Landkreis Elbe-Elster eröffnete im 25. Jahr seines Bestehens das Kulturjahr 2019

58 kulturelle Akteure kamen in den Genuss und erhielten ihre Bewilligungsbescheide zur Förderung der Kulturarbeit 2019 in Höhe von insgesamt 55.000 Euro aus den Händen vom Ersten Beigeordneten Peter Hans. Darunter Vereine, Einzelpersonen, Kirchen oder Kommunen. Der Rückblick auf das Kulturjahr 2018 zeigte, es lohnt sich und macht Spaß, sich kulturelle zu engagieren. Foto: LKEE

Doberlug-Kirchhain.

Im 25. Jahr seines Bestehens bekamen am 15. Februar gleich 58 Kulturschaffende des Landkreises Elbe-Elster ihre Förderbescheide für die Ausrichtung verschiedenster Veranstaltungen im Jahr 2019. Die Kulturjahreseröffnung fand bereits zum vierten Mal in einer Kombination aus Kulturpreisverleihung und Ausgabe der Bewilligungsbescheide an kulturelle Akteure aus dem gemeinsamen Förderfonds des Landkreises und der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elsterland“ statt.

Diese Verbindung war dem Landkreis wichtig, weil damit alle, ob beruflich oder ehrenamtlich aktiv, in ihrer Kulturarbeit tatkräftig unterstützt werden. Dass sich die Unterstützung lohnt, zeigte bereits im Vorfeld die Kulturpreisehrung. Die Ausgabe der Bewilligungsbescheide veranlasste Landrat Christian Heinrich-Jaschinski klarzustellen, das die Gelder dieser Aktion wichtig seien, weil die Kulturarbeit dadurch das Land zwischen Elbe und Elster im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft immer mehr in das touristische und kulturelle Bewusstsein weit über die Kreisgrenzen hinaus rückt. Elbe-Elster wird auch weiter alle Gelegenheiten nutzen, seine Bekanntheit weiter zu steigern. Bereits im vergangenen Jahr feierte der Landkreis in Herzberg ein Jubiläum, weil seine Kulturpreise mittlerweile seit zwei Jahrzehnten vergeben werden.

Landrat Christian Heinrich-Jaschinski: „Und wir finden auch danach gibt es keinen Grund, mit dieser schönen Tradition aufzuhören. Wir machen einfach munter weiter. Nicht zuletzt deshalb, weil es bei uns so viele engagierte Bürger gibt, die kulturell Herausragendes leisten.“ Er erinnerte aber auch: „Unser Landkreis ist 2018 ein Vierteljahrhundert alt geworden. Ich habe mit sehr vielen Menschen gesprochen und waren uns einig: Wir haben diesen Landkreis in den vergangenen 25 Jahren gemeinsam wirklich gut vorangebracht. Die Menschen aus Elbe-Elster nehmen ihr Schicksal mehr und mehr selbst in die Hand, weil sie erkennen, dass regionale Identität nicht von außen entsteht.

Man kann sie nicht kaufen. Sie entsteht in den Herzen, im Selbstbewusstsein, mit dem „Wir-Gefühl“ einer Region.“ Und die Kultur ist da ein besonderes Pfund, sie leistet einen wichtigen Beitrag dazu. Deshalb werden in den nächsten Jahren weiter Impulse gesetzt. Regionenmarketing ist dabei ein wichtiges Stichwort und wird im Zuge des wachsenden Standortwettbewerbs weiter vorangebracht.

 

2018 war auch das Europäische Kulturerbejahr. Es hielt Spannendes und Wissenswertes über das kulturelle Erbe in ganz Europa parat. Die Kultur- und Tourismusverantwortlichen im Landkreis nahmen das zum Anlass, Einheimische und Gäste auf eine spannende Reise einzuladen, um das für die Regionen Typische und Besondere gemeinsam zu entdecken. Zum Beispiel: Wo findet sich europäisches Erbe bei uns? In welchen Städten und an welchen Orten kann Kulturgeschichte erlebt werden? Zusammen mit 33 Partnern aus zwei Ländern, neun Landkreisen und einer kreisfreien Stadt sowie 23 Orten verschiedener Bundesländer werden die ganz individuellen und eindrucksvollen Geschichten dazu mit dem „Kulturschatz-Sucher“ erzählt. Die Kampagne ist genauso wie der Luther Pass auf einen längeren Zeitraum angelegt und hält Elbe-Elster als Kulturlandschaft weiter im Gespräch.

Und die Kampagne erwies sich schon ein Jahr nach ihrem Start als preiswürdig. Das heißt, der Landkreis trumpfte bei der Vergabe der pro agro-Marketingpreise auf der Internationalen Grünen Woche bereits zum zweiten Mal auf. In der Kategorie „Land- und Naturtourismus“ konnte der Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. mit seinem Angebot Kulturschatz-Sucher, E-Bike-Verleih für die ganze Familie und Genießertouren unter dem Motto „Elbe-Elster - Hier wird unser Familienurlaub zum Erlebnis!“ punkten und bekam dafür den 2. Preis vom Agrarmarketingverband pro agro zugesprochen. Die Botschaft lautet: Elbe-Elster ist Kreativität, Innovation und Unternehmertum. Über die Kultur und deren Akteure in Elbe-Elster wird viel und ausführlich nicht nur hier im eigenen Landkreis gesprochen. Das spornt natürlich an, den Kurs fortzusetzen und nicht nachzulassen. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski erinnerte auch an weitere land- und kreisübergreifende Erfolge. So erlebte die Stadt Mühlberg am 6. Mai ein großes Gewimmel wie lange nicht mehr.

