Aktionswoche "Weltoffenes Werder" Anfang September

Aktionswoche "Weltoffenes Werder" Anfang September

Musik statt Hass: Im Oktober 2017 spielten Werderaner Bands in der Heilig-Geist-Kirche bei einem Konzert gegen Rassismus. Die Aktionswoche "Weltoffenes Werder" soll diese Arbeit nun fortführen. Foto: Patrick Ley

Für ein friedliches Miteinander

Werder (Havel). Mit einer Aktionswoche möchte das Aktionsbündnis Weltoffenes Werder vom 2. bis zum 8. September ein Zeichen setzen für eine offene und solidarische Gesellschaft und gegen Rassismus, Diskriminierung und Hass. Mit Konzerten, Ausstellungen, Diskussionsrunden und Workshops soll für mehr Weltoffenheit in der Blütenstadt geworben werden.

Die Übergriffe auf Flüchtlinge nehmen zu, und rechtsextreme Gruppen nutzen die Verunsicherung der Menschen, um Hass zu schüren. "Diese latenten Ängste erlebe ich überall", sagt Georg Thimme, Pfarrer der Heilig-Geist-Gemeinde in Werder, die einer der Initiatoren ist. Ziel des Bündnisses ist es, öffentlich für ein weltoffenes, solidarisches und demokratisches Werder einzustehen und jeder Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Hass entgegenzutreten. Dabei sei es wichtig, nicht gegeneinander zu arbeiten, sondern Gemeinsamkeiten zu finden, betont Thimme.

"Gegen Gefühle kommt man relaitv schlecht an", sagt er. Umso wichtiger sei es, miteinander ins Gespräch zu kommen.Die Idee zur Aktionswoche entstand nach dem Konzert gegen Rassismus, das im Oktober 2017 in der Heilig-Geist-Kirche stattgefunden hat. Die Veranstaltung, bei der Bands aus Werder und der Umgebung aufgetreten waren, war ein großer Erfolg. Die Aktionswoche soll diesen Erfolg nun fortführen - und das im besten Fall regelmäßig. Getragen wird das Projekt durch ehrenamtliches Engagement und die Unterstützung durch soziale Einrichtungen, die Stadt, Kulturstandorte, Schulen und weitere Partner. Finanziert wird sie durch Fördergelder.


Am 2. September geht es los


Auftakt ist am 2. September um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Heilig Geist Kirche. Dort ist im Rahmen der Aktionswoche auch die Ausstellung "Asyl ist Menschenrecht" zu sehen, die zu Fluchtursachen und -routen sowie den gefahren, denen die Flüchtlinge ausgesetzt sind, informiert. Um 17 Uhr am Eröffnungstag tragen Klaus Hugler und Britta Hagels im Treffpunkt Werder am Plantagenplatz in einer musikalischen Lesung Gedichte des Friedesaktivisten und Schriftstellers Erich Mühsam vor. Der Titel der Veranstaltung könnte aktueller nicht sein: "Sich fügen heißt lügen."

Am Mittwoch, 5. September, findet im Treffpunkt Werder ab 14 Uhr ein Planspiel zum Thema Rassismus statt, an dem junge Menschen und Erwachsene teilnehmen können. Im Schützenhaus an der Uferstraße beginnt um 19 Uhr ein Bürgerdialog mit dem Titel: "Toleranz als Kitt der Gesellschaft" mit Bürgermeisterin Manuela Saß und Pfarrer Georg Thimme. Zur gleichen Zeit startet an der Inselbrücke ein Rundgang mit der Arbeitsgruppe "Erinnern und Bewahren", der die Gäste zu den Wohnstätten ehemaliger jüdischer Einwohner führt.

Am 6. September diskutiert die Fernsehmoderatorin Mo Asumang mit Schülern über Rassismus und zeigt Ausschnitte aus ihrem preisgekrönten Dokumentarfilm "Die Arier". Um 20.15 Uhr wird in der Klimawerkstatt, Luisenstraße 16, der Film "Stille Retter" gezeigt, der sich mit Juden im besetzten Frankreich beschäftigt. Autorin Susanne Wittek, die für ihre Arbeit den deutsch-französischen Journalistenpreis erhielt, spricht anschließend mit dem Publikum.

"Warten auf den Frühling" lautet der Titel des Theaterstücks, das am Freitag, 7. September, in der Comédie Soleil gespielt wird. Es basiert auf den Tagebüchern zweier 14-jähriger jüdischer Mädchen, die 1943/44 in zwei unterschiedlichen Ghettos im besetzten Polen lebten. Den Abschluss bildet ein großes Konzert am Samstag, 8. September, vor der Heilig-Geist-Kirche auf der Insel. Los geht es um 15 Uhr mit musikalischen Beiträgen der Werderaner Schulen. Ab 16 Uhr lädt eine offene Bühne zum Musizieren ein, und um 18.30 Uhr beginnt das Konzert. Mit dabei sind unter anderem Rahime Diallo & Band, die Weltmusik spielen, sowie die Punkband Lennox. Ein Kinderpogramm, Kulinarisches und Informationsstände runden den Nachmittag ab. rue


Weitere Informationen und vollständige Programm sind auf www.weltoffenes-werder.de zu finden.

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