Fehlende Schutzmasken für Reinigungskräfte

Beschäftigte müssen Maske oft aus eigener Tasche zahlen

Gebäudereinigerinnen leisten durch ihre Arbeit einen Beitrag gegen die Infektionsgefahr in Betrieben, Büros und Behörden. Dennoch bleiben sie oft auf den Kosten für den eigenen Gesundheitsschutz sitzen, bemängelt die zuständige Gewerkschaft IG BAU. Foto: IG BAU

Lübben / Königs Wusterhausen. Sie kümmern sich um die Hygiene in Büros, Schulen und Krankenhäusern – müssen sich aber um die eigene Gesundheit Sorgen machen: Nach Einschätzung der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) stehen einem Großteil der Reinigungskräfte im Kreis Dahme-Spreewald nicht genügend kostenlose Atemschutzmasken zur Verfügung. Immer wieder komme es vor, dass Reinigungsfirmen beim Arbeitsschutz knausern und Beschäftigte den dringend benötigten Mund-Nasen-Schutz aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, so die Gewerkschaft.

„Es kann nicht sein, dass ausgerechnet die Menschen, bei denen das Einkommen kaum für Miete und Lebensunterhalt reicht, auf den Kosten der beruflich genutzten Masken sitzen bleiben. Besonders schwer ist es für Teilzeitkräfte und Minijobber. Das muss sich schnell ändern“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Rudi Wiggert.

Nach Angaben der Arbeitsagentur gibt es im Landkreis Dahme-Spreewald rund 1.000 Beschäftigte in der Gebäudereinigung. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz zähle zu den Fürsorgepflichten des Arbeitgebers, betont Wiggert. Daran dürfe nicht gespart werden – „das Tragen einer Atemschutzmaske ist aktuell Pflicht und erst recht notwendig, wenn Beschäftigte sich am Arbeitsplatz einer erhöhten Infektionsgefahr aussetzen“. Die IG BAU Mark Brandenburg ruft die Reinigungsfirmen in der Region dazu auf, umgehend für ausreichend Atemschutzmasken zu sorgen, am besten nach dem FFP2-Standard. „Betroffene berichten davon, dass sie bislang – wenn überhaupt – nur eine einfache OP-Maske kostenlos bekommen. Wenn es nach dem Arbeitgeber geht, soll die dann mehrere Tage halten. Wer den Mundschutz mehrmals täglich wechselt, muss dafür selbst aufkommen“, berichtet der Gewerkschafter.

Dieser Missstand müsse dringend behoben werden. Wichtig sei, dass die Firmen die besten Masken für die Sicherheit der Beschäftigten zur Verfügung stellen und über den richtigen Gebrauch der sogenannten Aerosol-Filter informierten. „Vom Verformen des Nasenclips bis hin zum Aufsetzen mit vier Fingern, damit die Maske an der Haut abschließt – hierfür sollte es im Betrieb eine Anleitung geben“, so Wiggert. Aus Sicht der IG BAU muss für das Tragen der Atemschutzmaske der Erschwerniszuschlag im Rahmentarifvertrag gezahlt werden. „Viele Firmen verweigern diese Zulage. Wer stundenlang unter einer Maske körperlich schwer arbeitet, hat den Lohnaufschlag verdient.“ red/jr

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Dahme-Spreewald

„Mein Lokal, Dein Lokal“ zu Gast im Spreewald
Lübbenau

„Mein Lokal, Dein Lokal“ zu Gast im Spreewald

Eine ganze Woche lang widmet sich Kabel Eins der kulinarischen Vielfalt des Spreewalds: Vom 8. bis zum 12. März 2021 begleitet die Doku-Koch-Show „Mein Lokal, Dein Lokal“ fünf Restaurantchefs aus der...

Ihr Ziel: Ein gesundes Lächeln und Selbstvertrauen schenken
Cottbus

Ihr Ziel: Ein gesundes Lächeln und Selbstvertrauen schenken

Sarina Habich, Eileen Prey und Saskia Katzschke haben vor allem eines gemeinsam: Sie erlernen den Beruf Zahntechnikerin und möchten damit anderen Menschen wieder zu einem strahlenden Lächeln und mehr...

