Glyphosat in Brandenburger Biohonig

Glyphosat in Brandenburger Biohonig

Start der Volksinitiative "Artenvielfalt retten - Zukunft sichern" am 15. April in Potsdam mit Thomas Volpers vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Friedhelm Schmitz-Jersch vom Naturschutzbund NABU und fleißigen Helfern, die die ersten Unterschriften sammeln. Foto: Sabine Gottschalk

Kundgebung für Artenvielfalt vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium

Potsdam/Berlin. In Brandenburg ist mit Glyphosat verseuchter Honig aufgetaucht: Das bedeutet Gift für Bienen und Artenvielfalt. Am Freitag hat die Aurelia-Stiftung, Mitinitiatorin der Volksinitiative "Artenvielfalt retten - Zukunft sichern" in Brandenburg, vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin protestiert. Anlass war der Nachweis von hohen Konzentrationen von Glyphosat - bis zu 160-fach über dem zulässigen Grenzwert - in 600 Kilo Honig von der Bio-Imkerei Seusing im Landkreis Barnim. Der Honig muss nun als Sondermüll entsorgt werden.

"Dieser Fall zeigt wieder einmal, weshalb unsere Volksinitiative "Artenvielfalt retten" in Brandenburg so wichtig ist. Der verantwortungslose Einsatz von Pestiziden und die daraus folgende Belastung des Honigs ist nicht nur ein extremes wirtschaftliches Problem für Imker, wenn Honig entsorgt und die geschwächten Honigbienenvölker wieder aufgepäppelt werden müssen. Auch Wildbienen und andere Bestäuber sterben durch das Gift oder schaffen es durch die Schwächung nicht mehr ihre Brut zu versorgen, so dass ganze Generationen ausfallen", so Wilhelm Schäkel von der Volksinitiative.

Das habe schließlich Auswirkungen auf die ganze Nahrungskette. Eine Pestizidreduktionsstrategie für das Land und ein konsequentes Pestizidverbot in Schutzgebieten sei dringend notwendig, nicht zuletzt, um dort den Imkern vor Gift geschützte Standorte zu gewährleisten. Die Volksinitiative der brandenburgischen Naturschutzverbänden Nabu, Bund und den NaturFreunde sowie deren Jugendorganisationen und der Aurelia Stiftung will genau das erreichen, um in Brandenburg gesetzlich mehr Artenschutz zu verankern.

Die Umweltschützer fordern unter anderem, die Landwirtschaft umweltverträglicher zu gestalten, den Ökolandbau voran zu bringen, den Pestizideinsatz zu verringern, Gewässer besser vor Schadstoffeinträgen zu schützen sowie die Weidetierhaltung zu unterstützen. Die wichtigsten Forderungen sind in konkrete Gesetzesvorschläge eingeflossen, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Schutz der Artenvielfalt in Brandenburg zu verbessern.

Für eine erfolgreiche Volksinitiative müssen innerhalb eines Jahres mindestens 20.000 Menschen unterzeichnen. Unterschreiben können alle EU-Bürger ab 16 Jahren mit Hauptwohnsitz in Brandenburg. red/sg

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