Dritter Elektromobilitätstag im Landkreis Elbe-Elster

Gut 60 Interessenten waren zur Informationsveranstaltung rund um die Themen Elektromobilität und Ladeinfrastruktur mit begleitender Fachausstellung ins Haus des Gastes nach Falkenberg gekommen. Foto: LKEE

Falkenberg.

Zum mittlerweile dritten Elektromobilitätstag im Landkreis Elbe-Elster hatte Klimaschutzmanager Kurt Seidel am 16. September ins Haus des Gastes nach Falkenberg eingeladen. Unterstützt wurde die kreisliche Veranstaltung von der Anlauf- und Koordinierungsstelle E-mobiles Brandenburg bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), von der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald und vom Amt Schlieben. Gut 60 Interessenten waren zur Informationsveranstaltung rund um die Themen Elektromobilität und Ladeinfrastruktur mit begleitender Fachausstellung gekommen.

Zusammen mit den eingeladenen Fachexperten erlebten sie einen spannenden Austausch über systemanalytische Fragestellungen, politische Aspekte, regulatorische Entwicklungen sowie aktuelle technische Themen im Kontext von Elektromobilität und Ladeinfrastruktur.

Die Bundesregierung sendet aktuell starke Signale, um die Elektromobilität, aber auch andere alternative Antriebssysteme als Teil einer umfangreichen Verkehrswende voranzutreiben. Elektrofahrzeuge, vor allem solche mit kleineren Batterien und versorgt mit Ladestrom aus erneuerbaren Energien, haben schon heute eine positive Klima- und Betriebskosten-Bilanz im Vergleich zu Verbrennungsmotoren.

„Der Landkreis Elbe-Elster selbst hat gute Erfahrungen mit dem Einsatz mehrerer Renault ZOE der ersten und zweiten Generation in seiner Fahrzeugflotte gemacht. Das sind derzeit insgesamt fünf Elektroautos mit einer Reichweite zwischen 170 und 390 Kilometern. Mitentscheidend für einen weiteren Zuwachs von klimafreundlichen Elektrofahrzeugen ist eine attraktiv gestaltete Ladeinfrastruktur. Ein ausreichendes und bedarfsgerechtes Angebot an zugänglichen Ladepunkten ist deshalb ein wichtiges Kriterium für die Akzeptanz von Elektromobilität“, sagte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski zur Eröffnung.

Technisch reicht die Spanne heute von einer extra abgesicherten Steckdose zu Hause über Wallboxen und Ladesäulen auf Wechselstrombasis bis hin zu Schnellladeparks auf Basis Gleichstrom an der Autobahn. Derzeit erfolgen rund 80 bis 90 Prozent der Ladevorgänge im privaten Umfeld. Der Fokus der verbleibenden Anzahl an Ladepunkten im öffentlichen Raum liegt auf dem schnellen Zwischendurchladen an signifikant wichtigen Verkehrspunkten des ruhenden Verkehrs.

Derzeit ist das Gesetz zum Aufbau von Lade- und Leitungsinfrastruktur für Elektromobilität in Gebäuden (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastrukturgesetz GEIG) auf dem parlamentarischen Weg im Bundestag. Über den neuesten Stand der Gesetzesinitiative berichtete Justiziar Franco Höfling vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmer e.V.

Was bisher freiwillig und teilweise kostenlos war und Pioniere der Elektromobilität auszeichnete, wird künftig zur Pflicht. Das neue GEIG legt für die Wohnungswirtschaft fest, wann und wie Ladesäulen vorzuhalten sind. So müssen bei einem Neubau oder einer umfassenden Sanierung von Wohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen die Stellplätze mit Leerrohren für die Anbindung einer Ladesäule ausgestattet werden. Bei Nichtwohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen muss künftig jeder fünfte Stellplatz entsprechend ausgerüstet und zudem mindestens ein Ladepunkt errichtet werden.

Durch die Anlauf- und Koordinierungsstelle e-mobiles Brandenburg wurde eine Übersicht über derzeit verfügbare Abrechnungssysteme für die Ladung von E-Fahrzeugen vorgestellt. Anschließend wurden die aktuellen Fördermöglichkeiten für die Ladeinfrastruktur vom Bund und vom Land Brandenburg präsentiert. Neben der bisher überwiegenden Förderung für öffentliche Ladeinfrastruktur wurde darauf hingewiesen, dass künftig auch Hilfen für private und gewerbliche Ladeinfrastruktur in Vorbereitung sind. Hintergrund ist, dass 80 bis 90 Prozent der Ladevorgänge zu Hause und am Arbeitsplatz erfolgen.

Verschiedene Ladelösungen sowohl für Wechselstrom (AC) als auch für Gleichstrom (DC) wurden durch Stefan Pagenkopf-Martin (Parkstrom GmbH Berlin) und Andreas Frost (G2Plus GmbH Berlin) sowie Frank Morawetz (uesa Ladesysteme GmbH Uebigau-Wahrenbrück) vorgestellt.

Steffen Seidel vom regionalen Energieversorger enviaM erläuterte, wie eine Ladesäule als steuerbare Verbrauchseinrichtung gemäß §14a EnWG betrieben werden kann und damit vom günstigen Stromtarif „Mein Autostrom zuhause“ profitieren kann.

Während Herr Andreas Stoye (Paech Elektro GmbH) aus der Sicht des Elektrohandwerks mit Erfahrungen aus über tausend realisierten Ladesystemen das Thema der Auslegung und des sicheren Betriebs von Ladesystemen erläuterte, plädierte Prof. Dr.-Ing. Peter Marx für einfache preiswerte Ladelösungen ohne zusätzliche Funktionen für Mieter von Stellplätzen. Weiterhin gab er einen Ausblick auf den künftigen Bedarf an Ladelösungen für Wechselstrom und Gleichstrom.

Die Vertreter*innen der SOLARIMOM GmbH Paul Krebs und Ann-Kristin Wingert erläuterten, wie auch Mieter*innen über Mieterstromprojekte günstigen Strom aus Photovoltaik-Anlagen vom Dach beziehen können und auch zum Aufladen ihrer E-Fahrzeuge nutzen können.

Abschließend stellte Constantin Gallhöfer von der Twist Mobility GmbH innovative Mobilitätslösungen für stationsbasiertes Elektrofahrzeug-Sharing, geeignet für Kommunen, Landkreise und Stadtwerke im ländlichen Raum, vor.

Die Präsentationen werden nach Freigabe durch die Referenten*innen auf der Webseite des Landkreises Elbe-Elster zum Download zur Verfügung gestellt.

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