Konjunkturmotor im Handwerk gerät ins Stottern

Cottbus.

Die Konjunktur im südbrandenburgischen Handwerk hat sich nach einer langen Wachstumsphase erstmals wieder abgekühlt. Nur noch 80,6 Prozent der Unternehmen (Vorjahr: 95,9 Prozent) sind mit der Geschäftslage zufrieden, wie die Umfrage der Handwerkskammer Cottbus (HWK) zeigt.

Dies ist der niedrigste Zufriedenheitswert seit elf Jahren. Die Verunsicherung über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie bleibt hoch. Dennoch halten die Betriebe an ihren Mitarbeitern fest und sind fest gewillt, die Herausforderungen wie bei anderen Krisen erfolgreich zu meistern.

Der Lockdown im Frühjahr und seine Nachwirkungen haben – wenn auch selektiv – im Handwerk ihre Spuren hinterlassen. Insbesondere Ladenlokale, Cafés und Werkstätten der personenbezogenen Dienstleistungen, des Nahrungsmittelhandwerks und des Kfz-Handwerks  blieben zeitweise geschlossen. Der private Konsum ging insgesamt zurück, weil Verbraucher Angst vor Ansteckungen oder geringeren Einkommen in Folge von Kurzarbeit hatten. Die daraus resultierenden Umsatzverluste ließen sich kaum noch aufholen, so die Aussage vieler Unternehmen.

 

Umso wichtiger ist es, das die Politik bei allen künftigen Corona- Beschränkungen mit Augenmaß und Feingefühl abwägt, welche wirtschaftlichen Folgen die Maßnahmen haben. Ziel muss es sein, die Wirtschaftskreisläufe am Leben zu erhalten. Dazu gehört auch, dass Kitas und Schulen geöffnet bleiben, damit die rund 45.000 Beschäftigten des südbrandenburgischen Handwerks arbeiten gehen und Geld verdienen können.

 

"Dann hat das Handwerk gute Chancen, die derzeitige Situation zu meistern", sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Knut Deutscher. "Schon bei vergangenen Krisen haben die Unternehmen gezeigt, dass sie sich selbst schwierigsten Herausforderungen stellen und diese auch besser bewältigen als andere Branchen."

 

 

Die Konjunkturdaten im Kurzüberblick:

Personal: Hier zeigt sich, wofür kleine und mittelständische Handwerksunternehmen stehen. Trotz der Herausforderungen hielten die Unternehmen an ihren Beschäftigten fest. In 81,7 Prozent der Unternehmen (Vorjahr 85,8 Prozent) blieb der Personalbestand konstant.

 

Umsätze: Nur noch 76,2 Prozent (Vorjahr: 90,3 Prozent) der Unternehmen meldeten unveränderte oder gestiegene Umsatzentwicklungen. Knapp ein Viertel der Betriebe mussten sinkende Umsätze verkraften. Einzig im Bauhauptgewerbe und Ausbauhandwerk stiegen bei rund 40 Prozent der Unternehmen die Erlöse.

 

Auftragslage und Auslastung: Entsprechend der Umsatzentwicklung haben sich die betrieblichen Kapazitäten der Unternehmen spürbar verschlechtert.

Nur noch 76,5 Prozent (Vorjahr: 93,9 Prozent) berichten von unveränderten oder gestiegenen Auftragsbeständen. Das Bau- und Ausbauhandwerk bleibt stark ausgelastet. Damit das so bleibt, müssen in den kommenden Monaten vor allem Kommunen und Länder an ihren Investitionen festhalten bzw.

diese ausbauen.

 

Investitionen: Ein Viertel der Unternehmen haben ihre Investitionen in Maschinen, Anlagen, Gewerbehallen und Betriebsmittel zurückgefahren bzw.

Ausgaben verschoben. Hier spiegeln sich die Unzufriedenheit mit der Geschäftslage und die unsicheren Zukunftsprognosen wider.

 

Ausblick: Das von der Bundesregierung aufgelegte Konjunkturpaket setzt für Unternehmen und Konsumenten wichtige Anreize. Die Verunsicherung über den weiteren Verlauf der Pandemie bleibt hoch. Dem wollen sich die Betriebe aber stellen. Das geht aus den Antworten hervor. Demnach überwiegt der Anteil an Unternehmen, die künftig wieder bessere oder zumindest gleichbleibende Geschäfte erwartet.

Download des ausführlichen Konjunkturberichts im PDF-Format:

www.4imediadownload.com/PM/HWK/Bericht-Konjunktur-Herbst-2020.pdf


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