Viertes "Buntes Essen" in der Suppenküche

Viertes "Buntes Essen" in der Suppenküche

Für das „Bunte Essen“ stehen viele verschiedene Nationalitäten gemeinsam in der Küche. Wer mag, kann ihnen beim Kochen zusehen. Foto: Potsdamer Bürgerstiftung

Geflüchtete laden Kunden von Volkssolidarität und Potsdamer Tafel ein

Potsdam. Bereits zum vierten Mal laden geflüchtete Menschen, die in Potsdam eine neue Heimat gefunden haben, am Sonntag ab 11 Uhr Gäste der Suppenküche und Kunden der Tafel zu einem Festessen ein. "Buntes Essen" heißt das Projekt der Potsdamer Bürgerstiftung. Die Vorbereitungen dauern mehrere Tage. Ein Team größtenteils aus Syrien plant, kauft ein, und kocht gemeinsam mit einigen interessierten Deutschen.

Zu essen gibt es dann zahlreiche Vorspeisen, Suppe, mehrere Hauptgerichte mit vielen Beilagen und natürlich darf auch das Dessert nicht fehlen.In den vergangenen Jahren waren die Gäste begeistert von der Fülle der verschiedenen Speisen und dem für Deutsche ungewohnt exotischen Geschmack. Es war immer ein echtes Festmahl. Und auch das gemeinsame Vorbereiten macht allen Beteiligten viel Spaß, obwohl es sehr viel Arbeit ist, für rund 60 Gäste zu kochen.

Eingeladen wird in die Suppenküche der Volkssolidarität auf dem Verwaltungscampus. Dort gibt es auch Unterstützung vom Leiter der Suppenküche, Peter Müller, und seinem Team. Mit dem Projekt sollen verschiedene Menschen, die sich nicht ohne weiteres begegnen, an einen Tisch geholt werden, um ein gegenseitiges Kennenlernen und besseres Verständnis zu fördern. Wichtig ist das vor allem seit den zahlreichen Diskussionen über die Vergabe bei den Tafeln im vergangenen Jahr.

Gerade in Zeiten, in denen der Ton rauer wird, und manche vor einer Spaltung der Gesellschaft warnen, sei es der Potsdamer Bürgerstiftung ein Anliegen, dass Alt- und Neu-Potsdamer Gelegenheit bekommen, sich kennenzulernen und "über den eigenen Tellerrand zu schauen", sagt die Stiftungsvorsitzende Marie-Luise Glahr. "Persönliche positive Begegnungen sind die beste Methode, um Vorurteile abzubauen", so Glahr, denn Liebe gehe bekanntlich durch den Magen.

Für die Gäste der Suppenküche ist das "Bunte Essen" inzwischen schon eine feste Tradition zum Jahresende. "Einmal gab es auch afrikanisches Essen und wer mag, kann den Köchen über die Schulter schauen", sagt Peter Müller.

Das Projekt ermöglicht den Geflüchteten zudem, der Potsdamer Gesellschaft etwas zurückzugeben und ihren Dank für die Aufnahme in der Stadt zum Ausdruck zu bringen. Als Gastgeber kann das ehrenamtliche Kochteam auch zeigen, wie reich die Küche des Vorderen Orient ist und wie sie deutsche Essgewohnheiten bereichern kann. Fast alle Mitwirkenden sprechen mittlerweile sehr gut deutsch und sind in Ausbildung oder Arbeitsverhältnissen.

Auch diesen Erfolgsgeschichten will die Potsdamer Bürgerstiftung ein Forum bieten, damit nicht immer nur die wenigen Negativbeispiele im Vordergrund stehen, betont Marie-Luise Glahr. Dafür gab es im Jahr 2017 den Sonderpreis der ProPotsdam beim Integrationspreis. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird durch die Landeshauptstadt und Mittel des "Bündnis für Brandenburg" unterstützt. red/sg

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