Perfekte Illusion am Denkmaltag

Perfekte Illusion am Denkmaltag

Restauratorin Elka Beutel-Hoffmann erläutert anhand eines Beispiels die Originalbemalung des Treppenhauses unter den barocken Stuckverzierungen. Unten ist die Sockelbemalung zu sehen. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Trompe l‘oeil-Malerei in den Treppenhäusern der Großen Stadtschule

An der Fassade ist noch der französische Schriftzug "Grande Ecole" - "Große Schule" zu erkennen.

Potsdam. Zum Tag des Denkmals am 9. September öffnet in diesem Jahr auch die Große Stadtschule in der Friedrich-Ebert-Straße 17 von 11 bis 17 Uhr ihre Türen für Besucher. Am Mittwoch stellte Schulleiterin Angela Hoffmann gemeinsam mit der Restauratorin Elka Beutel-Hoffmann das Gebäude vor.

Die "Grande Ecole", wie es offiziell bis heute an der Fassade steht, ist 1738 durch den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. als Schule für die Garnisonstadt errichtet worden und wird bis heute kontinuierlich als Bildungsanstalt genutzt. 1812 wurde die Schule Potsdams erstes Gymnasium, das schnell aus allen Nähten platzte und eine Dépendance in der Kurfürstenstraße bekam, das heutige Helmholtz-Gymnasium.

Zwischen 1878 und den 1950er Jahren wurden in der Friedrich-Ebert-Straße nur noch Mädchen unterrichtet, während die Jungen in die Kurfürstenstraße gezogen waren. Heute beherbergt das Gebäude ein Kolleg und eine Abendschule und dient ausschließlich dem sogenannten "Zweiten Bildungsweg".

Bekannteste Schüler in der 280-jährigen Geschichte waren Heinrich von Kleist und Max Dortu. 2014 wurden die Treppenhäuser denkmalgerecht saniert und in den Originalfarben der klassizistischen Fassung mit barocken Elementen wieder hergestellt. Neben der Wandgestaltung der oberen Hälfte bekam der Sockel bis zum ersten Obergeschoss eine Trompe l'œil-Bemalung, die das Treppengeländer imitiert. Dass die Treppenhäuser nach vier Jahren noch in perfektem Zustand erhalten sind, sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass in der Schule ausschließlich Erwachsene unterrichtet werden, erklärt Elka Beutel-Hoffmann.

Auch der Hof der Großen Stadtschule ist in den vergangenen Jahren aus Mitteln des Kommunalen Immobilien Service (Kis) neu gestaltet worden. Der zwischenzeitlich aufgebrachte Asphalt wurde durch kleinteiliges Pflaster nach historischem Vorbild ersetzt. Zudem begrenzt nun eine neu errichtete Mauer das Schulgrundstück, Pflanzen und Bänke erhöhen die Aufenthaltsqualität. sg

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