Neue Baumblütenkönigin in Amt und Würden

Neue Baumblütenkönigin in Amt und Würden

Tamara Thierschmann (links) ist 2021 schon zum zweiten Mal im Amt, nachdem sie bereits 2015/16 die Königin der Werderaner Baumblüte war. Meike Löbe hatte in ihrer gerade abgelaufenen Amtszeit zwar kaum öffentliche Auftritte, konnte ein weiteres Jahr als Baumblütenkönigin aber nicht mit ihrer Arbeit in Einklang bringen. Foto: Henrx Klix | Stadt Werder (Havel)

Zweite Amtszeit für Tamara Thierschmann

Werder (Havel).  Obwohl es auch in diesem Jahr coronabedingt kein Baumblütenfest geben kann, halten die Werderaner ihre liebste Tradition lebendig. Am Freitag wurde Tamara Thierschmann im Stadtgarten von Obstbauer Lindicke als neue Baumblütenkönigin 2021/2022 gekrönt worden. Bürgermeisterin Manuela Saß und der Vorsitzende des Werderschen Obstbauvereins, Reinhard Schmidt, dankten der Blütenkönigin des vergangenen Jahres, Meike Löbe, und gratulierten der neuen.

"Andere Kommunen haben die Amtszeiten ihrer Hoheiten wegen der Corona-Lage verlängert. Das war bei Meike Löbe berufsbedingt leider nicht möglich", so Reinhard Schmidt. Allerdings sei auch Tamara Thierschmann nicht ganz neu im Amt: Sie war schon einmal 2015/2016 Baumblütenkönigin. Der kleine Leo, der damals unterwegs war, ist inzwischen vier Jahre alt und hat mit Lotte eine kleine, zweijährige Schwester. "Als mich der Obstbauverein fragte, ob ich eine zweite Amtszeit machen würde, habe ich spontan ja gesagt", erzählt die 32-Jährige. "Ich empfand das als große Ehre, nochmal gefragt zu werden."

Nicht zuletzt konnte sie sich sicher sein, dass ihre Eltern bei Terminen "die beiden Mäuse" betreuen. Die Familie ist vor 21 Jahren von Berlin nach Werder gezogen, aber tief in der Blütenstadt verwurzelt. Thierschmanns sind Betreiber einer Lohnmosterei in Plötzin. Ein Gutteil des hausgemachten Obstweins, der in der Stadt und ihren Ortsteilen produziert wird, ist durch Thierschmanns Saftpresse gegangen. Tamara Thierschmann half mit den drei kleineren Geschwistern den Eltern von klein auf, wenn die Mosterei zur Blüte geöffnet wurde. Inzwischen arbeitet sie als Erzieherin in der Kita Zauberwald in Glindow, ist zugleich aktives Mitglied des Obstbauvereins und engagiert sich unter anderem für den Frischemarkt.


Vorfreude auf das Fest im kommenden Jahr

Auch wenn sie schon mal Baumblütenkönigin war und ein vielleicht etwas ruhigeres Jahr als vor fünf Jahren erwartet, ist sie dennoch aufgeregt. "Vor allem freue ich mich riesig darauf, mit der Stadt, den Obstbauern und regionalen Unternehmern für das erste Fest nach der Pause im Jahr 2022 werben zu dürfen", sagt Tamara Thierschmann. Die Vorbereitungen dafür laufen laut Bürgermeisterin Saß auf vollen Touren. "Nach dem fünfstufigen Einwohnerbeteiligungsverfahren und dem Beschluss der Stadtverordneten haben wir uns sofort an die Arbeit gemacht", so Saß.

Eine neue Veranstaltungs-GmbH wurde geründet, zurzeit soll der Geschäftsführerposten besetzt werden. Das Sicherheitskonzept für 2022 ist fast fertig und die ersten inhaltlichen Abstimmungen zur Festgestaltung laufen ebenfalls. "Die erste Aufsichtsratssitzung der Veranstaltungs-GmbH steht bevor und der Arbeitskreis Baumblüte wird im Mai erstmals wieder einberufen", so die Bürgermeisterin. Nicht zuletzt werde in der zweiten Jahreshälfte ein neues Vermarktungskonzept erarbeitet. "Die Aufgabe lautet, unter dem alten Namen Baumblütenfest ein ganz neues Konzept zu verkaufen." Dabei soll sich das Baumblütenfest wieder stärker an den Traditionen und regionalen Kreisläufen orientieren. Eine Fahrt durch die Obstflur lohne sich für Besucher jedoch auch in diesem Jahr, betont Reinhard Schmidt. Durch den kühlen April sei die Obstblüte verzögert, die Obstbäume auf der Glindower Platte stehen deshalb noch in voller Blüte. In vielen Hofläden und bei einigen Erzeugern ist zudem auch in diesem Jahr der Flaschenverkauf des Obstweins hygienisch möglich. Einige Obstbauern haben inzwischen sogar erfolgreiche Online-Shops eingerichtet.  red/sg

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