Landkreis setzt Zeichen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Fahnenhissung von Vize-Landrätin und Gleichstellungsbeauftragter in Königs Wusterhausen

Dahme-Spreewalds Vize-Landrätin Susanne Rieckhof (2.v.r.) und Gleichstellungsbeauftragte Elke Voigt (M.) hissen gemeinsam mit dem Personalratsvorsitzenden Ralf Kunze (r.) sowie Mitarbeiterinnen des Bereichs Gleichstellung die Fahne „frei leben − ohne Gewalt“ am Verwaltungsgebäude des Landkreises in Königs Wusterhausen. Foto: Gerlinde Irmscher / LDS

Lübben. Anlässlich des internationalen Aktionstages „Nein – zu Gewalt an Frauen!“ wehen heute in vielen Städten und Gemeinden Flaggen, um auf den gesellschaftlichen Missstand aufmerksam zu machen. Das Hissen der „frei leben − ohne Gewalt“ –Fahne ist mittlerweile auch im Landkreis Dahme-Spreewald zu einem wichtigen und wahrnehmbaren Symbol für Frauenrechte geworden. Die Fahne steht für ein freies und selbstbestimmtes Leben der Frauen und Mädchen weltweit.

Gerade in diesem Jahr ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder nicht allein gelassen werden. Am heutigen Mittwochmorgen fand das zentrale Hissen der Fahne „frei leben - ohne Gewalt“ in Dahme-Spreewald am Kreisverwaltungsstandort in der Königs Wusterhausener Brückenstraße statt. Damit erfolgte auch ein Bekenntnis zur Umsetzung der Istanbul Konvention − dem „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“. Vize-Landrätin Susanne Rieckhof und die Gleichstellungsbeauftragte Elke Voigt haben die Fahne gemeinsam gehisst. Unter anderem werden in Lübben, Schulzendorf, Königs Wusterhausen und Bestensee ebenfalls die Fahnen als Zeichen gegen Gewalt an Frauen wehen. Aufgrund der Corona-Pandemie finden keine weiteren Präsenzveranstaltungen zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ statt.
 
Der Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabel, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Widerstandsaktivitäten gegen den Diktator Rafael Trujillo beteiligt. Der Mut der Mirabel-Schwestern bei ihrem Kampf gegen den Tyrannen gilt inzwischen als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. 1999 haben die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ erklärt. Bundesweit wird seit dem 25. November 2001 in vielen Städten und Gemeinden mit Flaggen auf den gesellschaftlichen Missstand aufmerksam gemacht.

Präventionsarbeit im Landkreis

Eine online-Veranstaltung zum Thema „Wie schütze ich mein Kind im Alltag vor Gewalt“ haben das Mehrgenerationenhaus Bestensee in Kooperation mit der Grundschule Bestensee, dem Netzwerk Gesunde Kinder, der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Diakoniewerkes Simeon Königs Wusterhausen und dem Gleichstellungsbereich des Landkreises Dahme-Spreewald organisiert. Am heutigen Mittwoch, 25. November, haben Eltern, Lehrende und Erziehende die Möglichkeit von 17 bis 18.30 Uhr virtuell ins Gespräch zu kommen und Anregungen, Ideen und Tipps zu folgenden Inhalten zu bekommen:
 
•    Wie kann ich mein Kind vor gewalttätigen Eingriffen schützen?
•    Welche Erfahrungen habe ich selbst gemacht und welche sind hilfreich gewesen?
•    An wen kann ich mich wenden, wenn mein Kind Formen von Gewalt erfahren hat?
•    Wie kann ich mit meinem Kind zu diesem Thema ins Gespräch kommen und was ist, wenn mein Kind selbst aggressiv ist und möglicherweise in der Schule Gewalt ausübt?
•    Neben diesen wichtigen Fragen, die sich jedes Elternteil sorgenvoll stellt, kann es auch wichtig sein, sich zu fragen wie man sich in der Familie begegnet und wie man miteinander redet.

Hilfe für Betroffene von häuslicher Gewalt


Der Landkreis Dahme-Spreewald ist Träger des Frauenhauses. Angegliedert ist die Einrichtung an den Bereich der Gleichstellungsbeauftragten. Im Frauenhaus können insgesamt zwölf Frauen und 18 Kinder Zuflucht vor häuslicher Gewalt finden. Zwei Sozialarbeiterinnen kümmern sich um die Belange der Bewohnerschaft und helfen ihnen, den Weg in ein gewaltfreies Leben zu ebnen. Die Mitarbeiterinnen stehen den betroffenen Frauen und Kindern unterstützend zur Seite, etwa bei der Begleitung zu Ämtern, mit Gesprächs- und Gruppenangeboten oder der Schulanmeldung. Im Anschluss an den Frauenhausaufenthalt erfolgt eine sechsmonatige Nachsorge.
 
Die Hilfe und die Aufnahme der von Partnergewalt betroffenen Frauen und ihren Kindern ist zu jeder Tages- und Nachtzeit möglich. Dafür ist eine entsprechende 24-Stunden-Rufbereitschaft eingerichtet − auch an den Wochenenden und Feiertagen. Die Telefonnummer lautet: 0172/5695561.
 
Zur Prävention gegen häusliche Gewalt gibt es ein Beratungsangebot im Büro der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Dahme-Spreewald für Betroffene, Angehörige, LehrerInnen. Peggy Regorz ist Ansprechpartnerin und unter 0174/1609739 erreichbar.

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