Bald neues Leben im Michendorfer Bahnhof

Bald neues Leben im Michendorfer Bahnhof

Investor Thomas Drechsel (links) und Architekt Hajo Mattern vor dem Bahnhofsgebäude. Foto: Sabine Gottschalk

Berliner Investor restauriert denkmalgerecht und detailverliebt

Michendorf. Die Restaurierung des Bahnhofs Michendorf nimmt Form an. Am Donnerstag haben Bauherr Thomas Drechsel und Architekt Hajo Mattern die Pläne und den Fortschritt der Arbeiten vor Ort präsentiert. Geplant ist in der Eingangshalle ein Kiosk für den Verkauf von Getränken und Snacks sowie der Ausbau der zurzeit leerstehenden Wohnungen zu Gewerbeeinheiten.

Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, will Drechsel alles so wieder herstellen, wie es zur Bauzeit um 1879 für den alten Teil und 1912 für den Anbau war. Dazu lässt er unter anderem die Originalfliesen, mit denen der Kiosk verkleidet wird, von einem kleinen Handwerksbetrieb in Velten nachbrennen.

Der begeisterte Denkmalschützer hat seit Anfang der 1980er Jahre etliche Currywurstbuden in Berlin betrieben, die er mittlerweile verkauft hat. Er besitzt bereits sieben Bahnhöfe in Berlin und Brandenburg und hat neben dem Bahnhof Mexikoplatz in Berlin-Zehlendorf auch das historische Gebäude am Roseneck in Berlin-Wilmersdorf saniert. Die Gebäude restauriert er denkmalgerecht und mit viel Hingabe gemeinsam mit seinem Architekten Hajo Mattern.

Den Michendorfer Bahnhof hat Drechsel vor einem Jahr für rund 360.000 Euro von der Deutschen Bahn ersteigert. Die Gemeinde hatte deutlich weniger geboten. Bis die Sanierungsarbeiten beendet sind, wird der neue Eigentümer noch einmal soviel Geld investiert haben. Dafür sei das Gebäude, das mindestens 40 Jahre unberührt da lag dann aber auch "unkaputtbar", so Drechsel.

Probleme gibt es noch bei der Grundbuchänderung und bei den Baugenehmigungen für den Innenausbau der Gewerbeeinheiten. Wohnungen sollen nicht entstehen, zwei noch genutzte Wohnungen haben jedoch Bestandsschutz. Auch die Kneipe im Mittelbau ist für mindestens zehn Jahre gesichert, die Betreiber streben auch die Übernahme des Kiosks an.

Drechsel ist daran gelegen, möglichst bald neues Leben in das Bahnhofsgebäude einziehen zu lassen, damit auch dem latenten Vandalismus ein Riegel vorgeschoben werden kann. Immer wieder tauchen an den Wänden Graffiti, vor allem von Fußballfans, auf, die mühevoll entfernt werden müssen. Um dem entgegen zu wirken sei auch eine Videoüberwachung möglich, sollte sich keine Besserung einstellen. Da vermutet wird, dass es sich bei den Sprayern um Schüler aus Michendorfer Schulen handelt, sollen auch Mitarbeiter der Gemeinde mit ihnen ins Gespräch kommen, bestätigte Bürgermeister Reinhard Mirbach.

Bis Ende Juli soll die Außenhülle des Bahnhofs fertig saniert sein. Bis dahin hofft Drechsel auch auf die Baugenehmigung für den Innenausbau. Die an den Eingangsbereich angrenzenden Räume sind zum Teil bereits von der gemeinnützigen Gesellschaft Kubus bezogen, die ihr Angebot für Langzeitarbeitslose aus Potsdam-Mittelmark in Michendorf ausbauen will und weitere Etagen beziehen möchte. sg

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