Strompreise steigen ab Januar

Strompreise steigen ab Januar

Die Strompreise steigen - Potsdamer müssen tiefer in die greifen. Foto: Thorben Wengert | pixelio.de

Auch für Gas und Fernwärme werden bei der EWP teurer

Potsdam. Die Energie und Wasser Potsdam (EWP) erhöht ihre Strom-, Erdgas- und Fernwärmepreise zum 1. Januar. Begründet wird die Entscheidung mit den stark gestiegenen Großhandelspreisen an den Energiebörsen.

Die deutlich gestiegenen Einkaufskosten seien mit den bestehenden Konditionen nicht vollständig abzudecken, heißt es vom städtischen Energielieferanten. Gedämpft werde der Anstieg allerdings durch die leicht gesunkene EEG-Umlage beim Strom und  durch die vorausschauende Beschaffungsstrategie des Energieeinkaufs.

Die EWP produziert bereits seit über 20 Jahren CO2-schonenden Strom im Heizkraftwerk Potsdam Süd. Dort werden aus Erdgas Strom und Fernwärme mit einem um rund 75 Prozent geringeren CO2-Ausstoß als bei vergleichbaren Kohlekraftwerken hergestellt. Der Einkaufspreis an den Großhandelsmärkten für Erdgas ist 2018 um über 50 Prozent gestiegen. Auch die Preise für CO2- und Ökostromzertifikate wurden angehoben. Steuern und Umlagen machen 54 Prozent des Arbeitspreises beim Strom aus. Weitere 19 Prozent sind für die Netzentgelte fällig und nur 27 Prozent der Kosten kann die EWP selbst beeinflussen.

Die gute Nachricht: Die Netzentgelte im Strom bleiben stabil. Im Gasnetz hingegen steigen sie leicht um 0,038 Cent/kWh. Eine leichte Entlastung kommt aus dem Kostenblock der Steuern, Umlagen und Abgaben. Hier stieg zwar die Offshore-Netzumlage an, jedoch reduzierte sich dafür die EEG-Umlage, so dass es hier in Summe zu einer Reduzierung der staatlichen Umlagen von 0,144 Cent/kWh kommt.

Die verbrauchsunabhängigen Grundpreise für Strom, Erdgas und Fernwärme bleiben stabil. Wer Energie einspart, wird dafür voll belohnt. Beim Stromeinkauf verfolgt die EWP eine vorausschauende Einkaufsstrategie. Ab der kommenden Woche wird die EWP beginnen, ihre Kunden über die bevorstehende Preisanpassung schriftlich zu informieren. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 2.400 kWh pro Jahr erhöhen sich die monatlichen Stromkosten um 1,72 Euro. Dies ist eine Mehrbelastung von 2,7 Prozent. Ein Haushalt mit Gasetagenheizung mit einem jährlichen Verbrauch von 10.000 kWh pro Jahr muss mit Mehrkosten in Höhe von 6,42 Euro pro Monat rechnen. Das entspricht einer Mehrbelastung von 11,4 Prozent. Ein Einfamilienhaus mit einem jährlichen Verbrauch von 25.000 kWh pro Jahr muss mit Mehrkosten in Höhe von 16,04 Euro pro Monat rechnen. Dies ist eine Mehrbelastung von 12,8 Prozent. Für die rund 650 Kunden mit einem Verbrauch von durchschnittlich 18.000 kWh/Jahr bedeutet dies Mehrkosten in Höhe von 9,62 Euro pro Monat. Dies ist eine Mehrbelastung von rund sieben Prozent. Mieter der Potsdamer Wohnungsgesellschaften im Arbeitskreis "StadtSpuren" und weitere Kunden, die einen Vertrag mit einem Festpreis bis zum 31. Dezember 2019 oder darüber hinaus geschlossen haben, seien davon nicht betroffen, heißt es von der EWP.  red/sg


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