Beton und Steinen befestigten Ufern leide, da hier kein Leben mehr möglich sei und es auch keine Schutzzonen für Fische, Mollusken oder Fischotter gibt, weiß auch Thomas Kuhlow von der Unteren Naturschutzbehörde. Der 46-Jährige hat bei Rüdiger Knösche studiert und arbeitet bis heute mit ihm zusammen.

Wer Interesse an einer Mitarbeit im Naturschutzbeirat hat und entsprechende Fachkenntnisse aus Beruf oder Freizeit mitbringt, kann sich bis zum 30. September bewerben. Der Beirat tagt einmal monatlich für etwa zwei Stunden nach Feierabend. Die Wahlperiode dauert von Anfang 2020 bis Ende 2025. sg


Bewerbungen sollten schriftlich an die Landeshauptstadt Potsdam, Bereich Umwelt und Natur, Friedrich-Ebert-Straße 79/81, 14469 Potsdam, gerichtet werden.

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