Oberschule Beelitz ist "Verbraucherschule in Gold"

Oberschule Beelitz ist "Verbraucherschule in Gold"

Die Oberschule Beelitz bereitet die Jugendlichen in vielerlei Hinsicht auf ein bewusstes Konsumverhalten vor. Projekttage dienen unter anderem dazu, eine gesunde Ernährung zu erlernen. Fotos (2): Stadt Beelitz / Thomas Lähns

Hervorragende Vorbereitung auf ein bewusstes Konsumverhalten

Oberschüler aus Beelitz beim Sammeln von Müll im Wald.

Beelitz. Große Ehre für die Oberschule: Der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Deutschland hat das Engagement der Beelitzer Lehrer und Schüler für eine aktive Verbraucherbildung mit der Auszeichnung "Verbraucherschule" in Gold gewürdigt. Als Anerkennung lädt die Staatssekretärin für Verbraucherschutz, Anna Heyer-Stuffer, die ausgezeichneten Schulen am 9. März zu einem virtuellen Austausch ein.

"Wer in der Schule einen bewussten Konsum lernt, hat es später leichter im Leben, egal ob es um den Handyvertrag geht, Schutz im Internet oder gesunde und nachhaltige Ernährung. Ich freue mich deshalb sehr, dass Brandenburg bei den Verbraucherschulen wieder vorn dabei ist", so Heyer-Stuffer. Christian A. Rumpke, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Brandenburg, begrüßt vor allem, dass die ausgezeichneten Schulen auch während der Pandemie-Zeit aktiv Verbraucherbildung vorangebracht haben. "Gerade in Krisenzeiten wird deutlich, wie notwendig Verbraucherkompetenzen sind. Wir freuen uns über das herausragende Engagement der ausgezeichneten Brandenburger Schulen", so Rumpke.

Neben den Beelitzern wurden aus dem Land Brandenburg außerdem die Potsdamer Gesamtschule "Peter Joseph Lenné" und das Konrad-Wachsmann-Oberstufenzentrum aus Frankfurt/Oder in der Kategorie Silber geehrt. Mit den beiden Verbraucherschulen in Gold, die 2020 für zwei Jahre ausgezeichnet wurden, lautet die Bilanz: Dreimal Gold, zweimal Silber. Damit liegt Brandenburg mit fünf Verbraucherschulen über dem Bundesdurchschnitt. Mit der Auszeichnung wird das jahrelange Engagement der Oberschule Beelitz für einen praxis- und werteorientierten Unterricht gewürdigt, zu dem auch das gesunde und bewusste Konsumverhalten zählt.


Projekt "Gute gesunde Schule"

Die ausgezeichneten Besonderheiten der Schule spiegeln sich an der Teilnahme am Projekt "Gute gesunde Schule", dem Projekt "medienfit" und der umfänglichen Kooperation mit der Stadt Beelitz wider. Zudem ist die Oberschule seit Februar 2017 Modellschule für die Schulgesundheitsfachkraft. Bereits seit 2014 besteht die Schülerfirma "SolarEss", die nicht nur den Schülerclub betreibt, sondern auch für eine gesunde Pausenversorgung der Schüler und Lehrkräfte sorgt. Das Motto "Wir leben gesund!" wird beim Projekttag zu gesunder Ernährung mit Yoga und Meditation praktiziert.

Außerdem wird viel Wert auf soziales, ökonomisches und ökologisches Engagement der Schüler gelegt. So nehmen die Jugendlichen traditionell am "Tag für Afrika" teil, die 10. Klassen entmüllen den städtischen Wald und die Achtklässler sorgen für die Aufforstung mithilfe einer Waldpatenschaft. Die Siebtklässler gestalten ihre eigenen Taschen im Rahmen des Beelitzer "FairTradeTown-Projekts" als Upcycling-Projekt in Zusammenarbeit mit Firmen in südafrikanischen Townships. Außerdem finden mit der Stadt Beelitz als bekennende "FairTradeTown" regelmäßig Projekttage zu Globalisierung, Upcycling und Nachhaltigkeit statt.

Schulleiterin Michaela Brückner wertet die Anerkennung als Verbraucherschule als "eine tolle Sache, über die wir uns sehr freuen. Es zeige, dass die Schule mit ihrem Programm den richtigen Weg gehe, nämlich die Kinder und Jugendlichen nicht nur bestmöglich auf ihr späteres Berufsleben, sondern auch auf das Leben insgesamt vorzubereiten. "Die Handlungsfelder, die für die Auszeichnung eine Rolle gespielt haben, bedienen wir zum Teil schon seit Jahren mit unseren Projekten. Alles in allem können wir ein Rundumpaket anbieten, das viele Bereiche des Alltags einschließt. Nun haben wir eine gute Bestätigung dafür, dass wir damit richtig liegen", so Brückner. Mit dem Engagement der Schüler eng verknüpft ist das der Lehrkräfte, von denen etliche das nötige fachspezifische Rüstzeug für die Projekte bei Fortbildungen erwerben.

Die Auszeichnung Verbraucherschule in Gold erhalten Schulen, wenn sie zusätzlich Verbraucherbildung im Schulcurriculum oder im Qualitätsprogramm verankert haben, um die Schülerinnen und Schüler zu starken Verbrauchern zu befähigen. Das breite Spektrum reicht bei den Beelitzern bis zum Thema "Meine erste Wohnung" - mit Budgetplanung, Energiesparen, Verträgen und Versicherungen, inklusive Küchenplanung über ein Online-Portal mit Herstellung eines Holz-Modells. Die gelebte Verbraucherbildung im Schulalltag zeigt sich aber auch besonders stark beim Engagement für den heimischen Wald quasi vor der Haustür. Dabei werden Themen aus den Fächern Geografie, Biologie und WAT umfassend verknüpft.


Wiederaufforstung im Wald

Hautnah erleben die Oberschüler der Region in heißen Sommern die hohe Waldbrandgefahr. Schüler haben die Situation der drohenden Evakuierung beim verheerenden Waldbrand 2018 in Fichtenwalde erfahren müssen und die Problematik direkt in die Schule getragen mit dem Ziel, selbst aktiv zu werden. Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Beelitzer Revierförster Martin Schmidt ermöglicht es, Waldbrände durch Beseitigung von Unrat zu verhindern. Aber die Schüler setzten noch eins drauf: Die symbolische Übergabe eines Waldstücks in Reesdorf in Kooperation mit dem Waldbesitzer Patrick Mühlhans lässt die Schüler sogar einen eigenen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Denn dort soll die Entwicklung eines Nadelwaldes hin zum Mischwald vorangetrieben werden. Dazu waren im Dezember 2019 bei einem ersten großen Arbeitseinsatz von Schülern Samen verschiedener Laubbaumarten in den Waldboden gebracht worden. Für das Frühjahr 2021 sind weitere Pflanzaktionen und der Zaunbau zum Schutz der Jungbäume vor Fraßschäden geplant. Dafür würden die Schüler sogar an einem Samstag dort arbeiten. red/sg

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