Natura 2000: 26.000 Schutzgebiete in der EU, rund 600 in Brandenburg

Natura 2000: 26.000 Schutzgebiete in der EU, rund 600 in Brandenburg

Auch der Seeadler ist in Brandenburg heimisch. Foto: Kai Heinemann

Exkursionen am 21. Mai - Wer schnell ist, kann noch mit

Drei Bechsteinfledermäuse ruhen sich aus. Foto: Sebastian Hennigs

Potsdam. Natura 2000 bezeichnet das weltweit größte Schutzgebietsnetz: Mit rund 26.000 Gebieten erstreckt es sich über die Mitgliedsländer der Europäischen Union. In Brandenburg zählen rund 600 Natura 2000-Gebiete dazu. Die Landesstiftung NaturSchutzFonds Brandenburg ist in vielen dieser Gebiete aktiv. Anlässlich des Natura 2000-Tages bietet sie Exkursionen in vier dieser Gebiete an.

Natura 2000 bedeckt rund ein Fünftel des Festlandes der Europäischen Union und schließt auch Meeres-und Küstenzonen ein. Im Jahr 1992 wurde das Schutzgebietsnetz einstimmig ins Leben gerufen und dient bis heute dem Schutz der am meisten gefährdeten Lebensräume und Arten in der EU. Von den 200 Lebensraumtypen, die unter Schutz stehen, sind 39 in Brandenburg zu finden, unter anderem Flechten-Kiefernwälder, Heiden, Kalkreiche Niedermoore, Nährstoffarme Seen wie der Stechlinsee oder Alte Eichenwälder. Von 1.000 geschützten Arten sind 45 in Brandenburg heimisch, beispielsweise die Bechsteinfledermaus, Schmetterlinge wie der Große Moorbläuling, Libellen wie die Große Moosjungfer und Pflanzen wie der Frauenschuh - eine Orchideenart. Von 200 gelisteten Vögeln sind 48 in Brandenburg anzutreffen, darunter der Wanderfalke, der Seeadler, und der Uhu. Die Stiftung koordiniert in den Natura 2000-Gebieten die Erstellung von Schutz- und Bewirtschaftungsplänen und unterstützt bei der Umsetzung der Schutz-und Bewirtschaftungsmaßnahmen.

Die erste Exkursion führt zu den Auwäldern im Natura 2000-Gebiet Stepenitz in der Prignitz. Die zweite Exkursion findet im Natura 2000-Sorgenteich im Landkreis Oberspreewald-Lausitz satt. Hier werden seltene Rotbauchunken zu sehen sein. Auf der dritten Exkursion im Natura-2000-Gebiet Nuthe-Nieplitz Niederung wird ein professioneller Fährtenleser sein Wissen weitergeben. Bei der vierten Exkursion werden die Schutzmaßnahmen im Gebiet Bruchwald Rosdunk bei Brandenburg an der Havel im Fokus stehen.

Vor zwei Jahren wurde der 21. Mai als offizieller europäischer Tag "Natura 2000" von der Europäischen Union ausgerufen. Der Tag soll die Bedeutung dieses einzigartigen Schutzgebiets-Netzes verdeutlichen, das als eine der herausragenden Errungenschaften der EU angesehen werden kann. Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg wurde 1995 mit dem Ziel gegründet, die einzigartige Natur zwischen Uckermark und Lausitz, zwischen Oder und Elbe auch für die kommenden Generationen zu bewahren. Unter anderem koordiniert das Natura 2000-Team der Stiftung die Erstellung von Managementplänen für mehr als 70 Natura 2000-Gebiete in Brandenburg bis 2020. red/sg


Nähere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es auf www.natura2000-brandenburg.de/projekte/projekttagebuch/news/der-21-mai-ist-natura-2000-tag/.

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