Tourismus verbindet die Branchen

Fläming: Aktuelle Studie belegt „Wirtschaftsfaktor Tourismus“

Wanderer im Hohen Fläming.Foto: Jedrzej Marzecki

Beelitz. Die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ wurde vom Tourismusverband Fläming e.V. bei der dwif-Consulting GmbH letztes Jahr in Auftrag gegeben. Dabei wurden für das Reisejahr 2019 13,1 Millionen Tagesgäste und 4,6 Millionen Übernachtungsgäste für die gesamte Reiseregion Fläming ermittelt. Davon kamen etwas weniger als die Hälfte (über 2 Mio. Menschen) in Beherbergungsbetrieben unter, etwas mehr als die Hälfte (2,6 Mio.) übernachteten bei Freunden und Verwandten (VFR). Das Besondere daran: „Übernachtungen in Betrieben unter zehn Betten sowie bei Freunden und Verwandten werden nicht regulär in den statistischen Berichten des Landes Brandenburg erfasst. Wir freuen uns sehr über diese Zahlen, die für alle Teile der Reiseregion gelten, inklusive Sachsen-Anhalt“, berichtet Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Fläming e.V.

Einzelhandel profitiert stark vom Tourismus
Insgesamt haben die Gäste der Reiseregion Fläming im Jahr 2019 für 572,1 Millionen Euro Bruttoumsatz gesorgt. Knapp die Hälfte (257,8 Mio. Euro) davon kam dem Gastgewerbe zugute, ein gutes Drittel (172,9 Mio. Euro) dem Einzelhandel und ein Viertel (141,4 Mio. Euro) den Dienstleistungsbetrieben. Ein genauerer Blick auf die Statistik zeigt: Fast gleichauf profitieren alle drei Bereiche von den Tagesgästen und Freunde- und Verwandtenbesuchen, hier hat der Einzelhandel knapp die Nase vorn. „Es sind eben nicht nur Museumsbesuche, Rad- und Skateausflüge und Wanderungen mit Einkehr, die Teil des Tagesausflugsprogramms sind, sondern die Menschen kaufen auch Lebensmittel und Mitbringsel in den Geschäften und Läden des Flämings. Mit dieser Studie wird deutlich: Tourismus verbindet die Branchen in unserer Region“, so Daniel Sebastian Menzel.
Deswegen seien Investitionen der Kommunen in touristische Infrastruktur, in Angebote sowie in deren Vermarktung lohnenswert, da viele Wirtschaftsbereiche von den Touristen profitierten könnten.

Corona-Kompass zeigt Umsatzeinbußen auf
Durch die Coronapandemie seit März 2020 lassen sich diese statistischen Werte aber nicht auf das letzte Jahr übertragen. Eine Untersuchung im Rahmen der Studie, dort Corona-Kompass genannt, ermittelte allein für die drei Monate von März bis Mai 2020 in der Reiseregion Fläming einen Umsatzverlust von 87,6 Millionen Euro. Geschäftsführer Daniel Sebastian Menzel schätzt, dass der Tagestourismus in der Reiseregion dennoch auch in 2021 eine große Rolle spielen wird: „Das letzte Jahr hat dazu beigetragen, dass die Menschen sich viel mit heimischen Destinationen und Regionen beschäftigt haben. Berliner sowie Menschen aus allen anderen Bundesländern haben dadurch den Fläming kennengelernt. Das wird uns dieses Jahr wahrscheinlich auch wieder begegnen.“ red

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