Die Kunst zu Gast in Caputh

Die Kunst zu Gast in Caputh

Aus Altglas wird Kunst: Die Potsdamerin Julia Theek hat Vasen in Airbrush-Technik bemalt und ihnen damit neues Leben einhaucht. Zu sehen im Atelier Pro Arte von Siegrid Müller-Holtz. Foto: Atelier Pro Arte

Zum zwölften Mal: Zwei Wochenenden geballtes Ausstellungsprogramm

Caputh. Tradition im zwölften Jahr: Die in Caputh äußerst zahlreichen Künstler öffnen an den letzten beiden Augustwochenenden ihre Ateliers und laden ein interessiertes Publikum ein, Kunst einmal ganz direkt und im Dialog mit den Schaffenden zu erleben.

Tradition ist dabei auch, dass jedes Atelier zusätzlich auswärtige Künstler unterschiedlichster Provenienz und Gattung zu Gast hat und deren Werke ebenfalls präsentiert. 15 Orte sind diesmal dabei, vom Schloss Caputh, in dem in diesem Jahr zwei Künstler zu Gast sind, über zahlreiche Privathäuser bis zum Märkischen Gildehaus, das die große Gemeinschaftsausstellung beherbergt, die in der Regel als Auftakt und Einblick in das Dargebotene gilt.

Mit dabei ist als ungewöhnlicher Ort auch der Bahnhof Schwielowsee, in dem Keramikplastiken und Stahlskulpturen gezeigt werden. Objekte in der japanischen Raku-Technik und keramische Unikate aus dem Holzfeuer zeigt die Keramikwerkstatt Matthias Panser in der Weinbergstraße 31.

Ebenfalls in der Weinbergstraße, im Haus Nummer 20, präsentiert Siegrid Müller-Holtz neben eigenen Buchobjekten und Garteninstallationen Upcycling-Objekte, Skulpturen und Airbrush-Bilder von Julia Theek aus Potsdam, die das erste Mal an der Kunsttour teilnimmt. Außergewöhnliche Bilder und Objekte seien es, die die Künstlerin speziell für diese Ausstellung geschaffen hat, erzählt Siegrid Müller-Holtz.

Alte, teils antike Stühle, die die Künstlerin über Monate gesammelt hat, werden zu Skulpturen. Die Sitzmöbel verlieren nicht nur ihre ehemalige Bestimmung, sie bekommen auch poetische Namen wie " Goethe, Schiller" und ähnliche. Zu sehen sind auch zwei Glasvasen, die in Airbrush-Technik mit Ansichten des Pomonatempels von Schinkel und seines Vorbildes, den Erechteon in Athen besprüht wurden. Vor den Tempeln stehen eine der berühmten griechischen Koren und eine Pomona, Göttin des Obstanbaus.

Auch hier steht das Upcycling im Vordergrund, denn die beiden Pressgläser wären sonst im Glascontainer gelandet. Upcycling ist eine Assemblage, die dem Zeitgeist entspricht. Dabei geht es um die Verwendung schon vorhandenen Materials, das Ausdruck und Botschaft des Werkes unterstützt. Julia Theek ist eine Vertreterin der Generation Mauerfall, deren Werk von der Street Art beeinflusst wird. Gekonnt kombiniert sie Historisches aus Preußen mit zeitgenössischen Erfahrungen aus der Computeranwendung.

Siegrid Müller-Holtz selbst zeigt neben Garteninstallationen auch Materialbilder, Textcollagen und Buchfragmente, letztere sind ebenfalls eine Art Upcycling ausgelesener Romane und Sachbücher. Die beteiligten Häuser sind am 24./25. August und am 31. August/1. September jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet, das Atelier Pro Arte von Siegrid Müller-Holtz zusätzlich in der Woche vom 26. bis 30. August jeweils von 13 bis 18 Uhr. sg


Das gesamte Programm gibt es auf www.kunsttour-caputh.de.

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