Stadtentwicklung: Neue Gesamtprojektleitung für Krampnitz

Stadtentwicklung: Neue Gesamtprojektleitung für Krampnitz

2022 sollen erste Bewohner in die sanierten Altbauten auf dem ehemaligen Kasernegelände in Krampnitz einziehen. Sie werden mindestens sechs Jahre lang Bus statt Tram fahren müssen, wenn sie nicht mit ihren Autos zusätzliche Staus auf der B2 hervorrufen wollen. Foto: Sabine Gottschalk

Tram fährt frühestens 2028 in den Norden

Planverfahre und Ausschreibungen haben zu ersten Konkretisierungen für dien neuen Stadtteil geführt. Im März 2018 erläuterte Baudezernent Bernd Rubelt (Mitte), dass in dem neuen Stadtteil etwa 10.000 Menschen leben müssen, damit sich die Ansiedlung von Nahversorgern lohnt. Foto: Sabine Gottschalk

Potsdam. Nachdem bekannt wurde, dass die geplante Tramlinienach Krampnitz keinesfalls bis 2025 fertiggestellt werden kann, betonte die Stadtverwaltung, man halte uneingeschränkt an der Entwicklung des neuen Stadtteils für etwa 10.000 Einwohner fest.

"Die ehemals militärisch genutzte Fläche soll zu einem integrierten Stadtteil Potsdams mit lebendigen Wohnquartieren, Freiflächen, sozialer Infrastruktur und Gewerbe- und Versorgungseinrichtungen entwickelt werden. Dafür werden wir den Stadtverordneten noch in diesem Jahr erste Bebauungspläne zur Entscheidung vorlegen", teilte Oberbürgermeister Mike Schubert am Mittwoch mit. Dabei sei es wichtig, dass die Entwicklung der Infrastruktur mit dem geplanten Zuzug in den Stadtteil Schritt hält. "Wenn die Bewohner einziehen, brauchen sie einen funktionierenden ÖPNV. Öffentlicher Nahverkehr und Bevölkerung müssen in Krampnitz gleichzeitig aufwachsen", so Schubert.

Im Hauptausschuss am Mittwochabend hat Mike Schubert gegenüber den Stadtverordneten eine neue Projektstruktur vorgestellt, die nach Abstimmung mit dem Personalrat innerhalb der Verwaltung zur Steuerung der Entwicklung von Krampnitz umgesetzt werden soll. "Die Umsetzung der Ziele wird die Verwaltung der Landeshauptstadt für mehr als ein Jahrzehnt erheblich beanspruchen und bedarf einer enormen, geschäftsübergreifenden Koordinierung. Dafür brauchen wir eine klare Aufgabenzuordnung zwischen den Gesellschaften und der Verwaltung", sagte Schubert.


Baudezernent übernimmt Gesamtprojektleitung für Krampnitz

Baudezernent Bernd Rubelt soll die Gesamtprojektleitung übernehmen. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Stadtwerke, Sophia Eltrop, und dem Geschäftsführer des Entwicklungsträgers Krampnitz, Bert Nicke, soll er das Lenkungsgremium für das Gesamtprojekt inklusive Tram-Anbindung bilden. Zur Unterstützung des Projektverantwortlichen werde das im Geschäftsbereich angesiedelte Planungsbüro mit der Koordination der gesamtstädtischen Planungen und insbesondere mit der Abstimmung mit der für die Tram-Planungen relevanten Nahverkehrsplanung beauftragt. Den Stadtverordneten schlägt Oberbürgermeister Mike Schubert vor, dass ein Unterausschuss des Hauptausschusses zum Thema Krampnitz gebildet wird, in dem alle Fraktionen sowie die Ortsvorsteher der nördlichen Ortsteile vertreten sind.

Nachdem die Stadtverordneten im vergangenen Monat den Masterplan Krampnitz beschlossen haben, soll nun bis zum Eckwertebeschluss des neuen Doppelhaushaltes 2020/2021 eine überarbeitete Kosten- und Finanzierungsübersicht für die Gesamtmaßnahme erstellt werden. Im Masterplan sind soziale Infrastruktur und Gewerbeflächen verortet, Wohntypologien entwickelt und Straßen- und Freiräume festgehalten, um dem angestrebten Charakter des Stadtquartiers gerecht zu werden.

Im Bereich der sozialen Infrastruktur sieht der Masterplan die Errichtung von insgesamt sieben Kindertagesstätten, zwei Grundschulen, einer weiterführenden Schule sowie die Schaffung ergänzender Angebote wie beispielsweise eines Stadtteilzentrums vor. Die ersten Einrichtungen sollen mit dem Einzug der ersten Bewohner im Jahr 2022 öffnen. Im westlichen Gebiet des Entwicklungsbereiches soll mit mehreren Nahversorgungseinrichtungen ein lebendiger Stadtplatz für die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner von Krampnitz entstehen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Verlängerung der Straßenbahn vom Campus Jungfernsee über Krampnitz bis nach Fahrland.  Dafür soll im kommenden Jahr eine Entwurfsplanung vorliegen. Nach Abschluss des notwendigen Planfeststellungsverfahrens werden drei bis vier Jahre Bauzeit für die gut sieben Kilometer lange Strecke veranschlagt. Im Idealfall soll die Tram ab dem Jahr 2028 bis Krampnitz fahren. Für die Zeit bis dahin wird zurzeit ein Buskonzept zwischen der Landeshauptstadt, dem Verkehrsbetrieb und der Entwicklungsgesellschaft abgestimmt.

Etwa zehn bis 15 Jahre wird es dauern, bis auf dem ehemaligen Kasernengelände ein neues, naturnahes und urbanes Stadtquartier für bis zu 10.000 Menschen entstanden ist. Neben dem denkmalgeschützten Gebäudebestand soll ein modernes Neubauquartier für einen Nutzungsmix aus Wohnen und Arbeiten errichtet werden. Mit einer Mischung aus Miet-, Eigentums- und Genossenschaftswohnungen soll ein Stadtteil entstehen, der sowohl für Familien mit Kindern als auch für Singles und Senioren attraktiv ist. Auch Baugruppenprojekte sollen hier Gelegenheit bekommen, Wohnraum zu errichten.  red/sg

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