Fachkräftesicherung: Land fördert Beschäftigung von Werkstudierenden für Innovationsprojekte

Fachkräftesicherung: Land fördert Beschäftigung von Werkstudierenden für Innovationsprojekte

Brandenburgs Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Linke). Foto: Sabine Gottschalk

Unterstützung für zusätzliche Stellen in kleinen und mittleren Unternehmen

Potsdam. Das Arbeitsministerium unterstützt kleine und mittlere Unternehmen im Land Brandenburg weiter bei der Fachkräftegewinnung. Wer Studierende oder Hochschulabsolventen einstellt, um sie frühzeitig für das Unternehmen zu gewinnen, erhält einen Lohnkostenzuschuss zwischen 705 bis 1.560 Euro im Monat.

Die entsprechende Förderrichtlinie "Brandenburger Innovationsfachkräfte" (BIF) wurde überarbeitet und um drei Jahre verlängert. Sie ist am 16. Mai in Kraft getreten und läuft bis Mitte 2022. Auf dem Online-Portal der Investitionsbank ist sie nachzulesen, Unternehmen können ab sofort Anträge stellen. Für das Programm stehen 13 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.

Die Fachkräftesicherung ist ein Schwerpunkt der Arbeitspolitik im Land Brandenburg. Mit der bewährten Richtlinie 'Brandenburger Innovationsfachkräfte' unterstützt das Land die frühzeitige Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen. So wird dazu beigetragen, dass Studierende die guten Karrierechancen in Brandenburg bereits während ihres Studiums kennenlernen. "So wollen wir erreichen, dass möglichst viele Absolventinnen und Absolventen der Brandenburger Hochschulen im Land bleiben. Gleichzeitig helfen wir aber auch kleinen und mittleren Betrieben, die es im Wettbewerb um Fachkräfte schwerer haben, hochqualifizierte Nachwuchskräfte einstellen und langfristig binden zu können", sagt Arbeitsministerin Susanna Karawanskij.

Unterstützt werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die eine Betriebsstätte im Land Brandenburg haben. Gefördert wird die Teilzeitbeschäftigung von Werkstudierenden sowie die Beschäftigung von neu einzustellenden Absolventen einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule oder einer geregelten beruflichen Aufstiegsfortbildung als Innovationsassistenten für eine innovative Aufgabe im Unternehmen. Durch die Förderung darf im Unternehmen jedoch kein anderes Personal ersetzt werden, es muss ein neuer, zusätzlicher Arbeitsplatz geschaffen werden.

Wenn kleine und mittlere Unternehmen immatrikulierte Werkstudierende im Rahmen einer betrieblichen Innovationsaufgabe einstellen und mindestens 15, maximal 20 Wochenstunden beschäftigen, erhalten sie einen Lohnkostenzuschuss von rund 75 Prozent des Bruttomonatsentgelts, maximal 705 Euro im Monat. Die Förderung ist auf mindestens sechs und höchstens zwölf Monate angelegt. Die Werkstudierenden wirken begleitend und unterstützend am Innovationsprojekt im Unternehmen mit. So kann es auch sein, dass durch die Bearbeitung der Innovationsaufgabe ein für das Unternehmen neuartiges oder verbessertes Handlungsfeld angeschoben oder weiterentwickelt wird.

Stellen Unternehmen Hochschulabsolventen oder Absolventen einer Aufstiegsqualifizierung zum Techniker oder Meister als Innovationsfachkraft für ein innovatives Vorhaben neu ein, übernimmt das Arbeitsministerium bis zu 60 Prozent der Lohnkosten, maximal 1.560 Euro im Monat. Hier dauert die Förderung mindestens zwölf und höchstens 24 Monate, wobei der Abschluss nicht länger als 36 Monate zurückliegen darf. Die Richtlinie "Brandenburger Innovationsfachkräfte 2014-2019" des Arbeitsministeriums ist im November 2014 in Kraft getreten. Dafür standen 24 Millionen Euro aus ESF-Mitteln zur Verfügung. In diesem Förderzeitraum wurden bis heute rund 800 Einstellungen gefördert.  red/sg


Alle Informationen zur Förderrichtlinie sowie Antragsformulare gibt es auf www.ilb.de/de/arbeit/uebersicht-der-foerderprogramme/brandenburger-innovationsfachkraefte-2019-2022/.

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