Bahntunnel wird immer dringender

Bahntunnel wird immer dringender

Zurzeit fährt der RE 1, hier im Berliner Hauptbahnhof, zwei Mal in der Stunde, der neue Landesverkersplan sieht eine Fahrt mehr zu Hauptverkehrszeiten vor. Für Werders Straßenverkehr kann das einem Kollaps bedeuten. Foto: Sabine Gottschalk

Landesnahverkersplan verschärft die Situation für Werderaner

Werder (Havel). In einem offenen Brief an Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider hat Werders Bürgermeisterin Manuela Saß um dringende Berücksichtigung des Eisenbahntunnelbaus in den Havelauen gebeten. Da mit dem neuen Landesnahverkehrsplan spürbare Verbesserungen des Schienenverkehrsangebotes für das Land Brandenburg erreicht werden und davon auch die Strecke des RE1 zwischen Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel profitieren soll, befürchtet Werder ab Dezember 2022 unendliche Staus beiderseits der Trasse, die mitten durch das Stadtgebiet führt.

Dann nämlich soll der RE 1 statt der bisher zwei Fahrten pro Stunde in der Hauptverkehrszeit dreimal innnerhalb von 60 Minuten durch die Blütenstadt rollen. Der dichtere Takt könne die Situation auf dem RE1 angesichts der aktuellen Einwohnerentwicklung und der durch den VBB erwarteten Nachfragesteigerung sicherlich nicht nachhaltig entspannen, so Saß. Er werde sie aber in Werder etwas abfedern. Ohne Tunnel sei der dichtere Bahntakt des RE1 aber ein Geschenk mit einem bitteren Beigeschmack. Denn gerade zur Hauptverkehrszeit, in der jetzt bereits die Schranke besonders oft geschlossen ist, sei auch der Autoverkehr auf der die Bahn kreuzenden Landesstraße 90 am stärksten. Mit zusätzlichen Zügen werde die jetzt schon unzumutbare Situation nicht mehr tragfähig sein, betont Saß.

Saß weist auf die Zusage des Ministeriums hin, in diesem Jahr mit demPlanfeststellungsverfahren für einen Tunnel zu beginnen, und bittet nachdrücklich darum, diese einzuhalten, um "die Glaubwürdigkeit der Landespolitik in Brandenburg nicht zu beschädigen". Schneider soll den Tunnelbau zur Chefsache machen.

Das Ministerium hat die Notwendigkeit des Tunnels wiederholt bestätigt und den Planungsstart seit neun Jahren mehrmals terminiert. Im Juni 2017 wurde durch einen Abteilungsleiter der Start des Planfeststellungsverfahrens mit einer geänderten Planung für Ende 2018 angekündigt. Darauf beruft sich Saß nun und mahnt eine zügige Planung mit anschließendem Bau des Tunnels an. Es sei "ein zwingender Schritt"  nach der Vorstellung des Landesnahverkehrsplanes 2018, heißt es in dem Schreiben weiter.

Die Stadt Werder habe dazu bereits umfangreiche und weit über das übliche Maß gehende Vorleistungen, etwa hinsichtlich der erforderlichen Grundstückskäufe, erbracht. Auch gibt es aus Sicht der Stadt eine tragbare Lösung für die Eisenbahnkreuzung, obwohl die Bahn zuletzt für alle Beteiligten überraschend Zweifel daran angemeldet hat. Der städtebauliche Spielraum wurde gründlich ausgelotet. Eindruck der Stadt sei, dass auch im Ministerium und im Landesbetrieb Straßenwesen die aktuelle Planungsvariante als gangbarer und städtebaulich verträglicher Weg angesehen wird. "Wir setzen auf einen Start des Planfeststellungsverfahrens in diesem Jahr und darauf, dass Sie sich persönlich dafür stark machen und Ihre Zusage durchsetzen werden. Bitte lassen Sie nicht zu, dass die Verkehrssituation im Norden von Werder kollabiert!", so Saß abschließend. sg

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