Diskussionen, Botschafter und Premieren

25. Verbandsjubiläum des Bauernverbandes Südbrandenburg

Maria Marten (2.v.l.) von der Bauerngenossenschaft Dahme ist die neue AgrarQuiz-Queen. Tobias-Peter Kortmann von der Agrargenossenschaft Görsdorf belegte Platz zwei. Stellvertretend für ihn nahm sein Chef Christian Wolff (Mitte) die Auszeichnung entgegen. Minister Vogelsänger (1.v.l), Verbandsvorsitzender Thomas Goebel (1.v.r.) und Geschäftsführerin Carmen Lorenz (2.v.r.) freuen sich mit ihnen. Fotos: Borjana Dinewa-Zelt

Minister Jörg Vogelsänger (3.v.l.), Verbandschef Thomas Goebel (2.v.l.) und Geschäftsführerin Carmen Lorenz (1.v.l.) gratulieren den Berufsbotschaftern 2019: (v.r.n.l.) Pascal Klinkmüller (Milchgut Görlsdorf), Werner Romke (Agrargenossenschaft Uckro) und Anna Richter (AWO Reha-Gut Kemlitz).

Luckau. Unter dem Motto „Zuverlässig und dynamisch - 25 Jahre für Landwirte im Einsatz“ fand der 25. Verbandstag des Bauernverbandes Südbrandenburg mit knapp 200 Gästen aus Politik und Landwirtschaft in Luckau statt. Neben einer Podiumsdiskussion mit Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger, DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken,  LBV-Präsident Henrik Wendorff und Mitgliedern des Brandenburger Agrarausschusses stellte der Verband seinen neuen Berufsimage-Film vor.  Erstmalig wurden vier Junglandwirte als Berufsbotschafter ausgezeichnet.

Lebhafte Diskussion - Fragen zu Tierschutz, regionaler Vermarktung, Wasserrecht, Düngeverordnung, Digitalisierung und dem Wolf stellten sich Minister und Verbandsvertreter sowie die Brandenburger Landtagsabgeordneten Anke Schwarzenberg (Die Linke), Andreas Gliese (CDU) und Benjamin Raschke (Bündnis90/Grüne). An der regen Diskussion beteiligten sich auch Mitglieder und Gäste. Anja Müller König, Vorsitzende der Agrargenossenschaft Goßmar, kritisierte die fehlende Orientierung an wissenschaftlichen Erkenntnissen in politischen Debatten. Hart ins Gericht mit Politikern in puncto Bürokratie ging auch Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes: „Bürokratie ist eine Folge politischer Entscheidungen.“ Zu einer umfassenden Entbürokratisierung fehle aber derzeit der politische Wille.

  Einen anderen Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit brachte Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes Brandenburg, beim Thema Tierhaltung auf den Punkt. Wer nach Regionalität rufe, müsse auch mehr Tierhaltung in Brandenburg zulassen. Nur so könne der Bedarf an regional erzeugtem Fleisch gedeckt werden. Auf ein weiteres Manko wies Thomas Goebel, Vorstandsvorsitzender des Bauernverbandes Südbrandenburg, hin: „Es fehlen verarbeitendes Gewerbe und regionale Vermarktungskonzepte mit einem gezielten Ausbau der Direktvermarktung, um mehr Wertschöpfung in der Region zu belassen.“ Weitgehende Einigkeit herrschte beim Dauerbrenner Wolf. Die Abgeordnete Schwarzenberg konnte keinen effektiven Nutzen darin erkennen, ihn ins Jagdrecht aufzunehmen. Das Beispiel Sachsen zeige, dass dies in der Praxis ins Leere laufe. Minister Vogelsänger bekräftigte, dass Brandenburg bereits alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfe. Der hohe Schutzstatus setze jedoch der Entnahme von Tieren enge Grenzen. Mit Blick auf „Problemwölfe“ sprach sich auch der Abgeordnete Raschke überraschend klar für einen Abschuss aus. Eine ebenso klare Absage erteilte er jedoch staatlichen Dürrehilfen. Diese seien letztlich durch den Klimawandel bedingt und daher dauerhaft nicht vermittelbar. Für eine Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft als Schutz vor Heuschrecken-Investoren plädierte der Abgeordnete Gliese.

Ein Blick in die Zukunft und  frische Luft - Reichlich Emotionen gab es bei der erstmaligen Auszeichnung von vier Junglandwirten als Berufsbotschafter 2019. Sie sind zugleich auch Hauptdarsteller im neuen Imagefilm* des Verbandes, der zur Jubiläumsveranstaltung Premiere feierte. In dem Video erzählen die Protagonisten, was es für sie als Vertreter der nächsten Landwirtschaftsgeneration bedeutet, Landwirt zu sein. In einer erfrischenden Rede zur Nachwuchsarbeit des Verbandes appellierte Junglandwirt Fabian Blöchl an seine Berufskollegen, sich zu Veränderung zu bekennen und Neues zu wagen. „Wir Landwirte fürchten uns nicht vor Veränderung und schon gar nicht vor frischer Luft“, so Böchl. „Ganz im Gegenteil:  Stetige Veränderung und ein langer Atem zeichnen uns Landwirte aus -  nicht nur die jungen.“ Neue Wege beschreitet der Verband seit einiger Zeit mit einem Pilotprojekt zum Thema digitales Lernen. Dank einer Förderung des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums wurde speziell für Azubis eine eigene Lern-App namens „AgrarQuiz“ entwickelt. Für die intensive Nutzung im Rahmen von Prüfungsvorbereitungen vergab der Bauernverband zum zweiten Mal eine Auszeichnung an aktive Auszubildende. red
*Der Film „Junglandwirte – Generation Y“ ist unter folgendem Link abrufbar:
www.facebook.com/bv.suedbrandenburg/videos/276662519898829/

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