Ausstellung: Alter(n) in Brandenburg – Wie leben hochaltrige Menschen 90+ in Brandenburg?

Herzberg.  

Welche Wertvorstellungen und Ideale haben Menschen ab 90 Jahren in Brandenburg? Wie prägt die wendische Kultur die Dörfer im Spreewald? Was passiert beim „Brühtrogrennen“ in Teltow-Fläming?

Wie sah die Arbeit auf dem Land ohne Maschinen aus und wie meistern hochaltrige Brandenburge-rinnen und Brandenburger ihren Alltag heute?

Um mehr über das Älterwerden in Brandenburg zu erfahren, wurden Menschen ab 90 Jahren besucht und interviewt. So erzählen zehn Frauen und acht Männer der Jahrgänge 1917 bis 1929 aus ganz Brandenburg über ihre aktuelle Lebens- und Wohnsituation, ihren Alltag und aus ihrem Leben.

Ziel des Ausstellungsprojektes ist es, die Lebenssituation und die Biographie von Hochaltrigen in Brandenburg darzustellen, um besser auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können.

Die 18 Befragten werden in der neuen Wanderausstellung „Alter(n) in Brandenburg – Wie leben hochaltrige Menschen 90+?“ in Form von Porträts, Texten, Hörstationen und Filmausschnitten vorgestellt.

Trotz ihrer körperlichen Einschränkungen fühlen sich fast alle der Interviewten jünger, als sie tatsächlich sind. So sagt uns Frau R. aus Neuruppin zum Thema Angst vor dem Alter: „Ich würde sagen nein. Man muss sehen, dass man es sich so schön wie irgend möglich macht. Einen Bekanntenkreis schaffen, möglichst wenig alleine sein und viel reisen.“

Etwas anders beschreibt Frau S. aus Eberswalde ihre Situation: „Ich meine, die ganzen Begleiterscheinungen, die im Alter kommen, sind nicht einfach. Ich gehe auch in der Wohnung immer mit 'nem Stock. Vor kurzem ist unser Fahrstuhl vier Monate nicht gefahren! Ich bin die ganze Zeit oben eingesperrt gewesen, kam nicht runter, denn ohne Rollator kann ich nicht gehen.“

Herr D. aus Teltow dagegen betont: „Ich habe keine Angst vorm Alter. Meine Forschungsarbeit will ich fortsetzen, dafür nutze ich die Zeit, die ich jetzt habe. Doch ich muss mir meine Zeit gut einteilen, damit ich täglich etwas schaffen kann.“

 

Die Interviews spiegeln das Leben der Jahrgänge 1917 bis 1929 wider und versetzen den Besucher unmittelbar in die Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkriegs, der DDR bis hinein in die Gegenwart.

So unterschiedlich das Team von synopsisfilm die 18 Brandenburgerinnen und Brandenburger kennengelernt hat, in einer Frage sind sich alle einig: Sie leben gerne in Brandenburg und können sich nicht vorstellen woanders zu leben. Das Ausstellungsteam hat erfahren, dass Menschen auch im hohen und sehr hohen Alter ihr Leben bewusst gestalten und dabei ihren Werten, Zielen und Bedürfnissen folgen. Viele von den Menschen, die synopsisfilm kennenlernen durfte, haben Vorbildcharakter für unsere Gesellschaft, gerade wenn es um die Frage geht: „Wie wollen wir in Zukunft alt werden?“.

 

Nach den Stationen in Guben, Brandenburg an der Havel, im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg in Potsdam und in Wittstock an der Dosse, wird die Ausstellung am Donnerstag, 11. Juli 2019 um 10 Uhr in der St. Marienkirche in Herzberg eröffnet. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

 

Ort: St. Marienkirche / Seitenkapelle, Kirchstraße 14, 04916 Herzberg

www.herzberg-elster.de und www.lkee.de

Eröffnung am Donnerstag, 11.07.2019, um 10 Uhr

Begrüßung: Karsten Eule-Prütz, Bürgermeister der Stadt Herzberg

Monika Mey, Referat 23 – Seniorenpolitik, Pflege, Heimrecht, Altenpflegeberufe, Referentin im MAFGS Potsdam

Roland Neumann, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Elbe-Elster

Marion Schütt und Rita Preuß, synopsisfilm, anschließend Rundgang durch die Ausstellung

Filmvorführung: „Hundertjährige Zeitzeuginnen erzählen“, synopsisfilm

Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 17 Uhr

Laufzeit: 11.07. bis 30.08.2019

 

Begleitprogramm:

Thementag für Schülerinnen und Schüler „Jung trifft Alt/Alt trifft Jung“,

am Mittwoch, 21. August 2019, um 9:00 Uhr im Bürgerzentrum Herzberg,

Uferstraße 6, 04916 Herzberg, mit anschließender Diskussionsrunde und einem Ausstellungsrundgang

Der Eintritt ist an allen Ausstellungsorten frei.

 

Das Projekt: „Alter(n) in Brandenburg – „Wie leben hochaltrige Menschen 90+?“ wird vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (MASGF) gefördert und ausgeführt von der Firma synopsisfilm, der Historikerin und Fotografin Marion Schütt und der Publizistin Rita Preuß. Die sechste Ausstellungsstation erfolgt mit freundlicher Unterstützung der evangelischen Kirche Herzberg, der Stadt Herzberg und des Landkreises Elbe-Elster.

 

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