Neptungrotte in altem Glanz

Neptungrotte in altem Glanz

Endlich wieder flott: Die Neptungrotte im Park Sanssouci. Fünf Jahre hat die Instandsetzung gedauert. Foto: Anja Rütenik

Sanierungsarbeiten abgeschlossen

Fernsehmoderator Günther Jauch (rechts) gehört zu den Förderern, die die Sanierung der neptungrotte ermöglichten. Er durfte mit einem Dreizack, den ihm Projektleiter Dirk Dorsemagen von der SPSG übergeben hatte, das Wasserspiel an dem Gebäude freigeben. Foto: Anja Rütenik

Potsdam.

Schöneres Wetter hätten sich die Vertreter der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) nicht wünschen können: Bei strahlendem Sonnenschein zeigte sich die frisch sanierte Neptungrotte im Park Sanssouci am Mittwochvormittag von ihrer schönsten Seite.

Seit 2013 war die von 1751 bis 1757 entstandene Neptungrotte instand gesetzt worden. Insgesamt 3,5 Millionen Euro kosteten die Arbeiten. Finanziert wurden sie ausschließlich durch Spendengelder und Vermächtnisse. Unter den Förderern ist auch der in Potsdam lebende Fernsehmoderator Günther Jauch. Er gab sozusagen die finanzielle Initialzündung für das Projekt. Dabei sei ihm die Neptungrotte gar kein Begriff gewesen, bis ihn der damalige SPSG-Chef Hartmut Dorgeloh auf das völlig marode Bauwerk im östlichen Teil des Schlossparks aufmerksam machte.Der Rest der Kosten wurde durch die Vermächtnisse von Gisela Soost und Gerhard Elsner, weitere Einzelspender sowie durch Besucher der Potsdamer Schlössernächte 2014 bis 2016 gedeckt.

Die 2013 begonnene Sanierung umfasste die statische Ertüchtigung tragender Architekturteile, die Restaurierung der mit rotem und weißem Marmor verkleideten Fassade, der Skulpturen und Muschelbecken, der Innenraumdekoration ("Grottierung") mit dem Marmorboden sowie die gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung des Vorplatzes samt der beiden kleinen Wasserbecken. Allein 15.000 echte Muscheln wurden im Innenraum neu versetzt. Bereits im Juni kehrten nach 20 Jahren die Skulpturen, bestehend aus dem Neptun und zweier Wassernymphen, auf das Dach der Grotte zurück. Durch Verwitterung und Vandalismus hatte die Neptungrotte großen Schaden genommen. Der lehmige Untergrund hatte über die Jahre sein Übriges zum Verfall beigetragen.

Der kommissarische Generaldirektor der SPSG, Heinz Berg, nannte die Neptungrotte nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten "ein irres Bauwerk, eine intensive Pracht". Erstmals seit Jahrzehnten lief am Mittwoch Wasser aus den Krügen der Nymphen und in die kaskadenartig angeordneten Muschelbecken. Seit mindestens 70 Jahren hatte es das nicht gegeben. Wie das Wasserspiel funktionieren würde, war auch für die beteiligten Mitarbeiter der verschiedenen Gewerke eine Überraschung - denn verlässliche Bildquellen dazu gab es nicht.  rue

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