Royale Gäste in der Mark

Royale Gäste in der Mark

Gekrönte Häupter sind an sich schon selten zu Gast in Brandenburg, zum offiziellen Empfang von König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande (links) kam am Mittwoch aber zusätzlich Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit seiner Frau Susanne in die Potsdamer Staatskanzlei. Die Ministerpräsidentengattin bleibt gewöhnlich eher im Hintergrund, da das Paar politisches Amt und Privatleben strikt trennt. Mit dem König möchte Woidke trotz der stattlichen Apanage und der Möglichkeit, sich als Majestät Themen aussuchen zu können, jedoch auf keinen Fall tauschen. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Woidke: "Richtiggehend glücklich" nach erfolgreichem Besuch des niederländischen Königspaars in Brandenburg

Der elfjährige Max bekam zu seinem Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk: König Willem-Alexander ließ sich mit ihm fotografieren.

Potsdam. Wenn in Brandenburg der rote Teppich ausgerollt wird, ist das selten für ein gekröntes Haupt. Am Dienstag und Mittwoch jedoch kamen König Willem-Alexander und Königin Máxima der Niederlande zu einem Arbeitsbesuch in die Mark. Auf dem ehrgeizigen Programm des Königspaars stand nach einer Diskussion zur ländlichen Entwicklung in Nauen zunächst ein Zusammentreffen mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow, bei dem die enge Zusammenarbeit beider Länder auf militärischem Gebiet zum Ausdruck gebracht wurde.

Ein literarisches Themendinner mit Kulturministerin Martina Münch und zahlreichen geladenen Gästen in der historischen Saftfabrik im Lendelhaus auf Werders Insel brachte die Unterschiede des Lebens auf dem Land in Brandenburg und in der niederländischen Grenzregion hervor. Auf dem Podium diskutierten die Autoren Lutz Seiler aus Wilhelmshorst bei Potsdam und Tommy Wieringa aus Holland über ihre zwar äußerst inspirierenden, aber nicht immer positiven Ansichten zum Landleben mit der TV-Kulturjournalistin Luzia Braun. Dabei zeigte sich vor allem Eins: Die Renaissance kulturellen Lebens ist in Brandenburg willkommener als in der niederländischen "Schrumpfregion", aus der Wieringa stammt. Ersten Publikumskontakt gab es ebenfalls in Werder, er beschränkte sich allerdings auf einige wenige Royal-Fans.

Nach einem kurzen Austausch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und seiner Frau Susanne in der Potsdamer Staatskanzlei am Mittwochmorgen ging es zu einem Informationsgespräch über Klimawandel und Energiewende auf den Telegrafenberg, bei dem die Arbeit der Potsdamer Forschungseinrichtungen vorgestellt wurde. Dort wurde auch eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Denn den Niederlanden steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals - das flache Land der Polder muss sich gegen klimatische Auswirkungen wappnen.

Für Innovationen im Bereich der neuen Medien und der Virtual Reality interessierten sich Willem-Alexander und Máxima im Rahmen eines Besuchs im FX-Center von Studio Babelsberg. Bevor es soweit war, bekam der elfjährige Max Jonkeren, der seine Mutter ausnahmsweise bei der Arbeit begleiten durfte, allerdings noch ein ganz besonderes Geburstagsgeschenk vom König persönlich: Der Monarch ließ sich mit dem Sohn eines niederländischen Vaters fotografieren - und erfüllte Max einen lang gehegten Wunsch.

Kein royaler Besuch ohne Abstecher nach Sanssouci, wo am frühen Nachmittag etwa 100 Fans mit Fähnchen im Regen ausharrten, bis das Paar auf der Schlossterrasse am Weinberg erschien. Nach einem kurzen Bad in der Menge betonten König und Ministerpräsident bei einem Mittagessen für etwa 50 geladene Gäste aus Politik und öffentlichem Leben in den Neuen Kammern die Bedeutung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union, die sie auch bei veränderten Mehrheitsverhältnissen nach der Wahl am Sonntag weiter ausbauen wollen. Beide waren sich am Ende des Besuchs einig, dass die Gespräche, auch die der diversen begleitenden Delegationen, fruchtbar und erfolgreich verlaufen seien. Woidke bezeichnete sich zum Abschluss sogar als "richtiggehend glücklich".  sg

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