150 Jahre Walla Walla von wendischen Nachfahren gefeiert

Tausende Gäste feierten vier Festtage lang / 134 Schaubilder bei der Straßenparade

Die großen und runden Steine, von den Aborigines als "walla walla" bezeichnet, führten zur Ortsnamenbildung der heutigen Siedlung "Walla Walla" im australischen Bundesstaat Neusüdwales. Fotos: Bernd Marx

Der Farmer Ashley Paech, vorn stehend mit ausgestrecktem rechten Arm, erklärt den Teilnehmern der Expedition die Entstehung, die Bedeutung und die wechselvolle Geschichte der Steinformation.

Boblitz. Dass die Nachfahren von sorbischen/wendischen und deutschen Auswanderern aus der Ober- und der Niederlausitz das Präsentieren, Feiern und Fröhlich sein nicht vergessen haben, zeigte sich Ende Januar 2019 in der australischen 700-Seelen-Gemeinde Walla Walla (Neusüdwales). Heimatfreunde aus dem Spreewald pflegen seit dem Jahre 2000 enge freundschaftliche Kontakte zum Ort. Kein Wunder, dass sie bei der viertägigen Festlichkeit „ 150 Jahre Walla Walla“ teilnahmen.

Wer vier Tage mit unzähligen Ausstellungen, Veranstaltungen, Ortsführungen, Vorführungen, Festessen, Gottesdiensten, Musik, Tanz und einer repräsentativen Straßenparade feiern will, der muss schon einiges auf die Beine stellen können.

Und das verstanden die 700 Einwohnerinnen und Einwohner Bestens.

Obwohl die Einwohnerschaft von Walla Walla die zahlreichen Unglücke, Hochwasser, Buschbrände und Hitzeperioden in der Vergangenheit nicht vergessen hat, so setzte sie mit dem „Walla Walla 150th Anniversary“ einen Glanzpunkt ihrer Geschichte. Eine Festlichkeit in dieser Hinsicht hatte die 700-Seelen-Einwohnerschaft des Ortes und ihre tausende Gäste aus der gesamten Region noch nie gesehen.

Im Mittelpunkt der Festlichkeit stand die Gründung des Ortes Walla Walla Ende Januar 1869.
56 sorbische /wendische und deutsche Auswanderer aus den südaustralischen Orten Ebenezer und Light Pass waren innerhalb von sechs Wochen über eine Landstrecke von über tausend Kilometern zum neuen Siedlungsgebiet am Murray-River gezogen. Es waren die Familien Klemke (Senior und Junior), Mickan, Fischer, Lieschke, Hennersdorf, Wenke und Terlich sowie die beiden unverheirateten Männer Heinrich Ferdinand Schmidt (19) und Friedrich Wilhelm Luhrs (21).

Ihre deutschen Heimatorte waren einst Cortnitz, Cannewitz, Rascha, Rodewitz und Rachlau bei Bautzen (Oberlausitz) sowie Klemzig, Gersdorf und Deutsch Nettkow (Provinz Brandenburg, Königreich Preußen) sowie Peilau in Niederschlesien. Wenige Wochen später gesellten sich bereits weitere Auswanderer aus der Niederlausitz (u. a. aus Werben, Heinersbrück , Jänschwalde, Turnow, Drewitz, Drehnow und Cottbus) sowie aus der Oberlausitz (u.a.  aus  Klein Welka, Hochkirch, Rackel, Kotitz, Löbau, Rodewi tz und Bautzen)  hinzu.

Der Grund der entschlossenen Übersiedlung der Auswanderer aus den Königreichen Preußen und Sachsen war die Bereitstellung von neuem und gutem Siedlungsland.

Die Siedler nannten ihren neuen Ort „Ebenezer“, nach dem Ort ihres Aufbruchs in Südaustralien.
Da es aber in Neusüdwales bereits einen Ort mit diesem Namen gab, änderten sie kurzentschlossen den Namen ihres Dorfes in „Walla Walla“ um. Die Aborigines bezeichneten die Region als „walla walla“, weil dort große und runde Steine liegen. Und in der Tat, etwa acht Kilometer vom Dorfzentrum Walla Walla liegen die auffallenden mächtigen Steinkolosse. Sie waren einst eine Zufluchtsburg für eine gefürchtete Räuberbande, die es auf Hab und Gut der neuen Siedler abgesehen hatten.

Nicht ohne Grund, denn durch Mut, Arbeit, Fleiß, Ideen und Sparsamkeit gelangten die Neuankömmlinge recht schnell zu bescheidenem Wohlstand. Die australischen Behörden nannten sie nicht ohne Grund“, die sorbischen/ wendischen und deutschen Arbeitsbienen“. Diese fleißigen und strebsamen Siedler haben bis zum heutigen Tag einen großen Anteil an der Entdeckung, der Bewirtschaftung und Entwicklung von Australien. Mit der viertägigen Festlichkeit brachte die Einwohnerschaft gemeinsam mit ihren örtlichen Behörden, Betrieben, Firmen und Unternehmen, der evangelisch-lutherischen Kirche und der katholischen Kirche, den Hotels, Gaststätten und Pensionen, den Geschäften und Läden, den Farmern,  Siedlern und Züchtern, dem Heimatverein, der Grundschule, dem College und der Weiterbildungseinrichtungen, der zahlreichen Sportvereine, dem Angelclub und dem Motorsportclub, der sozialen, caritativen und kirchlichen Einrichtungen, der Freiwilligen Feuerwehr, der Polizei und dem Rettungsdienst zum Ausdruck. Bernd Marx, Boblitz

Fortsetzung folgt!

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