Über 1.000 Menschen waren bei strahlendem Sonnenschein auf den Beinen, um die Erinnerung an den historischen Ritt Kaiser Karls V. im Jahr 1547 mit zu verfolgen und wachzuhalten. Der gelungene Tag mit Volksfestcharakter machte deutlich, dass sich aus der gemeinsamen Geschichte viele Anknüpfungspunkte für den Kulturtourismus in der Region ergeben, die genutzt werden sollten. Der Landkreis hat das Projekt des historischen Ritts Kaiser Karl V. von Anfang an mit Nachdruck unterstützt. Und vielleicht wird daraus ja mal eine Tradition. Mit diesem Auftakt in Mühlberg, Falkenberg und Bleesern wollte der Landkreis die kulturtouristischen Netzwerke in der Region stärken. Und das ist überzeugend gelungen.

Auch die vier Perlen im Museumsverbund Elbe-Elster haben 2018 mit interessanten Ausstellungen und Besucherangeboten das Publikum aus nah und fern angelockt. Rund 35.000 Gäste nutzten die Angebote der vier Museen. Erfolgreich wie eh und je mit noch einmal mehr Besuchern fiel die Jubiläumsausgabe des internationalen Puppentheaterfestivals aus. Knapp 6.000 Zuschauer erlebten diesmal das Festival. Es ist aus dem jährlichen Kulturkalender nicht wegzudenken und präsentiert im Schnitt jedes Mal rund 20 Bühnen aus fünf Ländern.

Zum 20. Geburtstag war auch eine Puppenbühne aus Taiwan mit von der Partie. Unbedingt erwähnt werden sollte der 8. Internationale Wettbewerb um den Gebrüder-Graun-Preis im November. Dieser ist um einige Neuerungen reicher sehr erfolgreich zu Ende gegangen. Das Teilnehmerfeld war diesmal so international wie noch nie. 35 Sänger und Instrumentalisten aus 13 Ländern waren zum dreitägigen internationalen Wettbewerb in die Kurstadt gekommen, um ihr Können auf dem Gebiet der Alten Musik zu demonstrieren.

Erstmals 2018 wurde zum Wettbewerb der Preis der „Hofkapelle Elbe-Elster“ für das Jahr 2019 vergeben. Die Auszeichnung beinhaltet drei Auftritte mit einer fünftägigen vorangestellten Probenphase. Der Titel „Hofkapelle“ soll den jungen Musikern zusätzliche Proben- und Auftrittsmöglichkeiten geben. Ihren ersten Probentermin absolvierten die jungen Musiker schon vor wenigen Tagen inklusive Konzert im Bürgerhaus Bad Liebenwerda.

Äußerst erfolgreich war 2018 wieder die Kreismusikschule „Gebrüder Graun“. Wie schon in den Vorjahren hat die musisch-kulturelle Bildungseinrichtung auch beim letzten Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Lübeck mehrere Ausrufezeichen gesetzt. Mit neun teilnehmenden Schülern gehörte die EE-Musikschule zu den Spitzenreitern beim Bundeswettbewerb. Mit einem 1. und zwei 3. Preisen konnte sie in der Hansestadt überzeugen und war somit auch musikalischer Botschafter des Landkreises in Schleswig-Holstein. Das ist nicht zuletzt das Verdienst des engagierten Lehrerteams von 85 Musikpädagogen. Letztere haben übrigens bei der traditionellen Abendmusik in Finsterwalde einmal mehr die hohe Qualität ihrer Arbeit eindrucksvoll demonstriert.

Auch der 25. Geburtstag der Fahrbibliothek Elbe-Elster wurde gefeiert. Dazu gab es eine Jubiläumsveranstaltung am Bücherbus in Schacksdorf im September. Zur großen Freude der Kinder und Erwachsenen unterhielt Puppenspielerin Cornelia Fritzsche mit ihrer Ratte das Publikum mit kleinen märchenhaften Geschichten. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski: „Ich denke, das Buch wird bleiben. Nicht zuletzt auch durch unsere Fahrbibliothek, die im Zeitalter von Internet und Multimedia vor allem Bücher (66 Prozent) zu den Lesern bei uns im Landkreis bringt.“ Was Elbe-Elster dadurch macht, ist schlicht Leseförderung. Mit Unterstützung möglichst vieler Zugänge zu möglichst vielen Sprachwelten, zu vielen Gedankenwelten und Kopfabenteuern, und verhilft so zu einem möglichst reichlichen Gebrauch des eigenen Verstandes.

Über die letzten zweieinhalb Jahrzehnte konnten die Busbesatzungen um Leiterin Marion Ballnat rund eine Million Besucher an Bord begrüßen. Den rund 2.000 Nutzern pro Jahr stehen in den Bücherbussen rund 58.000 Medien zur Verfügung. Dazu gehören vor allem Bücher und Hörbücher, Musik-CDs, klassische Brettspiele, aber auch moderne PC- und Konsolenspiele sowie Filme auf DVD. Rund 346.000 Kilometer haben die beiden Bücherbusse bei uns im Landkreis seit 1993 zurückgelegt. Das entspricht 17 Weltumrundungen.

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