Erinnerung an "Tag von Potsdam"

Erinnerung an "Tag von Potsdam"

Foto: Richard Bischoff

Stadt lädt zu Veranstaltung in der Nikolaikirche am 18. März ein

Potsdam.

Die Landeshauptstadt Potsdam und das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien laden am 18. März um 18 Uhr zu einer Veranstaltung in Erinnerung an den sogenannten "Tag von Potsdam" in die Nikolaikirche ein.

Oberbürgermeister Mike Schubert wird die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen. Im Anschluss wird Prof. Dr. Julius H. Schoeps im Gespräch mit Dr. Olaf Glöckner über die "düsteren Vorahnungen" für die Zeit von 1933 bis 1935 in Deutschland sprechen. Der Historiker Schoeps hat unlängst sein neuestes Buch mit dem Titel "Düstere Vorahnungen. Deutschlands Juden am Vorabend der Katastrophe" veröffentlicht, in dem er die Anfänge des Nationalsozialismus vor allem aus der jüdischen Perspektive beschreibt. Dazu hat Schoeps eine Vielzahl von persönlichen Erinnerungen, Tagebüchern, Briefwechseln und weiteren Aufzeichnungen ausgewertet, die vermitteln, wie die Ereignisse vor und nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wahrgenommen wurden.

Ein Schritt für die nationalsozialistische Machtübertragung wurde am 21. März 1933 in Potsdam gemacht. An diesem Tag wurde der neu gewählte Reichstag mit einem Staatsakt in der Potsdamer Garnisonkirche feierlich eröffnet. Der Feierstunde mit Ansprachen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg und des Reichskanzlers Adolf Hitler waren ein Gottesdienst für die evangelischen Abgeordneten in der Nikolaikirche und für die katholischen Abgeordneten in der Kirche St. Peter und Paul vorausgegangen. Der sogenannte "Tag von Potsdam" wurde bald nach dem 21. März 1933 als symbolische Verbindung von konservativem Traditionsbewusstsein und nationalsozialistischem Erneuerungswillen propagiert und auch in der Weise wahrgenommen.

Der neue und geschärfte Blick auf die Anfangsjahre der nationalsozialistischen Diktatur von Julius Hans Schoeps vermag auch für heutige politische Entwicklungen zu sensibilisieren. Die Veranstaltung wird diesen Bogen von 1933 in die Gegenwart schlagen.  red

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