Saisonauftakt des ADAC MX Masters am 13./14. April

Die Favoriten und Lokalmatadore beim „Saison-Kick-off“

Dennis Ullrich in Aktion. Foto: Thorsten Horn

Fürstlich Drehna. Nur noch wenige Tage bis zum Saisonauftakt des ADAC MX Masters 2019 – Grund genug, einmal die vermeintlichen Favoriten für die Rennen am 13. und 14. April auf der Motocross-Piste des gastgebenden MSC Fürstlich Drehna namens „Rund um den Mühlberg“ zu eruieren.

Vorm ersten Kräftemessen empfiehlt sich dazu ein Blick in die Gesamtwertung des letzten Jahres, wo der Thüringer Henry Jacobi zuoberst erscheint. Der junge Thüringer wird seinen Titel allerdings nicht verteidigen können, denn in seinem niederländischen Kawasaki-Team konzentriert er sich in diesem Jahr auf die MX2-Weltmeisterschaft sowie die Dutch Championship.
Auch der letztjährige „Vize“, der Belgier Jeffrey Dewulf, und der Vorjahresvierte sowie der zweifache Masters-Sieger Max Nagl aus dem bayrischen Weilheim werden verletzungsbedingt nicht antreten können. Somit könnte man dem Drittplatzierten 2018, Jens Getteman, ebenfalls aus Belgien, die Favoritenrolle zuschreiben, aber so einfach ist das natürlich nicht. Nach überstandender Ellenbogenverletzung, die sich die Speerspitze des Monster Energy Kawasaki Elf Teams Pfeil im zurückliegenden Winter beim Supercross zugezogen hatte, behinderte ihn bei der Saisonvorbereitung eine Infektion im Finger. Zudem ist das Teilnehmerfeld trotz diverser Ausfälle erneut sehr stark und sogar wieder mit einigen WM-Piloten gespickt.

WM-Fahrer geben sich die Ehre

Da wäre zum Beispiel der Este Tanel Leok vom Team A1M Husqvarna, der in der WM-Top-Klasse MXGP aktuell auf dem 19. Platz liegt.
Fünf Plätze dahinter rangiert der Spanier Jose Butron, der ebenfalls in Fürstlich Drehna für das JD Gunnex KTM Racing Team am Start sein wird.
Der Schwede Jonathan Bengtsson, der Lette Matiss Karro und der Russe Artem Guryev warten in diesem Jahr zwar noch auf ihre ersten WM-Punkte, aber allein der Lern-Faktor durch ihr Mitwirken im Feld der Weltbesten ist von unschätzbarem Wert und dürfte ihnen auch beim ADAC MX Masters dienlich sein.

Starke deutsche Fraktion

Wer gewinnen will, muss allerdings solche Kaliber bezwingen, was man aus deutscher Sicht getrost Dennis Ullrich aus dem baden-württembergischen Kämpfelbach zutrauen darf. Nach einem weniger erfolgreichen Jahr mit dem von ihm heiß geliebten Zweitakter geht der vierfache ADAC-MX-Masters-Champion nun, wie das Gros des Feldes, im Team Bodo Schmidt Motorsport wieder mit einer 450-ccm-Viertakt-Maschine der Marke Husqvarna an den Start.
Aber auch auf die Brüder Tom und Tim Koch vom KTM Sarholz Racing Team sollte man ein Auge haben, denn sie beendeten das letztjährige Championat auf den Plätzen sieben und neun, also in den Top 10. Der jüngere des thüringischen Duos bestreitet auch in diesem Jahr einen Großteil der europäischen WM-Läufe, ist also ebenfalls mit internationalen Wassern gewaschen.
Während die weiteren aussichtsreichen Deutschen, wie Mike Stender (Kosak Racing Team) und Stefan Ekerold (Castrol Power 1 Suzuki Moto Base), durchaus ebenfalls das Potenzial haben, ganz vorn reinzufahren, ist der langzeitverletzte Ex-Junioren-Weltmeister Brian Hsu eine derzeit noch unbekannte Größe, die man allerdings auch nicht außer Acht lassen sollte. Hinzu kommt, dass man dem jungen Deutsch-Taiwanesen in der WM den Stuhl erst kürzlich vor die Tür gesetzt hat und er entsprechend brennen dürfte. Er tritt nun, neben dem ebenfalls nicht zu unterschätzenden Ungarn Bence Szvoboda im HTS KTM Team an.

