Langeweile, Zerstörungswut und Zerstörungslust

Langeweile, Zerstörungswut und Zerstörungslust

„Die Stadt leidet überwiegend unter dem „Ansprühen primitiver Graffiti, Schmierereien von Dilettanten“. Fotos: Stadt Lübbenau

Ärger über hässliche Graffiti und Vandalismus im Stadtgebiet

Lübbenau. Für Lübbenau/Spreewald hat Kunst im öffentlichen Raum einen besonderen Stellenwert, die auch dazu beiträgt, das Stadtbild zu beleben. Umso bedauerlicher sind die vor allem die in den vergangenen Monaten wieder häufiger auftretenden Beschädigungen durch Graffiti und Vandalismus an kommunalen Gebäuden und Objekten sowie an den Kunstwerken selbst. Die Stadt leide überwiegend unter dem „Ansprühen primitiver Graffiti, Schmierereien von Dilettanten“, formuliert Bürgermeister Helmut Wenzel sehr drastisch. Quasi im Vorbeigehen und ungezielt würden der Bahnhofstunnel, Gebäude und Mauern mit illegalen Graffitis beschmiert. Auch treten regelmäßig Beschädigungen an Kleinteilen oder Exponaten im Stadtgebiet auf, wie beispielsweise den Informationstafeln der Freiluftausstellung „Tagebau-Kraftwerk-Wohnen“ und den Isolatoren am Energieweg oder den Skulpturen in der Poststraße. Zudem werden vor allem an den Straßenlaternen wild unerlaubte Aufkleber angebracht.
Es handelt sich in allen Fällen um eine Sachbeschädigung, die in jeglicher Art durch die Stadt strafrechtlich verfolgt wird. Wer ertappt wird, muss mit polizeilichen Ermittlungen, gerichtlichen Verurteilungen und hohen zivilrechtlichen Schadensersatzforderungen rechnen.
Um dem vorzubeugen, hat die Verwaltung zum Beispiel die alte Turnhalle in der Beethovenstraße, Trafostationen oder Telefonverteilerkästen und die Garagenrückseiten an der Skaterbahn zur kreativen Gestaltung freigegeben. Außerdem unterstützt die Stadt Projekte, wie das erst kürzlich fertiggestellte Lübbenauer Fensters, einer 60 Quadratmeter großen Mosaikwand, dem Überbleibsel der POS Gerhart Eisler auf der Grünfläche zwischen Kraftwerkstraße und Güterbahnhofstraße. Kinder und Jugendliche gestalteten hier ihren Zukunftsentwurf für Lübbenau/Spreewald und wurden aktiv in die Stadtgestaltung einbezogen. Doch dies scheint einigen Personen nicht zu genügen.
Von den hohen materiellen Schäden und dem Aufwand zur Beseitigung beziehungsweise der Wiederherstellung des Originalzustandes abgesehen, bedeuten die Graffiti- und Vandalismusschäden aber auch, dass das Werk des eigentlichen Künstlers nicht Wert geschätzt wird.
An einigen Stellen wurde begonnen, die Gebäude mit Videoüberwachungen auszurüsten, um somit präventiv gegen solche Schäden vorzubeugen. Weiterhin wird eng mit der Polizei und privaten Sicherheitsdiensten zusammengearbeitet.

Langeweile, Zerstörungswut und Zerstörungslust kennzeichnen auch den häufiger auftretenden Vandalismus. Dabei wird weder vor Parkbänken, Papierkörben, Parkscheinautomaten, Straßenlaternen oder Fensterscheiben Halt gemacht. Die finanziellen Mittel, die für die Reparaturen oder für die Neuanschaffungen benötigt werden, könnten effektiver eingesetzt werden. Daher ergeht von Bürgermeister Helmut Wenzel ein Aufruf an alle Bürger der Stadt Lübbenau/Spreewald: „Gehen Sie aufmerksam und mit offenen Augen durch unsere Stadt und informieren Sie bei Auffälligkeiten die Polizei beziehungsweise die Verwaltung. Wir müssen dranbleiben und dürfen angesichts der zerstörerischen Einflüsse nicht resignieren“, sagt er. Die Gesellschaft habe, was das betrifft, viel auszuhalten. Oft seien bei Schäden auf öffentlichen Spielplätzen Jugendliche die Verursacher. „Das Thema ist, dass sie nicht richtig einschätzen können, ob ein Spielgerät altersgemäß noch für sie geeignet ist“, sagt er. Aber auch mutwillige Beschädigungen wie das Aufschlitzen eines in den Boden eingebauten Trampolins mit Messern, das Zerschneiden von Seilen oder Böller in Papierkörben seien vorgekommen. Ungeachtet ob es sich um Sachbeschädigungen an öffentlichem oder privatem Eigentum handelt, auch Bauamtsleiter Sven Blümel ist empört darüber, dass frisch renovierte Fassaden und pfleglich behandelte Gebäude oder Gegenstände „einfach nur mit Tags beschmiert“ werden, also dem aufgesprühten oder aufgemalten Signaturkürzel der Graffiti-Sprayer.

Zudem vermisst er den Respekt vor Gedenkeinrichtungen, beispielsweise dem russischen Ehrenmal, dessen Rückseite regelmäßig verunreinigt werde. „Hier soll einfach nur gezeigt werden: Ich war wieder unterwegs“, vermutet er. Prämien für Hinweise seien nur bedingt erfolgversprechend, stellt er fest. Jedoch wird jede Schmiererei bei der Polizei angezeigt. Bei den Graffitis scheint es sich zudem an einigen Stellen um den oder die gleichen Täter zu handeln, denn „ihr“ „Tag“ taucht sehr häufig auf. Durch die Dokumentation können bei Ergreifen eines Täters so auch andere Fälle von Sachbeschädigungen zugeordnet werden, die dieser mit seinem „Tag“ versehen hat. Wenzel und Blümel bitten die Bürger um Unterstützung:

„Bitte helfen Sie uns, unsere Stadt sauber zu halten und für ein attraktives Stadtbild Sorge zu tragen.“
Für sachdienliche Hinweise und Informationen, die zur Überführung des und der Verursacher/s beitragen, ist die Stadt bereit, bis zu 1.000 Euro Belohnung zu zahlen. red

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