Von Gorbatschow, Gurkensuppe und dem Umgang mit dem Wolf

Politischer Dorfrundgang mit Robert Habeck in Groß Leuthen

Bei einem Rundgang durch das Dorf nahmen neben Robert Habeck und Benjamin Raschke etwa 30 Anwohner teil. Foto: ideengrün.de/markus pichlmaier

Groß Leuthen. Am 6. Juni war der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke erneut zu Gast in Groß Leuthen (Dahme-Spreewald). Diesmal begleitete ihn der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Robert Habeck. Bei einem Rundgang durch das Dorf nahmen neben Robert Habeck und Benjamin Raschke etwa 30 Anwohner teil, darunter auch die bündnisgrüne Gemeindevertreterin Michaela Gerloff, der Sprecher der Initiativgruppe „Groß Leuthen entwickeln“ Reinhard D. Schulz, Peter Müller von der Bürgerinitiative „Klein Leuthen bewahren“, die Bürgermeisterin Annett Lehmann und interessierte BürgerInnen auch aus benachbarten Dörfern.

„Als Minister für den ländlichen Raum in Schleswig-Holstein weiß ich, dass Zuhören das Wichtigste ist“, sagte Habeck. Innerhalb einer Stunde gab es geballte Infos über die Kitas im Ort, Entwicklungspotentiale- und Hemmnisse sowie Chancen. Aber auch für Anekdoten blieb Zeit. So berichtete eine ältere Dame, dass zu DDR-Zeiten schon mal Raissa Gorbatschowa im Dorf war. Sie wollte damals die Dörfer im Spreewald kennenlernen, während ihr Mann mit Erich Honecker verhandelte.

„Manchmal reicht es schon die Menschen zusammen zu bringen und zu reden. Dann lassen sich Probleme leichter angehen“, sagte Habeck. Leider hat der ländliche Raum im politischen Potsdam kaum eine eigene Stimme, kritisierte Raschke. Nach den Vorstellungen der Bündnisgrünen sollen die Belange der Dörfer zukünftig mehr Aufmerksamkeit erhalten. „Mit der Enquete Kommission für den ländlichen Raum sind eine Vielzahl von wichtigen Empfehlungen für eine lebendige Entwicklung der Dörfer entstanden. Es wird darauf ankommen, dass diese Empfehlungen nicht in Schublade verstauben, sondern mit Leben gefüllt werden. Auf Landesebene braucht die Entwicklung des ländlichen Raums mehr Priorität, im zuständigen Ministerium und mit einer Stabstelle für den ländlichen Raum in der Staatskanzlei“, forderte Raschke.

Beim anschließenden Gespräch im Mehrgenerationshaus wurde bei hausgemachter Gurkensuppe mit Landwirten, Jägern und Dorfbewohnern über den Umgang mit dem Wolf gesprochen. „Mir ist daran gelegen, dass das Leben mit dem Wolf möglich ist. Eine Diskussion, welche entweder den Wolf verteufelt oder den Wolf ausschließlich schützt – d.h. eine Diskussion zwischen Mogli und Rotkäppchen – ist wenig hilfreich“, sagte Habeck „Wir müssen Antworten finden, wie wir mit Wölfen umgehen, welche sich nicht artgerecht verhalten, dazu gehört eben auch eine Regelung zur Entnahme des Wolfes. Der Schutz des Menschen muss an oberster Stelle stehen. Aber, der Wolf gehört auch in unser Ökosystem und hier hat die EU einen klaren Schutzstatus für den Wolf festgelegt. Denn klar ist, auch in Zukunft wird es immer wieder zu Weidetierrissen durch den Wolf kommen. Den emotionalen Verlust kann niemand ausgleichen, aber zumindest der Finanzielle muss stimmen, wenn wir Weidetierhaltung und ein Leben mit dem Wolf wollen.“

Besonders freute Habeck ein Geschenk zum Abschied: Ein fast 30 Jahre altes Wahlplakat der Grünen. Und natürlich gab es zum Abschluss noch das eine oder andere Selfie mit dem Bundespolitiker. red

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