Elbe-Elster RadKulTour 2020 lockte 100 Teilnehmer an

Zwischenstopp im Kloster in Mühlberg. Pater Alois Andelfinger hieß die Teilnehmer der diesjährigen RadKulTour herzlich willkommen. Foto: LKEE

Bad Liebenwerda.

„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ – unter diesem Motto startete die diesjährige Elbe-Elster RadKulTour erst im Herbst. Die Corona-Pandemie hatte den Organisatoren vom Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. und dem Landkreis Elbe-Elster sowie zahlreichen Partnern im Frühjahr einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Aber am zweiten Oktoberwochenende lief alles wie am Schnürchen, und so zeigte sich die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land e.V., Susanne Dobs, am Ende sehr zufrieden mit dem Verlauf: „Wir haben uns über das Interesse im Landkreis und darüber hinaus sehr gefreut. Unsere zweite ‚Elbe-Elster RadKulTour‘ bot einen Mix, der viele Interessen ansprach und den Teilnehmern interessante Eindrücke aus dem Landkreis Elbe-Elster vermittelte. Dank gilt allen Mitwirkenden, die sich mit ihrem Engagement wieder sehr viel Mühe gegeben haben.“

Rund 100 Radler erlebten mit und ohne elektrischen Rückenwind erlebnisreiche zwei Tage. Am Samstag gehörte das ehemalige Kriegsgefangenenlager und spätere NKWD-Speziallager bei Mühlberg, die Besichtigung des Klosters in der Elbestadt, eine Schlossführung in Martinskirchen sowie ein Besuch im Pfarrgarten in Saxdorf zu den kulturellen Höhepunkten der Tour. Am Sonntag galt es, ein Stück Elbe-Elster-Industriegeschichte an den Haltepunkten im Elster-Natoureum in Maasdorf, in der Brikettfabrik Louise in Domsdorf sowie im historischen Stadtkern in Uebigau zu erleben. Wie bereits bei der ersten Elbe-Elster RadKulTour im vergangenen Jahr war auch in diesem Jahr wieder das RAAM-Team aus dem Märkischen Partnerlandkreis mit von der Partie. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski begrüßte die Mannschaft um Teamleiter Frank Lachnitt herzlich im Landkreis Elbe-Elster. Vor einem Jahr hatte er den Sportlern einen „Unterstützungsbeitrag“ aus dem Partnerlandkreis von 1.500 Euro überreicht.

„Gedacht waren die als Rückenwind für das legendäre Race Across America 2019. Und nun, ein Jahr später, waren wir natürlich neugierig, wie das Rennen über knapp 5.000 Kilometer von der West- bis an die Ostküste der USA über extreme Höhen- und Temperaturunterschiede für die Radler ausgegangen ist“, sagte der Landrat. Frank Lachnitt bedankte sich noch einmal für die Unterstützung im Namen des 15-köpfigen Wettkampfteams. „Wir sind immer sehr herzlich hier im Partnerlandkreis Elbe-Elster aufgenommen worden. Deshalb haben wir auch dieses Jahr gerne an der ‚Elbe-Elster RadKulTour‘ teilgenommen, die uns weiter mit den Menschen und der Landschaft in der Partnerregion vertraut macht.“ Im Gepäck hatte er eine zwei Stunden lange Videodokumentation, die vom Radsporterlebnis in den USA erzählte und auch die Teilnehmer der RadKulTour in Elbe-Elster bei der Präsentation am Sonntag in der Brikettfabrik Louise in ihren Bann zog.

Im Gegensatz dazu standen bei der gemütlichen Ausfahrt über knapp 100 Kilometer in Elbe-Elster nicht Rekorde und Extreme oben an, sondern entspanntes Fortkommen und Genießen im Sattel. „Wir wollten mit unserem Angebot zeigen: Es gibt viel zu entdecken bei uns im Landkreis. Wir haben rund 400 Kilometer ausgebaute und umfassend beschilderte Radwanderstrecken. Da kommen Radler nicht nur gut voran, sondern sehen vieles, was einem im Auto sonst verborgen bleibt“, fasste der Landrat das Anliegen der Radveranstaltung zusammen. Lob kam auch von der Rad AG aus Torgau. Stefan Winkler, leidenschaftlicher Fahrradfahrer und Verantwortlicher bei der Rad AG, gefällt die neue Knotenpunktwegweisung, die es seit 2019 in Elbe-Elster gibt. „Wir haben mit Hilfe des Leitsystems sämtliche Ziele im Landkreis bereits angesteuert. Uns geht es darum, die Tourismusregionen im Dreiländereck Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt näher zusammenzubringen. Die ‚Elbe-Elster RadKulTour‘ leistet dafür einen wichtigen Beitrag“, sagte Stefan Winkler. Mitgebracht aus Torgau hatte der Radfachmann eine Grußbotschaft seiner Oberbürgermeisterin Romina Barth, die ebenfalls an einer engen Tourismuskooperation interessiert ist. Sie warb in ihrem Schreiben für die Landesgartenschau 2022 in Torgau und würde gerne die Teilnehmer der ‚Elbe-Elster RadKulTour‘ zu diesem Höhepunkt in der Nordsächsischen Kreisstadt begrüßen.

Auch beim Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. geht der Blick bereits nach vorne. Im kommenden Jahr wird es wieder eine ‚Elbe-Elster RadKulTour‘ geben. Diese wird am 8. und 9. Mai 2021 stattfinden. Thematisch folgen die Radetappen dann dem Kulturland-Themenjahr in Brandenburg 2021. Dort steht die Industriekultur in Brandenburg im Mittelpunkt.

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