Tierschutzorganisation "Peta" fordert regelmäßige Corona-Tests für Schlachthofmitarbeiter

Tierschutzorganisation "Peta" fordert regelmäßige Corona-Tests für Schlachthofmitarbeiter

Die Akkordarbeit unter schlechten Bedingungen in deutschen Schlachthöfen führt nach Ansicht der Tierschutzorganisation "Peta" nicht nur zu immer mehr Corona-Infektionen unter den Mitarbeitern, sondern häufig auch zu Fehlbetäubungen der Tiere vor der Schlachtung. Foto: Pixabay

Schlechte Arbeitsbedingungen führen zu Tierquälerei

Luckau. In den vergangenen Wochen hat sich bundesweit ein Schlachtbetrieb nach dem anderen als Corona-Hotspot entpuppt, so unter anderem in Birkenfeld, Bad Bramstedt, Dissen, Oer-Erkenschwick, Straubing-Bogen, Wildeshausen und Coesfeld. Doch die Infektionswelle im Betrieb der Tönnies Holding in Rheda-Wiedenbrück mit über 1.500 Erkrankten und anschließendem "Lockdown" der Landkreise Gütersloh und Warendorf im Juni zeigt nach Ansicht der Tierschutzorganisation "Peta" in vollem Ausmaß, wie die Verantwortlichen der Fleischkonzerne und Schlachtereien Arbeiter ausbeuten und Bürger gefährden.

Selbst nachdem die Masseninfektionen aufgedeckt wurden, kooperierte die Tönnies-Unternehmensführung nur widerwillig mit den Landkreisbehörden. Vergangene Woche forderte "Peta" neben anderen Behördenverantwortlichen auch Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) auf, unverzüglich zu veranlassen, sämtliche Mitarbeiter des Schlachthofs der Vogler Fleisch GmbH regelmäßig auf das Coronavirus testen zu lassen. Zudem erwarten die Tierschützer, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter geprüft sowie die Einhaltung der Tierschutz- und Tierhygienebestimmungen engmaschig kontrolliert werden.

"Aufgrund der systematischen und offenbar vorsätzlich herbeigeführten menschenverachtenden Arbeits- und Lebensbedingungen in dem Tönnies-Betrieb in Rheda-Wiedenbrück ist zu befürchten, dass bei anderen Schlachthöfen ähnliche Bedingungen und womöglich Covid-19 Erkrankungen vorherrschen", befürchtet der Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei "Peta", Edmund Haferbeck. "Wir erwarten, dass die Behörden jetzt hart durchgreifen und nicht länger wegschauen."

Tönnies Skrupellosigkeit zeige sich auch im qualvollen Umgang mit den Tieren, denn ebenso wie die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten ist auch das Leid der Tiere in den Schlachthöfen seit Jahren bekannt. Aufgrund der Schlachtung im Akkord und der unmenschlichen Arbeitszeiten sind Fehlbetäubungen an der Tagesordnung, heißt es von "Peta". Laut Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und vier bis über neun Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn sie an einem Bein kopfüber aufgehängt werden und ihnen die Kehle durchtrennt wird. In absoluten Zahlen bedeutet dies für jährlich weit über 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine einen qualvollen Tod - die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. red/sg

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