Unesco nimmt den Orgelbau in die Liste des Immateriellen Kulturerbes auf

Unesco nimmt den Orgelbau in die Liste des Immateriellen Kulturerbes auf

Brandenburgische Traditionsunternehmen wie Schuke Orgelbau, das früher in Potsdam ansässig war und heute einen neuen Firmensitz in Werder (Havel) hat, exportieren mittlerweile bis nach China. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Kulturministerin Martina Münch begrüßt die Entscheidung | Rund 200 Instrumente allein in der Uckermark

Lange Tradition, auch wie hier beim Zinngießen für die Pfeifen: Matthias Schuke (Mitte) hat Unterstützung durch seine Söhne Michael (links) und Johannes bekommen.

Potsdam/Berlin. Kulturministerin Martina Münch begrüßt anlässlich des heutigen Festakts in Berlin die Aufnahme des Orgelbaus und der Orgelmusik in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes. "Die reiche und lebendige Kultur des Orgelbaus und der Orgelmusik zeigt sich auch in Brandenburg: Wir haben einzigartige Orgeln und eine facettenreiche Konzerttradition. So ist die Uckermark mit rund 200 Instrumenten vom 17. bis 20. Jahrhundert die Orgel-reichste Region im Land. Das jährliche Musikfestival 'Uckermärkischer Orgelfrühling' greift diesen Schatz in besonderer Weise auf und macht ihn für viele hör- und erlebbar - gleichzeitig beleben die Konzerte unsere Dorfkirchen", so Münch.

"Brandenburg ist reich an kulturellen Ausdrucksformen wie Tanz, Theater und Musik, mündlichen Überlieferungen, Bräuchen, Festen und Handwerkskünsten. Diese Vielfalt zeichnet unsere kulturelle Identität aus. Das Europäische Kulturerbe-Jahr 2018 will neben dem baukulturellen Erbe auch solche immateriellen Ausdrucksformen in den Blick nehmen und sie bekannter machen", so Münch weiter.

Das Unesco-Komitee für Immaterielles Kulturerbe hat im Dezember 2017 insgesamt 24 traditionelle Fertigkeiten und Wissensformen neu in die Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen, darunter auch den Orgelbau und die Orgelmusik. Die weltweite Liste umfasst damit 398 Kulturformen, darunter aus Deutschland neben dem Orgelbau und der Orgelmusik auch die Genossenschaften und die Falknerei.

Am Freitag wurde die Aufnahme in das Weltkulturerbe mit einem Festakt in Berlin gefeiert. Die Unesco fördert seit 2003 den Erhalt von Traditionen und Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Weltweit sind bis heute 171 Staaten dem Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beigetreten, darunter auch Deutschland. Neben der weltweiten Liste gibt es auch ein bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Dort sind derzeit 68 Kulturformen wie Feste, darstellende Künste oder Handwerkskunst verzeichnet, darunter aus dem Land Brandenburg die Feste und Bräuche der Lausitzer Sorben, die Kunst des Glasmachens und die Herstellung von traditionellem Kalkmörtel.  red/sg

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