Leichhardt’s himmlischer Gruß

Einer der wenigen Zeitzeugen ist noch vorhanden

Im heutigen australischen Bundesstaat Queensland, bei der Stadt Rolleston, beobachtete Ludwig Leichhardt im Dezember 1844 einen Kometen am Himmel und bezeichnete einen nahen Fluss nach dem Himmelskörper. Der von ihm bezeichnete Fluss, der „Comet Creek“ trägt heute den Namen „Comet River“. Foto: Bernd Marx

Boblitz. Am 24. Mai 2013, anlässlich des Ludwig-Leichhardt-Symposiums der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus in Lieberose, im Gebäude „Die Darre“, in Vorbereitung des 200. Geburtstages des bekannten Australienreisenden Ludwig Leichhardt (1813 bis 1850) erklärten Boblitzer Leichhardt-Freunde, über den nächsten Vorbeiflug des Kometen 54 P/ de Vico-Swift-NEAT zu berichten.
In den letzten Wochen beobachteten die Boblitzer Leichhardt-Freunde den Vorbeiflug des seltenen Himmelsboten und können nun das vor fünf Jahren gegebene Versprechen einlösen. Der 31-jährige Ludwig Leichhardt durchquerte mit seinen noch sieben verbliebenen Wegbegleitern die Region der heutigen Stadt Rolleston im australischen Bundesstaat Queensland. 

Ende Dezember 1844 beobachtete die Gruppe einen Kometen. Außerdem noch einen bläulich schimmernden Meteor. Ludwig Leichhardt bezeichnete daraufhin einen in der Nähe fließenden Bachlauf mit dem Namen „Comet Creek“, heute Comet River. Auch der Meteor bekam „seinen“ Creek. Nach über 30 Jahren intensiver Nachforschungen sowie freundlicher Unterstützung und konstruktiver Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Observatorien und Planetarien, erkannten die Spreewälder im Jahre 1995 die Übereinstimmung zwischen Leichhardt’s Beobachtungen 1844 und den Umlaufzeiten zum Kometen 54 P/ de Vico-Swift-NEAT. Damit war ein weiteres Rätsel zum Leben und Wirken des Naturforschers aus der Niederlausitz geklärt. Am 28. November 2009 war der Komet letztmalig beobachtet worden.
Mittlerweile hatten die Wissenschaftler berechnet, dass der Komet nach  7,313 Jahren, ganz konkret nach 2669 Tagen, am Himmelszelt auftaucht.

Allerdings ist die Beobachtung schwierig, da der Komet sehr klein ist. Der sehr kleine Komet, Wissenschaftler vermuten einen Durchmesser von etwa fünf Kilometern, ist so gut wie nicht sicht- oder erkennbar. Der Kern wird in Sonnennähe von der sehr hellen Koma und vom leuchtenden Schweif überstrahlt. Der Komet besteht vermutlich aus lockerem Gestein, Eis und Staub. Vermutlich ist die Dichte des Schweifsterns sehr gering. Es kann vermutet werden, dass der Himmelskörper auf Wasser schwimmen würde.

Die Wissenschaftler hatten nicht das Glück, den Kometen bei jedem Vorbeiflug und der Umrundung der Sonne zu sehen. Aber am 12. Oktober 1894, 23. August 1965, 2. April 1995, 30. Juli 2009 und am 15. April 2017 war das der Fall.

Am 15. April 2017 wurde der Komet wieder gesichtet. Er war auf dem Weg zur Umrundung der Sonne. Am 28. Oktober 2017 konnte er von Boblitz aus, im Sternbild Löwe, mit einem Fernglas auf dem Rückweg in Richtung Jupiter als helles Pünktchen beobachtet werden. Leider waren in Boblitz die technischen Gerätschaften nicht vorhanden, um den Kometen zu fotografieren.
Aber die Freude war groß, den Himmelskörper zu sehen, den Ludwig Leichhardt und seine Freunde Ende Dezember 1844 einst im Sternbild Walfisch gesehen haben.
Nach über sieben Jahren wird der Komet am 3. September 2024 wieder am Himmelszelt zu sehen sein. Die Boblitzer Leichhardt-Freunde sind sich sicher, dass dann die Fotoexperten mit ihrer modernen und leistungsfähigen Technik bereitstehen, um tolle Aufnahmen vom Kometen zu machen.  
Bernd Marx, Boblitz

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