Schnelle Alpenracer

Hinzu kommen auf jeden Fall noch die zwei schnellen Österreicher Lukas Neurauter, ebenfalls vom KTM Sarholz Racing Team, und der vom Extrem-Enduro zu seinen Wurzeln zurückgekehrte Pascal Rauchenecker, der für das noch vergleichsweise junge Team CLASSIC Oil / SHR Motorsports antritt. Während Lukas Neurauter bei dem einen oder anderen gut besetzten Vorsaisonrennen bereits brillierte, konnte Pascal Rauchenecker in der Vorwoche beim WM-Lauf im italienischen Pietramurata einen WM-Zähler ergattern.

Richtig gut läuft es in der Weltmeisterschaft derzeit auch beim Niederländer Davy Pootjes, der in der MX2-Kategorie aktuell auf dem zehnten Tabellenrang liegt und sich in Fürstlich Drehna, wie seine WM-Klassenkameraden, der Slowake Richard Sykina und der in Italien lebende Kanadier Kade Tinkler-Walker, in der großen Klasse beweisen will.
Ob sie Schwierigkeiten bekommen werden oder sich unter den aktuell 68 Probanden problemlos einen Platz im 40er-Feld für die Rennen sichern können, wird sich am kommenden Samstag zeigen. Fakt ist, dass es für alle ein heißer Tanz wird.

WM-Flair auch in der direkten Nachwuchsklasse

So ganz sicher auch im ADAC MX Youngster Cup, der direkten Nachwuchsklasse des ADAC MX Masters. Hier streiten sogar 85 maximal 21 Jahre alte Akteure um einen Platz am Startgatter. Auch in dieser Klasse mischen einige sich in der WM ebenfalls versuchende Piloten mit, wie zum Beispiel der Österreicher Michael Sandner, der schon bei drei Läufen WM-Punkte sammeln konnte, oder der Este Hardi Roosjorg und der Tscheche Petr Polak, denen dieses zumindest schon einmal gelang. Hinzu kommt der Niederländer Raivo Dankers, der zuletzt zwischen der MX2-WM und der Europameisterschaftsklasse EMX250 hin und her switchte.
Auf dem Zettel sollte man aber auch den Österreicher René Hofer haben, der 2016 den ADAC Junior Cup und im vorigen Jahr das Rennen der Youngster in Fürstlich Drehna gewann.

Lokalmatadore mischen mit

Sein Debüt im ADAC MX Youngster Cup wird das Club-Eigengewächs, der erst 15-jährige aber schon knapp 1,90 m große Maximilian Spies aus Ortrand geben. Dort wird er unter anderem auf seinen Kollegen im A-Förderkader des ADAC Berlin-Brandenburg, Eric Schwella aus dem ebenfalls im Süden Brandenburgs gelegenen Felixsee, treffen.

In den weiteren Nachwuchsklassen, dem ADAC MX Junior Cup 125 und dem ADAC MX Junior Cup 85, haben sich 49 respektive 43 bis maximal 13- bzw. zehnjährige Partizipanten angemeldet, sodass auch in diesen Klassen in der Qualifikation aussortiert werden muss. Mit Marnique Appelt aus Woltersdorf und Peter König aus Eberswalde sind auch in der 125er-Kategorie zwei Lokalmatadore am Start, die zudem ebenfalls zu den vom ADAC Berlin-Brandenburg aktuell besonders geförderten Fahrern gehören.
Gute Erfolgsaussichten muss man in diesem ebenfalls international stark besetzten Feld aus deutscher Sicht Simon Längenfelder aus dem oberfränkischen Oberkotzau einräumen, der zuletzt beim EM-Lauf im italienischen Pietramurata einen Podestplatz erzielen konnte.
Einer seiner stärksten Kontrahenten dürfte der Belgier Liam Everts, der Sohn des Rekord-Weltmeisters Stefan Everts, sein, der im vorigen Jahr „Vize“ im ADAC MX Junior Cup 85 war und sich nun eine Stufe höher beweisen will.
In dieser 85-ccm-Klasse kommt mit Richard Stephan aus Saalhausen ein weiterer Fahrer des MSC Fürstlich Drehna in den Genuss eines echten Heimrennens. red

Weitere Informationen gibt es unter www.msc-fuerstlich-drehna.de sowie www.adac-mx-masters.de.

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