Pulse of Europe: Glühendes Plädoyer für ein geeintes Europa

Pulse of Europe: Glühendes Plädoyer für ein geeintes Europa

Der Präsident des EU-Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz, hier bei einem Pressegespräch in Brandenburgs Landesvertretung in Brüssel, ist ein glühender Verfechter der europäischen Idee. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Eu-Präsident der Regionen Karl-Heinz Lambertz spricht am Sonntag auf dem Luisenplatz

Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude im Brüsseler Europaviertel, dem Sitz der Europäischen Kommission.

Potsdam. Ein glühendes Plädoyer für Europa wird am morgigen Sonntag, 12. Mai, der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz, bei der zweiten Veranstaltung von Pulse of Europe in diesem Jahr vor dem Brandenburger Tor am Luisenplatz halten.

Karl-Heinz Lambertz kennt sich bestens mit den Problemen einzelner Regionen innerhalb der EU aus und setzt sich gezielt für Lösungen vor Ort ein. Wie schwierig das Zusammenleben unterschiedlicher Volksgruppen sein kann, weiß er als Vertreter der deutschsprachigen Gemeinschaft in seinem Heimatland Belgien nur allzu gut. Bereits als 16-Jähriger hatte er 1968 erste Kontakte zu Gleichaltrigen aus der damaligen Tschechoslowakei, die während des Prager Frühlings zu einem Jugendtreffen ins Rheinland gekommen waren. Die Ängste und Nöte dieser Jugendlichen, die in eine ungewisse Zukunft zurückkehrten, haben bei ihm eine bleibende Erinnerung hinterlassen. Europa ist für Lambertz deshalb nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern vor allem auch ein Garant für Frieden und Freiheit.

In Brandenburg hat der EU-Politiker in der ersten Hälfte der 1990er Jahre den Verkauf des Eisenhüttenstädter Eko-Stahlwerks an den belgischen Staatskonzern Cockerill-Sambre begleitet, der mittlerweile zu Arcelor-Mittal gehört. Die EU-Osterweiterung hielt Lambertz trotz der Probleme, die sie heute aufwirft, für unbedingt nötig.

Vor dem Hintergrund des wachsenden Erfolg europafeindlicher rechter Gruppierungen, wird Lambertz die Vorteile eines geeinten Europas herausstellen. Gerade für Erstwähler dürften seine Worte von Bedeutung sein, denn sie haben quer durch den Kontinent verstanden, dass Kleinstaaterei keine Lösungen für globale Probleme bringen kann. Ein friedliches Europa mit Reisefreiheit, visafreie Studien- und Arbeitsmöglichkeiten in allen Ländern sind jedoch keine Selbstverständlichkeit, das zeigen die Befürchtungen um den Brexit nur allzu deutlich. Dazu wird auch der Euroblogger und Brexit-Kritiker Jon Worth sprechen.

Im Anschluss an die Kundgebung um 14 Uhr startet gegen 14.45 Uhr ein etwa zehn Kilometer langer Fahrradcorso vom Brandenburger Tor zur Schiffbauergasse mit Etappen am Nauener Tor, am Alten Markt und am Thalia-Kino in Babelsberg. Unter dem Motto "Ride for Europe" steht er für die Grenzöffnungen innerhalb Europas und findet in vielen deutschen und europäischen Städten gleichzeitig statt.

Am 19. Mai findet die letzte Pulse of Europe-Kundgebung vor der Europawahl am 26. Mai statt. Unter dem Motto "Singen für Europa" sollen die Europahymne in der Textfassung von Pulse of Europe und als Solidaritätsadresse an alle Briten "Imagine" von John Lennon gesungen werden. Dazu sind alle begeisterten Sänger und Musiker eingeladen. Auch Wassersportler können sich an der Glienicker Brücke der Kundgebung anschließen. Als Redner sind für den 19. Mai der Präsident der Universität Potsdam, Oliver Günther, und die Schriftstellerin Julia Schoch angekündigt.  sg


Pulse of Europe-Kundgebung am Sonntag, 12. Mai um 14 Uhr am Brandenburger Tor in Potsdam.

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