10 Jahre Pflegestützpunkt Oberspreewald-Lausitz

10 Jahre Pflegestützpunkt Oberspreewald-Lausitz

Seit 10 Jahren bietet der Pflegestützpunkt OSL allen Bürgern kostenlose und neutrale Beratung rund um das komplexe Thema Pflege. Foto: Landkreis/Werner

15.200 Menschen haben das kostenfreie Beratungsangebot bis heute genutzt

Das Team der Pflegeberaterinnen: Grit Smerda, Petra Pfennig und Sozialberaterin Sabine Sammet blicken auf über 10.000 Beratungen zurück. Fotos: Landkreis/Werner

Senftenberg. 10 Jahre Pflegestützpunkt OSL – 10 Jahre kostenfreie und unabhängige Beratungsleistungen für alle OSL-Bürgerinnen und -Bürger. Werden Angehörige oder sie selbst zum Pflegefall, stehen viele Menschen vor einem Berg an Fragen. Der Pflegestützpunkt OSL bildet dann die richtige Anlaufstelle. Hier bekommen Ratsuchende Hilfe in allen Angelegenheiten rund um das komplexe Thema. Auf 15.200 Beratungen in zehn Jahren blickt das Team, bestehend aus den Pflegeberaterinnen Grit Smerda, Petra Pfennig und Sozialberaterin Sabine Sammet, in dieser Zeit zurück. Und auch, wenn die ursprünglich für diese Tage geplante Jubiläumsfeier ausfallen musste, so bleiben sie positiv gesinnt. Denn vieles ist erreicht worden in den vergangenen Jahren.

 

Für die Menschen vor Ort: Das Angebot des Pflegestützpunktes

Ob in den Räumlichkeiten in der Senftenberger Ernst-Thälmann-Straße 129, zweimal monatlich in den Außenstellen in Lübbenau/Spreewald und Lauchhammer, telefonisch oder direkt bei den Familien Zuhause: Das Team des Pflegestützpunktes berät, wo es kann – und ist auch darüber hinaus immer in Bewegung.

Der Hauptfokus der Arbeit von Grit Smerda, Petra Pfennig und Sabine Sammet liegt auf der persönlichen Beratung hilfesuchender Bürger. „Das Thema Pflege ist komplex, Angehörige haben oft viele Fragen“, wissen die Beraterinnen und nehmen Interessierten gleichzeitig die Scheu: „Wir sind ein vom Landkreis und den errichtungsbeauftragten Pflegekassen AOK und der Knappschaft Regionaldirektion Cottbus getragener Beratungsservice. Unser Angebot ist kostenfrei und neutral und immer nah am Menschen. Jeder ist mit seinen Fragen willkommen und kann zu uns kommen. Wir unterstützen, wo wir können“, machen die Beraterinnen deutlich. Bei Bedarf steigen sie aber gern auch ins Auto und suchen die Familien direkt vor Ort in ihrem häuslichen Umfeld auf. 2.430 Mal war dies in den letzten 10 Jahren der Fall.

Über die Jahre hinweg bauten die Mitarbeiterinnen das Angebot des Pflegestützpunktes weiter aus. Seit 2013 können sich Angehörige Pflegebedürftiger zweimal im Jahr in kostenlosen, praktisch ausgerichteten Kursen fit machen für die neue „Aufgabe“ Pflege. In acht Modulen vermitteln regionale Experten, wie Angehörige ihren Partner aus dem Bett heben, ihm nach dem Sturz aufhelfen und die Körperpflege übernehmen. Insgesamt 13 dieser Kurse, durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem GPGV OSL e.V., fanden bereits statt. Über 100 Interessierte nahmen teil. Neben dem neuen nützlichen Wissen profitieren die Teilnehmer von einem weiteren positiven Effekt. Denn sie kommen mit Gleichgesinnten ins Gespräch und tauschen sich aus. Aus einigen Kursen heraus sind bereits Selbsthilfegruppen, daraus wiederum Freundschaften zwischen den Angehörigen hervorgegangen, freuen sich die Veranstalterinnen.

Neben den Pflegekursen bietet der Pflegestützpunkt ebenfalls zweimal jährlich – jeweils in Senftenberg und Lübbenau/Spreewald – Themennachmittage mit externen Dozenten an. Die Ideen und Anregungen hierfür stammen aus den Beratungsgesprächen oder ergeben sich beispielsweise durch gesetzliche Neuerungen. „Gepflegt Urlaub machen“ lautete die Überschrift des letzten Themennachmittages. Aber auch um die Sicherheit im Alter, die Vorsorgevollmacht, das kraft- und rückenschonende Pflegen oder das damals neue Pflegestärkungsgesetz ging es bereits.

 

Von kleiner Hilfestellung bis zur langfristigen Begleitung

Neben fachlichem Rat aus erster Hand sind es manchmal bereits kleine Hilfestellungen, die die Hilfesuchenden weiterbringen. Sei es das Ausreichen von Anträgen oder von Informationsmaterial, das Vermitteln von Ansprechpartnern oder das gemeinsame Ausfüllen von Formularen. Auch das Erläutern von Pflegebescheiden und Leistungen übernimmt das Team.

