Potsdam bekommt erste ökumenische Krankenhausholding

Potsdam bekommt erste ökumenische Krankenhausholding

In der Oberlinklinik sind erst kürzlich neue OP-Säle eingeweiht worden. Gemeinsam mit dem Sankt Josefs-Krankenhaus und dem Evangelischen Zentrum für Altersmedizin hofft man, Patienten in Zukunft eine noch umfangreichere und effizientere Versorgung anbieten zu können. Foto: Sabine Gottschalk

Alexianer und Oberlinverein schließen sich als "Christliche Kliniken Potsdam" zusammen

Sowohl das Oberlinhaus (oben) als auch das Sankt Josefs-Krankenhaus können auf eine etwa 150-jährige Geschichte zurückblicken. Nun schließen sich die beiden kofessionell betriebenen Häuser mit dem Evangelischen Zentrum für Altermedizin in der Weinbergstraße zur neuen Holding "Christliche Kliniken Potsdam" zusammen. Foto: Sabine Gottschalk

Potsdam. Deutschlands erste ökumenische Krankenhausholding soll im Herbst in der Landeshauptstadt entstehen. Unter der Dachmarke "Christliche Kliniken Potsdam" wollen das Sankt Josefs-Krankenhaus, die Oberlinklinik und das Evangelische Zentrum für Altersmedizin ihre Aktivitäten bündeln und Menschen jeden Alters ein umfassendes Behandlungskonzept mit zugewandter Pflege bieten.

Entstehen soll eine "Partnerschaft auf Augenhöhe", betonten die Geschäftsführer der beiden Träger, Andreas Barthold von der Alexianer GmbH und Andreas Koch vom Verein Oberlinhaus einstimmig bei der Vorstellung des Projekts am Dienstag. Das Evangelische Zentrum für Altersmedizin in der Weinbergstraße gehört bereits zur katholischen Alexianer GmbH und wird von ihr in die Holding eingebracht.

Der Zusammenschluss soll den Krankenhäusern eine umfassendere Versorgung ermöglichen und gleichzeitig zu einer besseren Auslastung teurer Geräte führen. Das Angebot richtet sich sowohl an ältere Patienten mit und ohne Behinderung, denn die Geriartrie spielt bereits jetzt eine große Rolle, als auch an junge Menschen, die schon heute sogar aus Berlin anreisen, um ihre orthopädischen Probleme in der Oberlinklinik behandeln zu lassen. Das Sankt Josefs-Krankenhaus hingegen ist mit seiner Entbindungsstation sehr beliebt bei werdenden Eltern.


Wirtschaftlich gut aufgestellt

Neben der gleichberechtigten Partnerschaft, bei der beide Träger zu jeweils 50 Prozent an der Holding beteiligt sein sollen, betonten die Geschäftsführer auch die zurzeit besonders gute wirtschaftliche Lage ihrer Häuser. "Uns geht es gut, wir beabsichtigen keinerlei betriebliche Kündigungen", waren sich Barthold und Koch einig. Mitarbeiterverträge sollen demnach bestehen bleiben, Fachkräfte können aber auf Wunsch auch die Möglichkeit bekommen, in andere Bereiche zu wechseln. Durch den Zusammenschluss ergeben sich für alle mehr Möglichkeiten und man hofft, mit den auf diese Weise attraktiver werdenden Arbeitsplätzen Personal halten und neues gewinnen zu können. Ähnliches gilt für die Ausbildung: Sie beschränkt sich nicht auf die eigenen Häuser, sondern soll allen in der Pflege Tätigen die Möglichkeit bieten, auch an einem anderen Ort Arbeit zu finden.

Eine echte Zusammenlegung ist nur im Küchenbereich geplant. Statt der bislang fünf einzelnen Küchen soll in einigen Jahren eine Großküche entstehen, die alle Häuser versorgt, allerdings ebenfalls ohne betriebsbedingte Kündigungen. Man beabsichtige lediglich, altersbedingt freiwerdende Stellen in diesem Bereich nicht neu zu besetzen.

Der Zusammenschluss von Oberlinhaus und der Alexianer GmbH mit Hauptsitz in Münster bezieht sich ausschließlich auf Potsdam, andere Standorte sind nicht betroffen. Er wird als notwendiges zusätzliches Angebot in der wachsenden Stadt angesehen und sei keine Konkurrenz zum Ernst-von-Bergmann-Klinikum. sg

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