Farbstarker Expressionismus im Museum Barberini

Farbstarker Expressionismus im Museum Barberini

Zwei Touristinnen genießen die Ruhe im Museum und erfreuen sich an Max Pechsteins „Kornfeld“ von 1922. Foto: Sabine Gottschalk

Moderne der Brücke und des Informel

Potsdam. Im Museum Barberini wird zurzeit gemalert, als müsse dringend renoviert werden. Es ist aber nur die Vorbereitung zur nächsten großen Ausstellung mit abstrakten Werken des Dresdner Meisters Gerhard Richter, die Ende des Monats eröffnet wird. Erdgeschoss und erste Etage sind deshalb noch eine Woche geschlossen und lassen auch keine Schlüssellochblicke zu.

In der zweiten Etage jedoch können Besucher jetzt in aller Ruhe eine kleine, wunderschöne Zusatzaustellung genießen. Das Museum zeigt hier Gemälde bekannter Brücke-Maler, die sich im Lauf der Jahre vom Expressionismus weg zum Informel entwickelt haben. Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff oder Max Pechstein, das sind bekannte Namen der Brücke-Zeit. Im Barberini finden ihre Werke den passenden Ort und das rechte Licht, so dass Besucher die nicht immer großformatigen Bilder wirklich genießen können. Alle kommen aus Privatsammlungen und sind für die Öffentlichkeit nur selten zu sehen.

Die Künstler haben sich zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts einer neuen, avantgardistischen Kunstrichtung gewidmet, dem Expressionismus, der nur weniger Jahre später von den Nationalsozialisten verfemt und verboten wurde. Ihre farbstarken Bilder passten ebenso wenig zur Ideologie, wie das Bauhaus, hier vertreten durch Künstler wie Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger, das sich 1933 auflösen musste. 26 Werke zeigt das Museum bis zum 10. Februar 2019. Sie alle entstammen einer Ausrichtung, die das Kunstschaffen im vergangenen Jahrhundert geprägt hat und bis heute nachhaltigen Einfluss hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Kunst der Moderne abstrakter, das sogenannte "Informel" kann nach Anfängen im Paris der 1940er Jahre auch in Deutschland Fuß fassen. Bekannte Vertreter dieser Richtung wie Willi Baumeister, Ernst Wilhelm Nay und Fritz Winter sind mit einigen Werken auch im Barberini vertreten. Wie schon bei vorangegangenen Ausstellungen trennt das Museum die Schau räumlich in zwei Zeitphasen. Im linken Flügel sind die frühen, expressionistischen Werke zu sehen, im rechten die späteren, abstrakteren Bilder. Bis zum 29. Juni ist die Schau noch für ganze vier Euro ohne Schlange und Voranmeldung zu genießen. sg

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