Online-Workshop
Königs Wusterhausen

Online-Workshop

Viele Eltern geben täglich ihr Bestes, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Der Spagat zwischen Beruf und Familie kostet allerdings Zeit und Energie, gerade in der jetzigen Situation. Die...

Antragsberechtigt sind nur die Vereine selbst
Königs Wusterhausen

Antragsberechtigt sind nur die Vereine selbst

Etwa 81.000 Euro hat die Stadtverwaltung im aktuellen Haushalt zurückgestellt, um die Sportvereine Königs Wusterhausens zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Diese reichten im...

Eindringlicher Appell für Rückkehr des Amateursports
Lübben / Königs Wusterhausen

Eindringlicher Appell für Rückkehr des Amateursports

Die Präsidenten aus den Regional- und Landesverbänden des DFB haben im Rahmen ihrer Konferenz einen gemeinsamen Appell formuliert, der die hohe gesellschaftliche Bedeutung und Wirkung des...

Grundschule Zeesen
Zeesen

Grundschule Zeesen

Zeesen. Die Vorbereitungen für den Abbruch der Grundschule Zeesen laufen auf Hochtouren. Das Gebäude ist weitestgehend entkernt. Auch die Fenster sind größtenteils schon ausgebaut. In dieser Woche...

ALDI spendet Lebensmittel
Mittenwalde

ALDI spendet Lebensmittel

Menschen immer und überall mit dem zu versorgen, was sie zum täglichen Leben brauchen und das einfach und schnell: Dafür steht ALDI Nord. „Wir blicken dabei über den Tellerrand hinaus und unterstützen...

Alte Fahrerlaubnis: Pflichtumtausch auf EU-Kartenführerschein
LDS

Alte Fahrerlaubnis: Pflichtumtausch auf EU-Kartenführerschein

Die Fahrerlaubnisbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald weist auf den rechtzeitigen Pflichtumtausch von Führerscheindokumenten hin. Es handelt sich um einen gestaffelten Pflichtumtausch dieser...

Kastration der Hauskatzen
Märkisch Buchholz

Kastration der Hauskatzen

In Deutschland gibt es zwar bislang noch keine bundesweite Vorgabe, doch wird die Kastrationspflicht zunehmend auf kommunaler Ebene geregelt. Grundsätzlich sollten Katzenbesitzer aber die...

Städtepartnerschaft wieder aufleben lassen
Königs Wusterhausen

Städtepartnerschaft wieder aufleben lassen

Die Waldorfschule in der tschechischen Partnerstadt Příbram sucht eine Partnerschule in Königs Wusterhausen. Ein entsprechendes Schreiben des dortigen Bürgermeisters, Jan Konvalinka, und des...

Großes Ärgernis in der Stadt
Königs Wusterhausen

Großes Ärgernis in der Stadt

Die Stadtverwaltung weist Hundebesitzerinnen und -besitzer darauf hin, dass sie die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner stets aus dem öffentlichen Raum entfernen müssen. Dies ist wichtig, da die...

„Halbe.Zeit“ lädt zur Reflexion über die Pandemie ein
Halbe

„Halbe.Zeit“ lädt zur Reflexion über die Pandemie ein

Die ersten Grundschüler gehen wieder zur Schule. Ist das der Anfang vom Ende des Lockdowns? Oder befinden wir uns erst in der Halbzeit dieser Corona-Pandemie? Ist das Glas halb voll oder halb leer?...

Netzhoppers konnten Berlin ärgern
Königs Wusterhausen / Bestensee

Netzhoppers konnten Berlin ärgern

Eine richtig starke Generalprobe vor dem DVV-Pokalfinale am kommenden Sonntag (28. Februar) zeigte Volleyball-Bundesligist Netzhoppers KW-Bestensee im Heimspiel gegen den deutschen Meister BR Volleys....