Viele der Fragen drehen sich rund um die Themen Pflegegrad, Wohnraumgestaltung, Hilfsmittel, Entlastung der Angehörigen, Angebote der Pflegedienste und Alltagsbegleiter. Aber auch Fragen zum Thema Schwerbehinderung, Informationen zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, zu Heimplätzen oder der Kurzzeitpflege, wenn es zu Haus nicht mehr weitergeht, werden herangetragen. 

In vielen Fällen sind die Beratungen komplex. Dann erfolgt eine Begleitung auf Wunsch des Ratsuchenden solange, bis die Versorgung geklärt ist. Wenn nötig auch über einen längeren Zeitraum und in Zusammenarbeit mit dem gut ausgebauten regionalen Netzwerk des Pflegestützpunktes, bestehend aus ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten wie Pflegediensten und Einrichtungen der Pflege, anderen Beratungsstellen und Leistungsanbietern sowie den Kommunen in und um OSL.  

„Nach der Beratung sind viele Bürger oft erleichtert, weil sie die Unterstützung erfahren, dass einfach jemand zuhört und ihnen ein Instrument an die Hand gibt. Viele fragen sich, warum sie nicht schon eher gekommen sind“, erklärt das Dreiergespann und ermutigt in diesem Zusammenhang dazu, das kostenfreie Angebot in Anspruch zu nehmen und es ebenso weiter nach außen zu tragen. „Niemand muss mit all diesen Fragen allein bleiben“, lautet die klare Botschaft. 

 

Thema Pflege: Alltag für immer mehr Menschen

Dass perspektivisch noch mehr Ratsuchende kommen werden, davon ist auszugehen. Denn auch in den nächsten Jahren wird im Landkreis OSL die Zahl der älteren Menschen, und damit auch der pflegebedürftigen Bürger, weiter steigen. Bereits jetzt sind zwischen Ortrand und Lübbenau knapp 6.000 pflegebedürftige Personen offiziell registriert.

Die Altersgruppe der Betroffenen, für die zumeist um Rat gefragt wird, ist bei den über 80-Jährigen am Höchsten, gefolgt von den 70-80-Jährigen. Pflege ist aber nicht nur ein Thema im hohen Alter: Das Team berät auch jüngere Klienten „Jeder kann in die Situation gelangen, Hilfe beanspruchen zu müssen“, wissen sie.

 

Für jeden erreichbar – telefonisch oder persönlich

Im Januar 2010, und damals als einer der ersten im Land Brandenburg, öffnete der Pflegestützpunkt für den Landkreis OSL in Senftenberg seine Türen. Noch heute finden Bürger ihn an derselben Adresse in der Senftenberger Ernst-Thälmann-Straße 129, unweit des Campus der BTU Cottbus Senftenberg.

Petra Pfennig und Grit Smerda, beide als Pflegeberaterinnen im Pflegestützpunkt tätig, sind von Anfang an mit dabei. 2016 kam für die in den Ruhestand wechselnde Angelika Görner Sozialberaterin Sabine Sammet mit ins Boot.

Anstelle der ursprünglich geplanten Feier begingen die drei das Jubiläum nunmehr mit schönen Erinnerungen an die zurückliegenden Jahre – und einer Torte mit dem Logo des Pflegestützpunktes. Den süßen Gruß hatten Landrat Siegurd Heinze und der Dezernent für Gesundheit, Jugend und Soziales Alexander Erbert als kleines Geburtstagspräsent übermitteln lassen.


Ebenfalls im Gebäude zu finden ist die Beratungs- und Selbsthilfekontaktstelle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Zudem bieten vor Ort der Ambulante Hospizdienst und die Beratungsstelle für Hörbehinderte 14-tägig Sprechzeiten an

Die drei Beraterinnen sind im Pflegestützpunkt in Senftenberg zu den Sprechzeiten Dienstag 9-12 und 13-18 Uhr, Donnerstag 9-12 und 13-17 Uhr und Freitag 9-12 Uhr erreichbar. Die Telefonnummern lauten (03573) 870 4180 und (03573) 36 93 863. Auch per E-Mail können Anfragen gestellt, Termine vereinbart oder Informationen zu den Pflegekursen und Themennachmittagen eingeholt werden: senftenberg@pflegestuetzpunkte-brandenburg.de.

Jeweils an zwei Tagen im Monat finden zudem Außensprechstunden in Lübbenau/Spreewald und Lauchhammer statt: Lübbenau/Spreewald, Haus der Harmonie, Straße der Jugend 34: Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat, 9 - 12 Uhr. 

Lauchhammer, Mehrgenerationenhaus, Alte Gartenstraße 24: Jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, 15 - 17 Uhr.

Hinweis: 
Der Pflegestützpunkt ist derzeit für den Publikumsverkehr geschlossen. Die Mitarbeiterinnen beantworten Anfragen jedoch regulär telefonisch zu den Sprechzeiten.

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