Mehr Bildungschancen im Schlaatz

Mehr Bildungschancen im Schlaatz

Foto: loewyne / pixelio.de

Grundbildungszentrum der Volkshochschule startet neues Projekt

Potsdam.

Rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland können Schätzungen zufolge nicht richtig lesen, schreiben oder rechnen. In Potsdam soll es rund 14.000 sogenannte funktionale Analphabeten geben - Für die Betroffenen oft ein schambesetztes Thema. Mit dem Projekt "Grundbildung im Sozialraum" bietet die Volkshochschule (VHS) Potsdam demnächst niedrigschwellige Lernangebote im Stadtteil Schlaatz an.

Mindestens drei Jahre lang wird es kostenfreie, offene Kurse im Friedrich-Reinsch-Haus und bei der Tafel Potsdam geben. Beide Einrichtungen sind Partner der VHS für das Grundbildungsprojekt. Unterrichtet wird in den Lerncafés Schreiben, Lesen, Rechnen und der Umgang mit dem Computer. Dafür stehen mehrere Geräte zur Verfügung.

Derzeit läuft die Ausschreibung für die zu besetzenden Stellen. Insgesamt vier Mitarbeiter wird es geben: eine Projektleitung, zwei pädagogische Mitarbeiter sowie eine Assistenzkraft. Die Initiatoren hoffen, das Team im Januar kommenden Jahres komplettieren zu können. Der nächste Schritt ist dann die Sondierung der Bedarfe. So wollen der Verein Soziale Stadt Potsdam, der Träger des Friedrich-Reinsch-Hauses ist, und die Tafel Potsdam ihre Besucher auf das Angebot aufmerksam machen. "Wenn sich Menschen bei uns anmelden, merken wir, wo es Probleme gibt", so Imke Eisenblätter von der Tafel Potsdam. Am Anfang sollen Schnupperangebote entwickelt werden, die den Betroffenen das Lernen auf spielerische Weise vermitteln. Die eigentlichen Kurse könnten anschließend etwa im April beginnen. Auch ehrenamtliche Lernbegleiter werden gesucht. "Am besten für die Lernenden ist eine Eins-zu-Eins-Betreuung", sagte Katrin Wartenberg, die Leiterin des Grundbildungszentrums, bei der Vorstellung des Projekts am Mittwoch.

Potsdams Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport, Noosha Aubel, erklärte, warum die VHS direkt in den Schlaatz geht: "Mit dem neuen Projekt wollen wir die Menschen im Stadtteil abholen und ihnen einen leichten Einstieg ins Lernen ermöglichen." Mit dem Angebot vor Ort ist die Hemmschwelle für die Betroffenen niedriger. Aubel zeigte sich erfreut, dass die Partner "bildungsbenachteiligten Menschen die Möglichkeit zur Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben ermöglichen".

Das Projekt "Grundbildung im Sozialraum" wird vom Bundesministerium gefördert und voll finanziert. Die VHS Potsdam ist eine von bundesweit 20 Einrichtungen, die den Zuschlag erhalten haben. Im Förderzeitraum stehen dem Projekt in Potsdam rund 766.500 Euro zur Verfügung. Eine Verlängerung nach den ersten drei Jahren ist laut Katrin Wartenberg denkbar. rue

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