Großer Weißer Hase macht auf Panorama-Ausstellung neugierig

Teil einer bisher einmaligen Gemeinschaftsschau von 37 Künstlern aus dem Landkreis Dahme-Spreewald

Zum Markenzeichen der Gemeinschaftsausstellung avanciert ein großer weißer Hase. Das ca. zwei Meter hohe und 700 bis 800 kg schwere Tier aus Beton wurde am 7. Februar auf dem Lübbener Marktplatz aufgestellt. Fotos: ed

Lübben. Was macht ein großer weißer Hase auf dem Marktplatz in Lübben? – Das ca. zwei Meter hohe Tier aus Beton ist Teil einer bisher einmaligen Gemeinschaftsschau von 37 Künstlern aus dem Landkreis Dahme-Spreewald in der Lübbener Rathausgalerie und in der Horizontalen Galerie im Landratsamt, die am 12. Februar um 17 Uhr unter dem Titel „Panorama“ eröffnet wird.

Der Große Weiße Hase, der am 7. Februar in Lübben aufgestellt wird, soll auf besondere Weise auf die Ausstellung hinweisen und zudem den Weg vom Rathaus zum Landratsamt weisen. Er wurde vom Töpchiner Bildhauer Harald Müller geschaffen. „Der ‚Hase‘ Albrecht Dürers war wohl das erste Kunstwerk, das ich als Jugendlicher bewusst wahrgenommen habe“, erzählt Harald Müller. „An ihm spürte ich erstmals die Macht von Bildern. Dürers Bild fasziniert mich bis zum heutigen Tag und ich habe wohl aus diesem Grund Hasen in zahlreichen Erscheinungsformen modelliert, geschnitzt und gezeichnet.“

Der Große Weiße Hase ist für einen städtischen Raum konzipiert worden. „Seine Formen sind daher schnittiger und eher mit Designerformen verwandt“, erläutert der Künstler. Die Skulptur war einige Jahre lang auf Tournee, u.a. stand sie im Jahr 2000 bei der Berliner Aktion „Kunstkreuz“ auf der Frankfurter Allee. „Jetzt ist er jetzt wieder im Landkreis angekommen und ich freue mich, ihn bei der Panorama-Ausstellung präsentieren zu dürfen“, sagt Harald Müller.

Die Ausstellung, die von der Lübbener Stadtverwaltung initiiert und vom Landkreis gefördert wurde, zeigt Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Fotografie. Entsprechend groß ist die Bandbreite an künstlerischen Techniken und Herangehensweisen. Da gibt es diejenigen, die vor allem ästhetischen Ansprüchen folgen, und diejenigen, die illustrativ an Ideen und Aussagen arbeiten. Unter den 37 Künstlern sind sieben Fotografen, die sich mit teils experimentellen Ansätzen u.a. mit aktuellen Umweltfragen auseinandersetzen. Bei den bildenden Künstlern spielen u.a. Materialien wie Keramik, Stahl, Holz und Beton eine Rolle.

Der Ideenreichtum der heimischen Künstler dürfte Besucher dazu anregen, selbst etwas neues Kreatives auszuprobieren oder ein passendes Werk für zu Hause zu finden. Zur Ausstellung werden zudem Arbeitsblätter für Kinder und Schüler entwickelt, die sie bei der Wahrnehmung der Kunstwerke sensibilisieren und sie zur Auseinandersetzung mit dem Gesehenen anregen sollen.

Die Vernissage beginnt am 12. Februar um 17 Uhr im Landratsamt in der Reutergasse 12. Anschließend, gegen 18.30 Uhr, wird die Vernissage in der Rathausgalerie in der Poststraße fortgesetzt. „Über Kreuz“ werden Lübbens stellvertretender Bürgermeister Frank Neumann und Landrat Stephan Loge die Ausstellung eröffnen – der Frank Neumann im Landratsamt und Stephan Loge im Rathaus. Harfen- und Gitarrenklänge begleiten die Eröffnung.

Zur Finissage am 29. April wird es ein Künstlercafé geben, bei dem Besucher abermals mit den Künstlern ins Gespräch kommen können: Was bewegt die Künstler am Berliner Stadtrand, wie leben und arbeiten Künstler auf dem Dorf, wie sehen sie unsere (Kreis- und Stadt-)Gesellschaft und wo klemmt es in ihren Augen gerade besonders? Das und mehr lässt sich während der Vernissage, der Finissage und während der gesamten Ausstellung trefflich reflektieren. Nicht zuletzt bietet die Schau im Rathaus und im Landratsamt die Gelegenheit zu diskutieren, was Kunst mit Verwaltung zu tun hat: Was kann Verwaltung für Künstler tun und was können Künstler der Verwaltung geben?red

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