Quarantäne für Berufspendler

Dramatischen Einschnitt für die Grenzregion

Königs Wusterhausen/Ludwigsfelde. Quarantäne für Berufspendler bringt dramatischen Einschnitt für die Grenzregion. Ab Freitag, dem 27. März, um 0 Uhr, müssen polnische Pendler nach der Einreise in Polen in 14-tägige Quarantäne. Die neue Verordnung wurde vom polnischen Gesundheitsminister erlassen. Die Brandenburgischen Industrie- und Handelskammern erwarten dramatische Auswirkungen für die Grenzregion. So wird es für viele deutsche Unternehmen nur noch zwei Möglichkeiten geben: Entweder die polnischen Mitarbeiter werden nicht mehr zur Arbeit nach Deutschland kommen oder sie finden eine Unterkunft in Deutschland und sind bereit, länger an ihrem Arbeitsort zu bleiben.

„Diese neue Verordnung - von der mehr als 25.000 Pendler in Brandenburg und Berlin betroffen sein werden - trifft viele Brandenburger Unternehmen ins Mark. Der Mangel an Arbeitskräften wird nun in betroffenen Branchen brenzlig. Das macht es noch schwieriger die Wirtschaft in der Grenzregion am Laufen zu halten. Außenminister Heiko Maas und Dietmar Woidke als Koordinator für die deutsch-polnische Zusammenarbeit sind gefordert, schnellstmöglich das Gespräch mit der polnischen Regierung zu suchen und eine tragfähige Lösung zu finden“, sagt Carsten Christ, Präsident der IHK Ostbrandenburg und Federführer der Landesarbeitsgemeinschaft Verkehr der Brandenburger IHKs.

Die Industrie- und Handelskammern befürchten, dass Arbeitskräfte besonders in der Landwirtschaft sowie in der Gesundheits- und Pflegebranche fehlen werden. Neben drohenden Verlusten für deutsche Unternehmen, werden auch viele polnische Arbeitnehmer mit Lohneinbußen rechnen müssen.

„Das hat Signalwirkung für die gesamte Grenzregion. Sie wurde in den vergangenen 30 Jahren erfolgreich entwickelt. Zusammenleben und -arbeit sind selbstverständlich geworden. Das ist nun nicht mehr möglich“, verdeutlicht Carsten Christ.

Um polnische Arbeitnehmer zum Bleiben zu bewegen und von den Schließungen betroffene Hotel- und Pensionsbetreiber nachhaltig zu unterstützen, wären finanzielle Anreize durch Land Brandenburg hilfreich, wie zum Beispiel analog der Regelung im Freistaat Sachsen, wo 40 Euro pro Tag für die Übernachtung vom Freistaat übernommen werden. Um der kritischen Situation kurzfristig entgegenzuwirken, arbeiten die Brandenburger IHKs an Beherbergungslösungen für polnische Angestellte.

Die IHK Ostbrandenburg und IHK Cottbus haben bereits erste positive Rückmeldungen von Beherbergungsunternehmen sammeln können und vermitteln zu interessierten Unternehmen. Unternehmen, die Unterkünfte für ihre polnischen Fachkräfte zu suchen, können sich für Südbrandenburg über die Coronahilfe-Hotline der IHK Cottbus unter 0355 365 1111, E-Mail: hilfe@cottbus.ihk.de und für Ostbrandenburg über das Servicezentrum unter 0335 5621 1111, E-Mail: info@ihk-ostbrandenburg.de melden. red/jr

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