Nachhaltig leben: Umverteilerladen braucht aktive Hilfe

Nachhaltig leben: Umverteilerladen braucht aktive Hilfe

Sie malern, verputzen und richten ein: Das Team vom Umverteiler-Umsonstladen um Michaela Kruse und Robert Funke (1. und 3. von rechts) möchte bald wieder eröffnen. Foto: Sabine Gottschalk

Nach beseitigter Havarie soll im Frühjahr wieder eröffnet werden

Potsdam. Weiter nutzen statt wegschmeißen lautet die Devise des Umverteilerladens, den es jahrelang in der Charlottenstraße 28 gegeben hat. Im Keller unter der Buchhandlung "Sputnik" konnte völlig ohne Geld getauscht oder auch einfach abgegeben werden, was im eigenen Haushalt oder im Kleiderschrank zu viel war, aber anderen Menschen noch gute Dienste leisten konnte.

Die kleine Gruppe von Freiwilligen, die sich hier für eine Lebensweise ohne Verschwendung einsetzen, wollte damit auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Doch dann nahm der Umverteiler-Umsonstladen ein jähes Ende. Im Juni 2017 brach ein Regenwasser-Abflussrohr unter eben jenem Kellerraum, den die Initiative nutzte und stellte den Ladenraum unter Wasser. Alles musste raus oder in andere Räume umgelagert werden, sämtliche Geben- und Nehmen-Aktivitäten stehen seither still.

Inzwischen sind die gröbsten Arbeiten zwar erledigt, doch jetzt heißt es streichen und die Bude auf Vordermann bringen. Denn spätestens im Frühjahr soll hier wieder eröffnet werden. "Viele Menschen sammeln seit langem Kleidungsstücke, die sie uns bringen wollen", sagt Michaela Kruse, eine der Aktivistinnen. Vor allem bei jungen Eltern sei der Laden immer sehr beliebt gewesen, "da man aus Kindersachen ja immer so schnell rauswächst", erklären auch andere Ehrenamtler.

Alle hier engagieren sich neben ihrem Beruf oder Studium, wie auch der Sprecher der Grünen Jugend Brandenburg, Robert Funke. Er hat schon als Schüler begonnen, den Umverteilerladen mit zu organisieren und ist überzeugt, dass gerade ein junges Publikum auch weiterhin Interesse an Second-Hand-Kleidung oder auch  Retro-Klamotten aus den 80er- und 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben wird.

Doch dazu muss der kleine Laden mit beachtlich niedriger Deckenhöhe erst einmal wieder an den Start gehen. Damit das bis Ende März/Anfang April klappt, werden zurzeit weitere Freiwillige gesucht, die an einigen Tagen Hand anlegen können. Am 27. Januar ist beispielsweise eine große Maleraktion geplant. Dann sollen alle zurzeit noch gelben Wände weiß werden. Und zwar mithilfe einer höchst ökologischen Kalkfarbe. Zuvor muss jedoch alles grundiert werden, damit die neue Farbe überhaupt hält und dort, wo neu verputzt werden musste, nicht gleich in der Wand verschwindet. Wer Lust auf ein nachhaltiges Leben hat und mitmachen möchte, kann sich unter umverteiler-potsdam@lists.posteo.de bei der Gruppe melden. sg

Kommentare

  1. User
    Schindler Ronald 14513 Teltow, Di, 15.01.2019 11:47

    Würde am 27.01.2019 gerne beim Grundieren und Malern mit anpacken. Werkzeug ist vorhanden, Material sollte von euch kommen. Gruß Ronald

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