Unser Wald und der Tag des Artenschutzes

Schwerpunkt der waldpädagogischen Arbeit

Das Thema Artenschutz im Wald ist immer auch ein Schwerpunkt der waldpädagogischen Arbeit. Foto: Klaus Radestock

Mittenwalde. Am 3. März 1973 wurde in Washington ein globales Artenschutz-Übereinkommen unterzeichnet. Seitdem begeht man alljährlich um diese Zeit den internationalen Tag des Artenschutzes. Auch Deutschlands Förster und andere Waldfreunde fühlen sich diesem Abkommen dauerhaft verpflichtet und haben vielfältige Bemühungen ergriffen, den Artenschutz zu unterstützen und weiter zu entwickeln. Der Artenschutz umfasst den Schutz und die Pflege bestimmter, aufgrund ihrer Gefährdung als schützenswert erachteter wild lebender Tier- und Pflanzenarten in ihrer natürlichen und historisch gewachsenen Vielfalt durch den Menschen. Für die Forstleute gilt es dabei vor allem, diese Belange gemeinsam mit ihren Partnern stetig und flächendeckend in die naturnahe Waldbewirtschaftung zu integrieren.

Mit anderen Worten: standortgerechter Waldbau auf ökologischer Grundlage dient der Lenkung von Waldökosystemen auf Nutz-, Schutz-, Erholungs- und Bildungs-Funktionen. Er ist damit - im Rahmen seiner Schutzfunktionen - das geeignete Mittel auch für die praktische Artenschutzarbeit im Wald. Denn: diese darf sich niemals nur in Reservate zurückziehen oder auf das Ausbringen von Nist- oder Fledermauskästen, „Ameisenschutzhauben“, „Hirschkäfer-Wiegen“ beschränken. Vielmehr muss das gesamte waldbauliche Handeln der Förster überall im Revier darauf ausgerichtet, der Artenschutz also „organischer“ Teil der Waldbewirtschaftung sein. Jedoch: ökologischer Waldbau hin oder her – man wird besonderen und ganz speziellen helfenden Maßnahmen für einzelne geschützte oder bedrohte Waldarten dennoch nicht ganz entsagen können, weil
• die heute stärker als früher ökologisch ausgerichtete Waldbewirtschaftung erst nach längerer Übergangszeit wirksam wird und
• die Lebensstätte (das Habitat) einer Art auch verschiedene Lebensräume (Biotope) umfassen kann, deren Zusammenhang in der Kulturlandschaft oft gestört ist.

Spezieller Artenschutz im Wald ist also unverzichtbar – und Deutschlands Förster sind kompetente Sachwalter dafür. Sie verwirklichen diese Arbeit jedoch nicht allein; ihre Initiativen, Aktionen, Publikationen  zum Artenschutz sind auf vielen Gebieten als „Kooperations-Sache“ angelegt und finden gemeinsam mit waldbezogen wirkenden Partnern wie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dem Bund Deutscher Forstleute, dem Deutschen Forstverein, dem Deutschen Jagdschutzverband, dem NABU statt.

Das Thema Artenschutz im Wald ist immer auch ein Schwerpunkt der waldpädagogischen Arbeit. Hier ergeben sich viel Möglichkeiten - bei Waldprojekttagen und Jugendwaldeinsätzen mit Schülern der Sekundarstufe I und II, in der Waldschul- und Schulwaldarbeit, als Waldtheater-Thema für Grundschüler, zu Waldjugendspielen oder Waldrallyes, in Waldwerkstätten, Waldlehrgärten und anderen „Grünen Lernorten“, bei Försterwanderungen. red/jr

Und was kann nun der Waldfreund beim speziellen Artenschutz konkret tun? Kleinsäuger kann man im Wald u.a. unterstützen durch
• das Ausbringen von Fledermauskästen als Sommerquartier und Wochenstube sowie Gestaltung alter Wildkeller / Bunker als Winterquartier,
• das Aushängen von Siebenschläferkästen und -kobel,
• verschiedene Maßnahmen für Biber, Fischotter, Igel

Den waldbewohnenden Vögeln helfen; u.a. mit
• artgerechten Nistkästen für Höhlenbrüter wie Wiedehopf, Schellente, Hohltaube oder Rauhfußkauz,
• dem Erhalten oder die Neuanlage von Ufersteilabbrüchen für Eisvogel oder Uferschwalbe,
• Sitzkrücken auf Kahlschlägen oder Kulturen für die Lauerjäger unter den Greifern wie etwa den Mäusebussard und verschiedene Nachtgreife,
• Nisttaschen aus gebundenen Kiefernzweigen für den Baumläufer sowie mit dem Zusammenbinden oder Kappen der Äste von Sträuchern für andere Vogelarten,
• dem Anlegen von Kunsthorsten für Arten wie Fischadler, Schwarzstorch, Waldohreule, Habicht, Mäuse- und Wespenbussard oder Graureiher,
• der Überwachung von Horstschutzzonen für baumbrütende Großvögel wie Seeadler oder Schwarzstorch 

Zum Lurch- und Kriechtierschutz im Wald kann man u.a.
• zusätzliche Laichtümpel für Lurche anlegen,
• Amphibien-Schutzzäune errichten,
• Sonnungs- und Eiablageplätze für Sumpfschildkröten freihalten,
• den Braunfrosch- und Eidechsenarten am Waldrand Feldsteinhügel aufschichten,
• spezielle Maßnahmen für Laubfrosch, Smaragdeidechse ergreifen

Geschützte Insekten und andere Wirbellose im Wald fördern; u.a. mit
• „Ameisenhege“ (Erfassung und Schutz von Ameisennesthügeln etwa mit Schutzhauben, Verschließen winterlicher Spechtlöcher, ggf. notwendige Rettungsumsiedlungen der Burgen …),
• dem Anbringen von Kästen für Hornissen,
• „Hirschkäfer-Wiegen“,
• Freistellen von „Heldbock-Eichen“

Für waldbewohnende geschützte Pflanzen gibt es u.a. folgende forstliche Maßnahmen:
• Saatgewinnung, Pflanzung, Zäunung für geschützte Gehölze,
• Mahd, Freistellen / Entbuschen, Besucherlenkung bei seltenen / bedrohten Bodenpflanzen,
• diverse Alleenschutzmaßnahmen

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