Kultür Potsdam erhält Regine-Hildebrandt-Preis

Kultür Potsdam erhält Regine-Hildebrandt-Preis

Einmal ganz in Pink statt im typischen SPD-Rot: Kültur Potsdam-Vertreterin Eva-Maria Heß mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der brandenburgischen Bundestagsabgeordneten Manja Schüle (von links) bei der Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2018 am Sonntag im Berliner Spreespeicher. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Manja Schüle: Kultür öffnet unzählige Herzen

Vor der Preisverleihung: Manja Schüle (links) und Eva-Maria Heß freuen sich über die Finanzspritze für die Potsdamer Kultur-Türöffner.

Berlin/Potsdam. 5.000 Euro für den Verein Kultür Potsdam: Am Sonntag hat die Bundestagsabgeordnete Manja Schüle gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (beide SPD) im Berliner Spreespeicher den Regine-Hildebrandt-Preis 2018 an den Potsdamer Verein übergeben. Schüle setzt sich seit Jahren für Kultür ein und hat die ehemalige Studentinneninitiative, die nach fünf Jahren längst aus ihren Kinderschuhen heraus gewachsen ist, für den Preis, der von der SPD in den neuen Bundesländern seit 17 Jahren ausgelobt wird, vorgeschlagen.

Brandenburgs erste Sozialministerin Regine Hildebrandt wäre stolz auf die Preisträger aus Potsdam gewesen, sagte Manja Schüle in ihrer Laudatio. Die SPD stehe zwar für soziale Sicherheit, doch viele Menschen mit geringem Einkommen könnten ihren Hunger nach Kultur nicht stillen. Genau da setzt Kultür Potsdam mit der Vermittlung gespendeter Eintrittskarten für Kultur- und Sportveranstaltungen an. Rund 6.000 Gäste sind bei dem Verein registriert, für Kinder gibt es mit KidsKultür ein eigenes Programm. Angefangen haben die Gründerinnen mit gespendeten Restkarten, die ihnen von Veranstaltern überlassen wurden. Mittlerweile gibt es echte Kooperationen mit Organisatoren unterschiedlichster Events. Zu den Partnern gehören beispielsweise die Stiftung Schlösser und Gärten (SPSG), Theater und Konzertveranstalter.

Im Sommer hat sogar der Veranstalter der Potsdamer Schlössernacht 30 Karten gestiftet. Eva-Maria Heß, die Einzige, die in dem Verein dank einer Unterstützung durch die Stadt seit Oktober fest angestellt ist, erzählte in ihrer Dankesrede, wie sie eine dieser Karten an eine ältere, kranke Dame übergeben konnte, die sich diesen Konzertbesuch nie hätte leisten können. "Sie hatte Tränen in den Augen, so sehr hat sie sich darüber gefreut, einmal zu dieser Veranstaltung gehen zu können", sagte Heß.

Das Preisgeld soll nun dazu beitragen, eine zusätzliche Teilzeitstelle zu finanzieren. Auch die Büroausstattung muss dringend verbessert werden. Die Eintrittskarten werden in der Regel von Ehrenamtlern telefonisch vermittelt. Pro Monat sind das etwa 550 Stück, doch nicht jeder Anruf ist erfolgreich, denn meist werden die Karten kurzfristig zur Verfügung gestellt. Nur mit Ehrenamtlern ist das kaum zu bewerkstelligen.


Nur etwa ein Drittel der Berechtigten sind bei Kultür registriert


Eva-Maria Heß wies darauf hin, dass die bei Kultür registrierten Gäste nur etwa ein Drittel der Zielgruppe in Potsdam sind. Angesprochen werden grundsätzlich alle Menschen mit geringem Einkommen, Rentner und Alleinerziehende ebenso wie Langzeitarbeitslose. Voraussetzung ist, dass das Einkommen bei Einzelpersonen 940 Euro netto nicht übersteigt, bei Familien liegen die Grenzen etwas höher.

Um die Integration Geflüchteter in der Landeshauptstadt zu fördern, wurde zusätzlich das Projekt "KultürTandem" ins Leben gerufen, das alteingesessene und Neu-Potsdamer zusammenführt und ihnen die Möglichkeit gibt, gemeinsam Kulturveranstaltungen zu besuchen.

Nicht von ungefähr kommt auch das Symbol, mit dem Kultür Potsdam für sich wirbt: ein großer Schlüssel, der den Weg zu kultureller Bildung öffnet. "Kultür Potsdam trägt dazu bei, die soziale Spaltung zu überwinden", erklärte Wolfgang Tiefensee in seiner Begrüßungsrede. Der ehemalige Bundesverkehrsminister und heutige Wirtschaftsminister Thüringens ist Vorsitzender des Forum Ost der SPD, das den Preis in Erinnerung an die 2001 verstorbene sozialdemokratische Politikerin Regine Hildebrandt seit 17 Jahren im Beisein ihrer Familie vergibt. sg


Weitere Informationen auf www.kultuer-potsdam.de.

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