Plastikfrei einkaufen

Plastikfrei einkaufen

In ihrem neuen Laden in Babelsberg: Katja Skurcz (links) und Katharina Kaiser. In den Glasspendern lagern Müsli und Co. zum Selbstabfüllen. Foto: Anja Rütenik

Auch Babelsberg hat jetzt einen Unverpacktladen

Foto: Anja Rütenik

Potsdam.

Tschau Plaste, ich muss los: Das ist das Motto von "kathi&käthe fair verpackt". Potsdams zweiter Unverpacktladen öffnete Mitte Dezember in der Babelsberger Garnstraße seine Türen.

Inhaberinnen des Ladens sind Katharina Kaiser (25) und Katja Skurcz (35). Beide kommen eigentlich aus der Kunst- und Kulturszene, hatten aber die Idee, gemeinsam einen Unverpacktladen zu eröffnen. Ein Jahr hat es von der Idee bis zur Eröffnung des Geschäfts gedauert. "Wir wollen Menschen dabei helfen, diesen Lebensstil für sich umzusetzen", sagt Katharina Kaiser alias Kathi mit Blick auf die immer populärer werdende Zero-Waste-Bewegung, die sich Müllvermeidung zum Ziel setzt.

Müsli, Hülsenfrüchte, Nudeln, Tee und Gewürze sowie Backzutaten und andere Trockenwaren, vieles davon in Bio-Qualität, können sich die Kunden in mitgebrachte Gläser und Dosen abfüllen. Abgerechnet wird jeweils nach Gewicht der Ware, das des Gefäßes wird an der Kasse abgezogen. Produkte, die eine Verpackung benötigen, etwa Pesti oder Brotaufstriche, kommt in Gläsern daher. Kosmetik- und Hygieneprodukte vervollständigen das Angebot. Im vorderen Bereich des Geschäfts befindet sich eine kleine Café-Ecke, in der die Besucher frischen Café trinken können - serviert in Tassen, die aus Kaffeesatz hergestellt wurden. Wer einen Thermobecher mitbringt, kann Kaffee und Kakao auch to go bekommen. Für alle anderen sind Mehrwegbecher erhältlich, unter anderem der PotsPresso-Becher der Bürgerstiftung Potsdam.

Auch die Gestaltung des Ladens orientiert sich am Motto roh und unverpackt: Die Möbel haben die beiden Frauen gemeinsam mit Freunden selbst gebaut, die Wände sind unverputzt.

Auch wenn ihnen Müllvermeidung am Herzen liegt: Auf den erhobenen Zeigefinger verzichten die Inhaberinnen. Vielmehr wollen sie gemeinsam mit den Kunden noch weiter dazulernen. So liegt an der Kasse ein Notizbuch, in das die Kunden eintragen, was sie sich noch im Laden wünschen. Vor allem Dinkelnudeln und glutenfreie Produkte stehen ganz oben auf der Wunschliste, berichtet Katharina Kaiser. Als nächstes sollen Kondome dazukommen sowie das Angebot an Produkten für die umweltbewusste Monatshygiene erweitert werden. Es gebe aber auch Produkte, die schwer in plastikfreier Verpackung zu finden sind, berichtet die 25-Jährige: Etwa Pflanzenmilch oder flüssige Handcreme. Die beiden Frauen suchen dafür weiter nach Lösungen.

Ab dem Frühjahr sollen Workshops rund ums Thema Nachhaltigkeit und Müllvermeidung das Angebot ergänzen. Dann können die Besucher etwa lernen, wie man ein wirksames und umweltfreundliches Deo selbst herstellen kann. rue

kathi&käthe Fair verpackt bei Facebook: www.facebook.com/kkfairverpackt/

Mehr unter www.fairverpackt-babelsberg.de

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