Hafeneröffnung in Teltow: Hoffnung auf neue Touristen

Hafeneröffnung in Teltow: Hoffnung auf neue Touristen

Fünf Jahre nach dem ersten Spatenstich konnte Teltows neuer Stadthafen am Sonntag endlich eröffnet werden: Auf der Bühne überreichte Bürgermeister Thomas Schmidt (2. von links) seiner Ersten Beigeordneten Beate Rietz (links), die das Projekt über die Jahre begleitet hat, und dem neuen Hafenbetreiber Thomas Klemm (Mitte) im Beisein von Infrastrukturministerin Kathrin Schneider und Landrat Wolfgang Blasig jeweils ein Steuerrad. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Großes Interesse: Erste Boote im neuen Stadthafen

Großer Andrang beim ersten Hafenfest zur Eröffnung am Sonntag. Bürgermeiser Thomas Schmidt deutete an, dass es demnächst vielleicht jährlich ein solches Fest geben könne.

Teltow. Großer Bahnhof für den neuen Stadthafen am Teltowkanal: Am Sonntag war das Gelände rund um die Marina gut gefüllt - Teltower und Gäste aus den umliegenden Gemeinden zeigten großes Interesse für das in den vergangenen Jahren vor allem wegen seiner Mehrkosten durch die Sanierung des verseuchten Bodens stark umstrittene Projekt.

Bereits 2008 wurde der Hafen in das integrierte Stadtentwicklungskonzept aufgenommen, vor fünf Jahren fand der erste Spatenstich statt. Damals kamen fast ebenso viele Interressierte auf die Baustelle, betonte Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD). Für ihn ist der Hafen auch eine Art Identifikation mit der Heimat, denn Teltow hatte in längst vergangenen Zeiten bereits einen Hafen am Kanal - wenn auch einen Industriehafen. Die neuen Liegeplätze sollen dem Tourismus dienen, deshalb gibt es hier nicht nur Anleger für größere Motorboote, sondern auch Platz für Wasserwanderer mit Kanus, die eine Pause einlegen wollen.

Es sei ein "steiniger Weg" bis zur Fertigstellung des Hafenbeckens gewesen, begleitet von einem Streit, der nicht immer schön war und manchmal unter die Gürtellinie ging, sagte der Bürgermeister in seiner Begrüßungsrede. Doch Demokratie müsse diese Art der Auseinandersetzung aushalten, denn "die Populisten dieser Welt drehen ganz schön am Rad". Der Hafen sei ein Generationen übergreifendes Projekt, das der Stadt noch lange zugute komme.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (ebenfalls SPD), kurzfristig für Ministerpräsident Dietmar Woidke eingesprungen, sieht den Hafen als neues Kapitel in der Stadtgeschichte Teltows. Alle Brandenburger Kommunen, die in den vergangenen Jahren auf den Wassersport gesetzt haben, seien erfolgreich gewesen. Teltow sei nun dabei und habe neue Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen. Das Projekt sei eine Investition in die Zukunft, zu dem die landeseigene Investitionsbank (ILB) "einen ordentlichen Schluck aus der Pulle" beigetragen habe. Teltow hat aber nicht nur ein städtisches Vorhaben umgesetzt, sondern auch eine Lücke geschlossen, indem hier die erste Anlegestelle für Wassertouristen am Teltowkanal entstanden sei, so Schneider weiter. Die Altlasten auf dem Gelände hätten zwar fast zum Kentern geführt, so die Ministerin, aber am Wasser sei es eben auch erforderlich gewesen, den Boden zu bereinigen.

Als einen wichtigen Schritt für die Stadt- und Regionalentwicklung bezeichnete Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig den Hafen. Nach dem langen Gezerre um das Projekt freute er sich, nun bei der Eröffnung dabei sein zu können. "Dass ich das noch erleben darf!", rief er scherzhaft in die Menge, überzeugt, dass nachfolgende Generationen sich fragen werden, warum die Sache überhaupt so umstritten war. Teltow habe an diesem Ort 130 Jahre Industriegeschichte hinter sich gelassen und beseitigt, was vorangehende Generationen hinterlassen haben, das sei eine großartige Leistung und eine Initialzündung für die Stadt.

Völlig überrascht vom großen Interesse der Teltower war der neue Betreiber des Hafens, Thomas Klemm aus Berlin. Zurzeit ist er mit seinen Anlegestegen noch etwas allein auf dem Gelände, aber in längstens drei Jahren soll nicht nur sein Winterlager für bis zu 600 Boote auf dem angrenzenden Grundstück neben dem Betonwerk fertig sein, sondern auch das Hafengebäude mit Gastronomie und Büroräumen. Dort wird es auch eine Außenterrasse am Wasser für Besucher geben. Für dieses Bauvorhaben läuft zurzeit eine Ausschreibung, die Stadt sucht noch einen Investor, der dort später ein Café-Restaurant betreiben will.

Entstehen soll auch ein Radweg auf der südlichen Seite des Teltowkanals mit einer Brücke, die die beiden Seiten des Hafenbeckens verbindet. Etwas weiter in Richtung Kleinmachnow ist zudem als Gemeinschaftsprojekt der Länder Berlin und Brandenburg eine weitere Fußgänger- und Fahrradbrücke über den Kanal geplant.  sg

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