Entlastung auf dem Berliner Ring

Entlastung auf dem Berliner Ring

Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat am vergangenen Freitag gemeinsam mit Desges-Projektleiter Holger Behrmann (Mitte) und Michael Halm von der bauausführenden Firma Johann Bunte die komplett neu gebaute Anschlussstelle Ferch freigegeben. Fotos (2): Sabine Gottschalk

Anschlusstelle Ferch umgebaut und wieder eröffnet

Zwei Kreisverkehre an den Auffahrten in nördlicher und südlicher Richtung bei Ferch und Neuseddin sollen helfen, die Geschwindigkeit in diesem Bereich zu drosseln.

Ferch/Neuseddin. Ein Stück freie Fahrt auf dem südlichen Berliner Ring gibt es ab Montag: Dann wird der erste Bauabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Potsdam und der Eisenbahnbrücke beim Bahnhof Seddin auf einer Länge von etwa fünf Kilometern auf jeweils vier Streifen befahrbar sein. Bereits am vergangenen Freitag konnte Verkehrsministerin Kathrin Schneider die Anschlussstelle Ferch freigeben. Zwei neue Kreisverkehre sorgen nun für ein gemäßigtes Auf- und Abfahren aus nördlicher und südlicher Richtung.

Man habe sich in Absprache mit der zuständigen Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) auf eine Änderung des Verfahrens und der Technologie verständigt, damit die Autobahn in Teilstücken bereits vor dem Ende der Ausbaumaßnahmen Mitte 2020 freigegeben werden könne, erklärte Schneider bei einem Ortstermin. Die ursprüngliche Planung sah vor, die Nord- und die Südfahrbahn jeweils in einem Zug komplett auszubauen.

Als nächstes steht nun der vierstreifige Ausbau der südlichen Fahrbahn in Richtung Frankfurt (Oder) zwischen der Raststätte Michendorf und dem Autobahndreieck Nuthetal an. Hierzu wird der in östlicher Richtung verlaufende Verkehr auf die nördliche Fahrbahn verlegt, dort stehen dann in jeder Richtung drei Fahrstreifen zur Verfügung, von denen jedoch nur jeweils zwei breit genug sind, um von Lkw befahren zu werden.

Deutlicher Vorteil für alle, die in östlicher Richtung unterwegs sind: Mit der Verlegung der Fahrbahn entfällt auch die bislang genutzte Behelfsbrücke an der L 73 bei Wildenbruch, die immer wieder zu Verwirrungen und Staus geführt hat. Dieser Teilabschnitt soll Ende 2019 fertig sein.

"Die neue Verkehrsführung auf acht Fahrstreifen wird das Autobahndreieck Potsdam erheblich entlasten", ist sich Deges-Projektleiter Holger Behrmann sicher. Allerdings betrifft das vor allem Autofahrer, die auf der nördlichen Fahrbahn in Richtung Westen unterwegs sind. Im letzten Bauabschnitt wird die Eisenbahnüberführung westlich der Raststätte Michendorf 2020 fertig gestellt. Der Rasthof selbst bekommt 180 Lkw-Stellplätze, bislang waren es nur 60.

Mit zukünftig jeweils vier Fahrstreifen können täglich 120.000 Kraftfahrzeuge den südlichen Berliner Ring nutzen, bei sechs Streifen sind es bislang nur rund 90.000. Auffällig ist die Verteilung der Nutzer vor allem auf Höhe des Dreiecks Nuthetal. Hier teilt sich das Kfz-Aufkommen, etwa die Hälfte biegt auf die A 115 in Richtung Autobahndreieck Funkturm ab. Das betrifft jedoch in erster Linie Pkw, die in die Berliner Innenstadt fahren.

Das Gros der Lkw nimmt Kurs in Richtung Polen und Osteuropa. Um die anhaltend hohe Zahl der Unfälle zu reduzieren, wird die Geschwindigkeit für Fahrzeuge aus Richtung Dreieck Potsdam weiterhin begrenzt bleiben. Das sei dringend notwendig, denn man habe auf dieser Strecke ständig das Gefühl, nachfolgende Lkw "im Kofferraum zu haben", erklärte Schneider. Deshalb wird auch der unbeliebte Dauerblitzer weiterhin im Einsatz bleiben und an verschiedenen Orten die Geschwindigkeit messen. sg


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