Heimische Gartenvögel: Zeit zum Zählen

Heimische Gartenvögel: Zeit zum Zählen

Insektenfressende Gartenvögel wie Mauersegler (oben) und Mehlschwalben haben es besonders schwer: Ihnen fehlt durch das Insektensterben nicht nur die Nahrung, sondern die intensive Sanierung von Altbauten vernichtet zusätzlich große Teile ihres Lebensraums. Foto: A. Wedel | pixelio.de

Naturschutzbund tuft zur "Stunde der Gartenvögel auf" | Programm auch für Schulkinder

Potsdam.  Wer fliegt und piept in Deutschlands Gärten und Parks? Das soll die 15. Stunde der Gartenvögel zeigen. Wieder ruft der Nabu gemeinsam mit der Naju und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom 10. bis zum 12. Mai dazu auf, eine Stunde lang Vögel zu beobachten, zu zählen und zu melden.

"Wir wollen wissen: Stemmen sich unsere Gartenvögel weiter gegen den Abwärtstrend der Vogelbestände in der offenen Landschaft?", so Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Seit 1980 ist mehr als jeder zweite Feldvogel in der EU verschwunden. Bei den Vögeln, die in Gärten und Parks vorkommen, sah es zumindest bisher deutlich besser aus." Allerdings gibt es auch bei diesen Arten Sorgenkinder. Das betrifft vor allem Gebäudebrüter und Insekten fressende Vögel wie Mauersegler und Mehlschwalben.

"Diese finden durch das Insektensterben immer weniger Nahrung und durch Gebäudesanierungen auch immer weniger Wohnraum", so Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Seit der ersten Vogelzählung 2005 sind beide Arten um etwa die Hälfte zurückgegangen. Das zeigt die Auswertung aus 15 Jahren Stunde der Gartenvögel, die jetzt als Broschüre erschienen ist. Wer schon vor der "Stunde der Gartenvögel" spielerisch das Erkennen von Arten üben will, kann dies mit dem neuen Online-Learning-Tool Nabu Vogeltrainer machen. Hier werden 15 häufige Gartenvögel vorgestellt.

Im vergangenen Jahr haben fast 57.000 Vogelfreunde bei der Stunde der Gartenvögel mitgemacht und Ergebnisse aus über 37.000 Gärten gemeldet. Gemeinsam mit der Schwesteraktion, der "Stunde der Wintervögel" handelt es sich damit um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

Und so funktioniert es: Von einem ruhigen Plätzchen im Garten oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt wird. Die Beobachtungen können online und mit der kostenlosen NABU Vogelführer App gemeldet werden. Meldeschluss ist der 20. Mai. Aktuelle Zwischenstände und erste Ergebnisse sind ab dem ersten Zähltag auf der Webseite abrufbar und können mit vergangenen Jahren verglichen werden.

Für kleine Vogelexperten hat die Naju die "Schulstunde der Gartenvögel"  vom 6. bis 10. Mai ins Leben gerufen. Ein Naju-Aktionspaket versorgt teilnehmende Gruppen und Klassen mit Zählkarten, einem "Vogelbüchlein für die Hosentasche" für jedes Kind, einem Naju-Poster, auf dem Kinder die häufigsten Vogelarten in Deutschlands Gärten und ihre Besonderheiten kennenlernen, sowie einem Begleitheft.  red/sg


Die Broschüre gibt es zum Download auf www.NABU.de/15-jahre-sdg
Das Online-Learning-Tool NABU Vogeltrainer gibt es auf www.vogeltrainer.de
Vogelzählungen können auf www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden.

Eine kostenlose Rufnummer zum Melden ist am 11. und 12. Mai jeweils von 10 bis 18 Uhr ebenfalls freigeschaltet: 0800 1157115

Weitere Informationen zur Schulstunde der Gartenvögel auf www.NAJU.de/sdg.

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